Und alles klappt wunderbar (außer schlafen ;-)! Von Tag zu Tag hat Baby 2.0 längere Wachphasen und erkundet mit den kurzsichtigen Augen seine Umwelt. Auch Stimmen werden täglich interessanter. Aber was tun, wenn er schreit?

Hilfe, mein Baby schreit – was soll ich tun?

Jedoch wächst mit seinem Interesse auch die Anzahl der Schreiphasen. Bisher sind diese recht kurz und meist in der Nacht. Die Intensität wird erfahrungsgemäß noch steigen. Vorsichtshalber habe ich mich erneut bei der Hebamme erkundigt, was ich machen kann, wenn unser Baby schreit. Eine Antwort: Stillen nach Bedarf.

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Nicht immer schmerzfrei: Stillen des Kleinkindes

Schlimme Erfahrung mit dem Stillen des ersten Kindes

Glücklicherweise klappt das Stillen bei Baby 2.0 sofort problemlos nach der Geburt. Beim ersten Sohn wurde ich direkt im Krankenhaus zu Stillhütchen gedrängt, den Schnuller haben sie ihm auch dort in den Mund gesteckt und mit Milchnahrung gedroht, sollte er nicht besser trinken.

Immerhin konnten wir die Flasche verhindern, wenn wir auch unerfahren Stillhütchen und Schnuller ohne Widerstand akzeptierten. Im Nachhinein ärgere ich mich immer noch darüber, das alles naiv hingenommen zu haben. Für den Moment waren die Stillhütchen (Tipp: Lansinoh*) eine gute Wahl, nur fiel es mir schwer, ohne Stillhütchen zu stillen.

Stillhütchen waren eine Hilfe, aber mussten auch besser gereinigt werden – besser als die Brust.

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Beschäftigung im Wochenbett: Baby kuscheln, stillen, lesen und surfen.

Hebamme wiegt das Kind vor und nach dem Stillen

Auch meine Nachsorgehebamme, die das Kind akribisch vor und nach dem Stillen wog, um festzustellen, wie viel es getrunken hat, machte meine Stillerfahrung nicht leichter. Eher erzeugte sie dadurch noch mehr Druck. Auch sie sprach irgendwann vom Zufüttern.

Ich wollte aber stillen und vielmehr wollte ich Flaschennahrung verhindern. Irgendwann haben wir in den Augen der Hebamme den Bogen bekommen, die Stillhütchen abgewöhnt (Kind nahm doch auch zu!) und wir wurden mit dem Thema in Ruhe gelassen. Gestillt habe ich mein Kleinkind 13 Monate lang.

Die Hebamme würde ich mir rückwirkend besser passend vorab aussuchen. Heute kann man eher froh sein, überhaupt eine Hebamme zur Nachsorge zu finden. Es gibt nicht nur in Berlin einen Hebammenmangel!

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Beim zweiten Kind klappt das Stillen besser

Bei Baby 2.0 sollte mir das nicht mehr passieren. Im Krankenhaus hatte ich zwar einen Notfallschnuller und Stillhütchen dabei, benötigte diese jedoch nicht. Ich war positiv eingestellt, dass dieses Mal alles super funktioniert. So war es auch. Baby 2.0 trank schon im Kreißsaal fleißig an der Brust.

Auch in den Tagen danach und zum Milcheinschuss gab es keine ProblemeBrustwarzensalbe* sei Dank. Gelernt hatte ich mittlerweile, dass Stillen nach Bedarf heißt, ihn auch dann anzudocken, wenn er mit dem Mund sucht obwohl nur eine halbe Stunde / Stunde seit der letzten Mahlzeit vergangen ist. Starre Stillzeiten sind out, was meine Oma verwundert aufgefasst hat.

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Kleinkind unterwegs im Auto stillen

Tipps wenn das Baby schreit – rechtzeitig handeln

Jetzt, mit meiner mehrjährigen Erfahrung als Mama, versuche ich noch mehr auf die Zeichen zu achten, die das Baby schon vor dem Schreien gibt. Z. B. die typische suchende Bewegung des Kopfes mit offenem Mund, der offensichtlich die Milchbar sucht. Ich lasse ihn nicht erst Schreien, sondern lege ihn sofort an.

Sollte er Milch ausspucken und gleich nach dem Stillen erneut suchen, lege ich auch dann erneut an – nach dem Prinzip Angebot-Nachfrage. Ich denke mir, dass er das vermutlich einfach braucht. Besonders an heißen Tagen ist das häufige Anlegen auch zum Durst löschen hilfreich.

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Baby stets sofort hochnehmen

Quengelt er leise, bzw. brummt er im Bett vor sich herum, nehme ich ihn auch sofort auf den Arm und versuche ihn zu beruhigen. Sollte er nicht essen / trinken wollen, versuche ich ihn zu einem weiteren Bäuerchen zu bringen, streichele seinen Bauch, auch gerne mit Windsalbe und rede dabei leise mit ihm.

