Wenn ich mir unsere Ausgaben anschaue, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Lieferservice für Sushi, Pizza, Burger, eBay-Kleinigkeiten, Amazon Fresh, Spotify, Netflix und dann noch diverse Dinge, die sich eben summieren. Da ich ein Haushaltsbuch in Excel führe, weiß ich ganz genau, wie viel wir ausgeben. Eine No Spend Challenge muss her.

Unschön: wenn ich jeden Monat die Zeilen für die Ausgaben erweitern muss, weil noch mehr hinzugekommen sind. Eine Veränderung muss her! Wir wollen bis Ende Februar nur das Nötigste einkaufen.

Wie starte ich einen No Spend Monat?

Ich schaute durch unsere Finanzen und markierte alle Fixkosten, die wir monatlich zahlen müssen. Dazu nenne ich auch unsere Abos, die wir behalten wollen wie Netflix, Spotify und meine Website Boosting Zeitschrift. Das ist auch ein guter Zeitpunkt um zu prüfen, ob man noch alle Abos braucht, oder man sich von einigen Altlasten trennen kann. Ich werde Gymondo nicht verlängern. Mein Mann hängt an seinem Bierabo.
Alle weiteren Ausgaben sortierte ich nach Zweck. Kinderkleidung, Lebensmittel etc. sind Dinge, die ebenfalls dazukommen. Für die Kinderkleidung haben wir mittlerweile separate Konten angelegt. Auf diese kommt das Geld, das sie zu Anlässen geschenkt bekommen, von dem sie einen kleinen Teil als Taschengeld behalten dürfen. Darauf zahlen wir jeden Monat ein.

Zeit zum Umdenken: Ausgaben begrenzen

Beim Sortieren fiel mir auf, dass viele Dinge nicht unbedingt auf einmal hätten angeschafft werden müssen. Ein neuer Mülleimer und dann noch neue Schwimmflügel, eine Schwimmwindel, obwohl wir schon sehr viel Katzenzubehör und eine Katze kauften und mehrmals bei IKEA waren? Kleinvieh macht auch Mist, sagte meine Mama schon, als ich noch ein Kind war. Immerhin klappen Kinder und Katze super!
Kleinigkeiten werden schnell zu großen Ausgaben.
Wir verkaufen sehr viele Möbel und Wohnungseinrichtung und haben dann wieder Platz für Neues. Nur muss das immer sofort ersetzt werden oder tut ein wenig Leerlauf sogar gut? Immerhin verfolgen wir Minimalismus in der Familie noch immer.
Zu viele Dinge haben wir inzwischen nicht mehr, nur wächst zumindest bei mir oft der Wunsch, es noch schöner zu haben, vielleicht endlich die Deko für unser Wohnzimmer zu finden. Ein paar Teppiche zu haben, damit wir nicht mehr an den Füßen frieren usw. So erkläre ich mir meinen Einkaufswahn. Dennoch ist mein / unser Wohlbefinden anschließend tatsächlich besser.
Also geht es eher im Dinge, wie eine weitere Katzenhöhle oder eben Schwimmflügel, wenn man wegen dauererkälteten Kindern eh nicht ins Schwimmbad gehen kann: Sachen, die man irgendwann mal braucht.
Bei mir ist Instagram ein sehr großer Trigger. Als Folge meiner Erkenntnis bin ich sehr vielen cleanen Interiorinstagram-Profilen entfolgt, obwohl ich deren Fotos mag. Es setzt mich unter Druck, weckt bis dahin unbekannte Kaufwünsche. Vielmehr folge ich nun wieder mehr Elternbloggern, die Bilder aus dem Alltag posten. Das ist auch mein Instagram-Ziel für 2018: weiterhin bunt bleiben.

Tipps zum No Spend Monat

Über den No Spend Monat dachte ich schon lange nach. Eigentlich passt es nie. Immer steht etwas an wie Geburtstage, Ausflüge etc. Dabei haben wir alle Mittel, um eben nicht mehr unterwegs essen zu müssen. Wir wurden einfach bequem. Vor zwei Jahren wollte ich schon mal sparen, es klappte aber nur kurzzeitig, bevor ich wieder in den alten Trott verfiel: Spending Freeze – endlich sparen.

So beschloss ich mit Sascha, dass wir es gemeinsam durchziehen. Immerhin haben wir ein großes Ziel: Geld für Wohneigentum ansparen. Unser Auto für drei Kinder haben wir bereits, da ist eine eigene Wohnung oder ein Haus (irgendwann) der nächste Schritt.

