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Du wunderst dich in deinem Beitrag “Endlich ein Junge?!“, dass du von so vielen Seiten hörst, dass es nach zwei Mädchen endlich mal Zeit für einen Jungen ist und sich dein Mann wohl freuen wird. Nur warum, fragst du dich. Sind Mädchen weniger wert?

Man muss einen Jungen und ein Mädchen haben?

Warum Familien nur komplett sein sollen, wenn beide Geschlechter ausreichend vertreten sind, verstehe ich nicht. Auch jetzt nicht mit DEM Jungen im Bauch. – Mama Schulze

Ich sehe das ähnlich kritisch. Obwohl dir, liebe Mama Schulze, das Geschlecht des dritten Kindes egal war, du sogar von einem weiteren, wunderbaren Mädchen ausgingst, fühlt deine Umwelt anders. Es wird gar erwartet, dass nun endlich der Junge kommt. Es sei doch schließlich so, dass dein Mann männliche Verstärkung haben will, richtig? Du sagst: FALSCH! Und so sehe ich das auch.

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Endlich ein Mädchen? Gerne!

Man kann sich das Geschlecht nicht aussuchen

Was ich persönlich ja ein wenig schade finde, denn ich hätte gerne auch ein Mädchen gehabt. immerhin mit Baby 3.0 noch eine weitere Chance, noch eines zu bekommen. Doch obwohl wir bisher immer hofften, das wir ein Mädchen bekommen, das wir mit geflochtenen Zöpfen auf den Weg schicken, sind wir auch mit unseren Jungs sehr glücklich. Natürlich sind wir das. Doch ich verstehe, dass viele Menschen den Wunsch nach einem bestimmten Geschlecht verspüren. So sehr ich Rosa für “Prinzessinnen” und Blau für die “tapferen Ritter” als Klischee verabscheue, so sehe ich doch Unterschiede bei vielen Mädchen und Jungs im Wesen. Sie entwickeln sich anders, wachsen anders auf und die Bedürfnisse wandeln sich.

Jungs spielen anders, für mich oft zu laut, zu wild, mit zu viel Star Wars und Kampfschreien. So bin ich nur in der digitalen Welt, wenn ich in Computerspielen um mich schieße, aber nicht in echt. Ich möchte nicht mit meinen Söhnen kämpfen, weil mich das an die realen Konflikte und Kriege erinnert. Ich trenne Spiel und Realität, das können meine Kinder noch nicht. Was für meine Jungs typisch und UNtypisch ist, schrieb ich als Gastartikel bei Mutter & Söhnchen.

Mädchen sind da (oft) ruhiger, manche verstehen meine Begeisterung für’s Ausmalen und Basteln, was meine Jungs zum Glück teilen, eben jedoch nicht meinen Faible für das alte Polly Pocket der 90er. Oder diese Puppen, die man zu Cupcakes und Eisbechern umwandeln konnte. Es sind Kindheitserinnerungen, die ich gerne mit meinen Kindern teilen möchte, sie aber nicht mit mir. Sie schaffen sich ihre eigenen Erinnerungen mit eigenen Interessen, was total okay ist. Denn was Kinder mögen, kann man (oft) nicht am Geschlecht festmachen. Ich bin das beste Beispiel.

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Eltern beeinflussen die Kinder

Als Kind, bekanntlich als Mädchen, spielte ich auch nicht mit Puppen, obwohl ich welche besaß. Ich spielte eher mit Lego und Matchbox-Autos. Statt Polly Pocket bekam ich Fred Feuerstein als Miniatur-Spiel. Eben jene Dinge, die meine Eltern fetzig fanden. Sie waren wohl keine Puppen-Typen. Konstruktion und Forschung waren eher die Gebiete, die sie gezielt mit Spielzeug förderten. Den fetzigen Puppenkopf zum Schminken bekam ich jedenfalls nicht. Noch heute habe ich die Melodie im Kopf: “My, my, model…”. Und doch liebe ich Ritter, spielte doch völlig anders. Ich baute lieber mit dem Lego, statt die Figuren in Kämpfe zu verwickeln.

Eltern leben es vor, doch schminken wollte ich mich dann doch irgendwann, ich wurde zum (zickigen) Mädchen. Das konnten meine Eltern nicht verhindern (genauso wenig, wie den ersten Freund… ;)). Und ebenso wenig kann ich meine wilden Jungs ändern, die sich ihre Kuscheleinheiten abholen, wenn sie es wollen, Bücher vorlesen super finden und zu meinem Leidwesen auch Autos, Bagger, Baustellen *gähn*. Es sind typische Jungs. Auf Netflix bleibt mir glücklicherweise das schreckliche Mädchenprogramm erspart, da schaue ich auch lieber Lego Ninjago etc.

Das fehlende Mädchen

Daher verstehe ich es, wenn andere Leute fragen, wann dann endlich das fehlende Mädchen bzw. der Junge kommt. Jeder verknüpft Erinnerungen und Erwartungen an seinen Kinder. Es wäre schön für uns, wenn Baby 3.0 ein Mädchen ist (nicht wird, es ist schon!). Das erfahren wir in den nächsten Tagen. Ich möchte Zöpfe flechten und die Entwicklung miterleben. Sicher kann es anders kommen und es mit sechs Jahren eine Kurzhaarfrisur bekommen (wie ich!) und Polly Pocket doof finden. Dann ist das so. Wenn Baby 3.0 ein Junge ist, versuche ich es eben wieder mit dem Anpreisen der Polly-Pocket-Figuren. Entweder er mag es, oder nicht. Dann spielt er eben mit seinen Brüdern Star Wars. Und ich kaufe dann auch Polly Pocket, statt Playmobil Microwelt (Amazon-Affiliate), mit dem meine Söhne nur selten spielen. Auch in der Familie werden und wurden Stimmen laut: “Aber jetzt endlich ein Mädchen, ok?”. Es gibt ja auch die viel niedlicheren Babysachen für Mädchen. <3

Bekommt ihr jetzt so lange Kinder, bis ihr ein Mädchen bekommt?

Das wurde ich vor kurzem gefragt. Öhm. So groß mein Mädchenwunsch auch ist, so sehr liebe ich doch meine Söhne und meinen Job um das ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Ich möchte auch mit drei Kindern weiterhin arbeiten. Das stand nie zur Diskussion. Bei noch mehr Kindern wäre das ohne Haushaltshilfe und Betreuungspersonen nicht möglich. Warum stellt man solche Fragen?

Aber ein Mädchen wäre schon schön. <3

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Dann würde aus dem reinen Jungsmama-Blog auch ein Mädchenmama-Blog werden. <3