Kleinkind von 14 Monaten stillen: mit Liebe. | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Kleinkind von 14 Monaten stillen: mit Liebe.

Hand auflegen und leichte Massage half manchmal wirklich gut. Angenehm war für uns beide dabei auch Baby-Massageöl für den Bauch*, das eine verdauungsfördernde Wirkung haben soll.

Manchmal reicht auch der Finger als Brustersatz, um ihn zu besänftigen. Wichtig dabei: viel Nähe! Oft genügt ihm sein Beistellbett neben meiner Schlafstätte nicht aus. Dann darf er auch direkt neben mir im Familienbett schlafen.

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Stillen am Morgen, vertreibt Hunger und manche Sorgen.
Stillen am Morgen, vertreibt Hunger und manche Sorgen. <3

Pucken als gutes Mittel gegen Babyschreien

Pucken ist auch eine gute Idee, sollte er nicht zur Ruhe kommen, weil er sich durch wirre Handbewegungen selbst aktiviert. Hilfreich ist da unser Pucksack*. Die Arme werden bei diesem seitlich fest mit einem Tuch umwickelt.

Pucksäcke fand meine Mama ganz seltsam. Doch für die Babys kann das wunderbar entspannend sein!

Stillproblem und Schreien des Babys - mamaskind.de
Der Pucksack hilft manchen unruhigen Babys

Danach sieht Baby aus, wie eine kleine Schmetterlingsraupe. Für das Baby ist dies, anders als der umwickelte Anblick vermuten lässt, jedoch keine Qual, sondern sehr schön. So wird ihm das Gefühl des engen Mutterleibes zurückgegeben. Das Pucken funktioniert zudem auch super mit einer Decke oder einem Tuch, muss nur ein wenig geübt werden.

Beim zweiten Kind fängt man bei vielem von vorn an

Klar, muss man sich auch beim zweiten Kind erst wieder einspielen. Absprachen mit dem Partner treffen, wer wann wickelt oder diese und jene Aufgabe übernimmt. Durch die Nähe, das Pucken und das Stillen nach Bedarf bekommen wir das Schreien bisher aber ganz gut in den Griff.

Und Remo H. Lago schrieb in seinem Buch Babyjahre* auch erst von der schlimmen 6. Lebenswoche, in der das Schreien seinen Gipfel findet und erst dann wieder abflaut und nach der 12. Woche besser wird. Bis dahin haben wir ja noch ein wenig Zeit zum üben…

Bauchweh und Koliken bei Babys

Was tun wenn der Bauch beim Baby drückt? Mein erster Sohn schrie viel und hatte vermutlich Koliken. Das Kind weinte, wir fühlten uns hilflos. Ein wenig Linderung verschafften vor allem Bauchmassagen und der Fliegergriff, den vermutlich nur Eltern kennen.

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Bauchweh-Baby nachts umhertragen

Abends besonders viel Bauchweh

Mein erster Sohn kam zeitgerecht zu Welt und schrie abends viel. Nicht so viel, dass ich ihn als Schreibaby betiteln würde, aber noch genug, um zu sagen, dass ihn etwas plagte. Mein zweiter Junge, der sich natürlich auch ab und an abends bemerkbar machte, weinte vergleichsweise wenig. Er hatte weniger Bauchweh. Beide wurden rund sechs Monate voll gestillt, an der Ernährung kann es also nicht liegen.

Es wird beschrieben, dass Babys ein unreifes Verdauungssystem haben, die Darmflora muss sich noch entwickeln. Zu Beginn sind zu wenig Enzyme wie Laktase vorhanden. Diese sorgen dafür, dass Milchzucker (Laktose) gespaltet wird.

Weitere Infos auf Wikipedia

Quelle Babynahrung

Gibt es zu wenig Laktase, gelangt zu viel Laktose unverdaut in den Dickdarm des Babys. Dort lungern hinterhältige Bakterien, die sich an der Laktose satt essen und dann Gase erzeugen. Sie sind Verursacher von Bauchweh, Koliken, Blähungen und Verstopfungen.

Was kann mein Baby mit zwei Monaten? Jauchzen, lächeln, strampeln. Sie ist ein glückliches Baby. | Mehr Infos zur Entwicklung des Babys mit zwei Monaten auf Mamaskind.de
Was kann mein Baby mit zwei Monaten? Jauchzen, lächeln, strampeln.

Was tun, wenn das Baby Bauchweh hat?

Der ultimative Tipp gegen Bauchweh ist der Fliegergriff! Was haben wir unsere Söhne, besonders 1.0, durch die dunkle Wohnung getragen. Dabei liegt das Baby gesichert auf dem Bauch auf einem Arm. Die andere Hand schützt das Köpfchen.