Wir wollen uns dabei an folgende Tipps für die No Spend Challenge halten:

  • Essen kochen statt bestellen
  • Offline-Shopping abschaffen
  • Online-Shopping pausieren
  • Liste für gewünschte Dinge anlegen und später checken
  • Lebensmittel aus dem Schrank aufbrauchen
  • Bücher leihen statt kaufen
  • Dinge ausmisten und verkaufen (ongoing)
  • Picknick im Zoo statt Essen im Café
  • Jahreskarte für den Zoo häufiger ausnutzen
  • teure Routinen abschaffen: Kaffee im Büro trinken statt to go kaufen
  • belegtes Brot oder Overnight Oats mitnehmen statt gekauftes Baguette
  • einkaufen nach Liste
  • vorausplanen: besser einen Kaffee in der Woche bewusst auswärts genießen, als jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit im Stress runterzuwürgen (später)
  • Netflix nutzen statt Film ausleihen
  • Ziel suchen: Urlaub, Summe X ansparen, Auto kaufen: Wohnung / Haus kaufen
  • Mahlzeiten für das Wochenende planen und kochen statt kurzfristig liefern lassen
  • statt Brezel vom Bäcker Gebäck selbst backen
No Spend Monat: Tipps für Familien | Ich wage es und versuche einen No Spend Monat, obwohl ich drei Kinder habe. Ok, ich mache ein paar Ausnahmen, weil frische Lebensmittel gekauft werden müssen. Mehr Infos zur No Spend Challenge auf Mamaskind.de

No Spend Monat: Tipps für Familien

No spend in der Familie?

Mein großer Sohn darf sein Taschengeld natürlich weiterhin ausgeben. Ich vermute, dass der No Spend Challenge von Seiten der Kinder wunderbar funktioniert. Einzig die Essensfrage könnte ein Problem werden. Fast Food und Lieferservice fallen demnächst aus.

Heißt für uns: vorplanen, damit wir die Zutaten für leckere Pizza im Haus haben. Vor kurzem machte ich auch Pommes im Ofen, die ich vorher mit Öl bepinselte. Eine leckere und fettarme Alternative zu den pappigen 3 € Pommes vom Lieferservice.

Ein weiteres Ziel: eine Rezeptliste zusammenstellen, die einfache und schnelle Gerichte für unsere Familie beinhaltet. Immerhin haben wir schon einen Thermomix, den müssten wir nur anständig ausreizen!

Ausnahmen

Es ist kein absoluter No Spend Monat. Ich kaufe weiterhin Lebensmittel und Drogerieartikel, sofern sie tatsächlich aufgebraucht sind. Ich kaufe Geschenke – meine Mama wird 50! – und zum Kindergeburtstag, sowie zu meinem Geburtstag ausnahmsweise auch Kuchen und Dinge, die man für die Party braucht: noch mehr Lebensmittel. Wir feiern mit unseren Freunden einen Mitbringgeburtstag, für die Familie backen und kochen wir und kaufen Getränke. Zur Feier des Tages werde ich meinen Mann und die Kinder auch in ein Restaurant ausführen.

Sascha macht mit, isst aber weiterhin in der Kantine: das ist gut für das Socializing mit seinen Kollegen. Seine Käufe sind unter der Woche eher gering. Ihm wird das sicher leichter fallen. Doch auch für ihn gilt: kein Bäckerbesuch, sondern etwas von zu Hause mitnehmen, wenn Kindersport auf dem Plan steht. Brot kaufen wir weiterhin beim Bäcker.

No Spend Challenge: Lieber selbst backen! Anmerkung: Diese Mini-Donuts backte meine Freundin Nadine von Potsdamomente.de | Mehr Infos auf Mamaskind.de

No Spend Challenge: Lieber selbst backen! Anmerkung: Diese Mini-Donuts backte meine Freundin Nadine von Potsdamomente.de

Wie will ich ich meine Ausgaben limitieren?

Bisher shoppte ich Dinge einfach sofort. Dank eBay & Co. ist der Einkauf schnell erledigt. Manchmal braucht man lediglich den Daumenabdruck dafür. Es ist erschreckend, mit welcher Schnelligkeit ich online shoppe!
Da ich keinen kompletten No Spend Monat mache, sondern weiterhin Lebensmittel kaufe, möchte ich für weitere Dinge einen Wunschzettel anlegen. Nach einiger Zeit kann ich schauen, ob ich diese tatsächlich noch benötige, oder das nur eine vorübergehendes Flause ist.
Sollte ich etwas extrem wichtig finden, werde ich das mit Sascha besprechen und gemeinsam entscheiden, ob wir es danach kaufen. Damit ist eine weitere Instanz eingebaut, um das schnelle Shopping zu verhindern.

Nach der Challenge

Nach der Challenge möchte ich evaluieren, wie mein Kaufverhalten sich verändert hat. Denn die Challenge ist nicht nur zeitlich begrenzt, sondern soll auch Einfluss auf meine Einstellung zum schnellen Shopping haben. Ich möchte nicht pro Woche mehrere Bestellungen abschicken, weil ich wieder einen neuen Stift gefunden habe, den ich unbedingt testen muss! Vielleicht werde ich auch wieder echte Wünsche haben?
Klappt es nach der Challenge mit einem monatlichen Budget oder mit einem Limit der Anzahl an Bestellungen?

Wer macht mit: #noSpendMK

Vielleicht mag jemand bei der No Spend Challenge, die bis Ende Februar dauert, mitmachen? Das Ziel kann jeder für sich selbst festlegen. Ob jemand nur das Bewusstsein für ihre / seine Ausgaben schaffen mag oder komplett auf Ausgaben verzichten möchte: jeder ist eingeladen, Freud und Leid zu teilen. Ob es schwer fallen wird?
Ich möchte unter dem Hashtag #noSpendMK meine alltäglichen Hürden der Herausforderung teilen. Wer ist dabei?

Schreibt mir gerne auch E-Mails, in den Kommentaren oder auch einen Blogpost dazu. Ohne Stress. :)