Sport mit Baby machen

Die Hebamme empfahl mir Sport mit dem Baby zu machen. Dafür legt man das Kind nackt auf den Rücken und führt die Arme zu den Beinen und lässt das Baby in der Luft mit den Beinen Radfahren.

Babymassage mit Öl

Auch gut: mit Öl den Babybauch* im Uhrzeigersinn nach unten rechts (wo der Darmausgang ist) einreiben und leicht massieren. Man merkt schnell, ob das Kind es mag (weitermachen und nicht aufhören, die Stille muss man genießen) oder nicht (weiter herumtragen…). Nähe hilft bei diesen Beschwerden auch weiter.

Ich stillte weiterhin voll, wozu auch meine Hebamme riet. Muttermilch regelt das meiste selbst. Der Kinderarzt / die Kinderärztin sollte befragt werden, wenn diese Beschwerden andauern. In den Entwicklungskontrollung (die U’s) kann man diese Themen gut ansprechen. Ggf. kann Säuglingsspezialnahrung den nicht- bzw. teilgestillten Kindern helfen. Hier sollte man sich unbedingt Hilfe von Hebammen suchen.

Unser zehn Monate altes Baby schläft noch viel auf dem Schoß beim Stillen ein. | Mehr Infos zur Babyentwicklung mit 10 Monaten gibt es auf Mamaskind.de
Unser zehn Monate altes Baby schläft noch viel auf dem Schoß beim Stillen ein.

Was das Stillen mit mir macht

Werdende Mamas kennen vielleicht die Vergesslichkeit, auch Schwangerschaftsdemenz, die sich, verursacht durch den kleinen Menschen im Bauch. Viel Denken ist in diesem Zustand nicht mehr. Bedauerlicherweise hält der Gehirnschwund auch noch in der Stillzeit an – die Stilldemenz folgt.

Mein Still-Gehirn ist Matsch

Weiterbildung in der Elternzeit, welch schöner Begriff. Auch ich nahm mir vor, mich ständig auf dem laufenden in meinem SEO-Job zu halten. Das klappt gut, wenn auch ein wenig langsamer. Die wichtigen News habe ich neben einer Fachzeitschrift abonniert, auf Twitter bekomme ich alles weitere mit. So weit so gut.

Nur was ist mit den anderen Plänen? Ruby (Programmiersprache) wollte ich nebenbei lernen und auch PHP interessiert mich. Das klappte im Mutterschutz noch recht gut, mit Baby, das nicht so oft schläft, kaum noch.

Eine Puppen-Mama die tandem stillt und Fläschchen gibt. ;) - Mamaskind.de
Eine Puppen-Mama die tandem stillt und Fläschchen gibt. ;)

Neues lernt man nicht, wenn man müde ist

Programmieren lernt man nicht, indem man ein schickes Buch liest. Man muss das Wissen anwenden. Das klappt folglich nur in den Schlafzeiten des Babys (Mein Baby schlief jedoch nie).

Abends ist das schon gestörte Gehirn noch matschiger vom Tag mit Baby und Kita-Kind, das nachmittags betreut wird. Zeit für neue Projekte? Wenig. Also suche ich neue Hobbys wie Sketchnotes und mein Bullet Journal mit denen ich alles verbinden kann.

Ganz schlimm – die Vergesslichkeit

Man sagt ja, dass das Gehirn trainiert werden muss, um in Form zu bleiben. Bei mir ist aktuell Sparflamme angesagt. Einkaufslisten entstehen in Wunderlist, SEO-Notizen in Trello, Termine stehen im Kalender – viel nachdenken muss man im digitalen Zeitalter nicht mehr. Das ist schlimm für das Stillgehirn!

Mir fehlt meine Arbeit und auch das Hineinversetzen in komplizierte Fälle oder auch das Denken selbst. Also gebe ich dem Gehirn Futter. Ich lese fachspezifische Blogs und vor allem englische Bücher (wenn auch meist Belletristik). Bloggen hilft übrigens auch ganz gut.

Ohne Zettel könnte ich dennoch nicht einkaufen gehen. Für so unwichtige Dinge ist kein Platz im Speicher. Ist das schlimm? Für mich nicht. Ich konzentriere mich auf die wesentlichen Sachen: Kinder und Weiterbildung – ohne neue Projekte. Die kann ich auch später noch angehen. Laut Wikipedia gibt es übrigens keinen wissenschaftlichen Nachweise für eine Stilldemenz. Mütter wissen es besser. ;)

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Meine schusseligsten Punkte

  • Schlimm: Sätze bilden unter Erwachsenen
  • Einkaufen, um ein Produkt zu kaufen und dieses vergessen
  • Windel vergessen anzuziehen (schöne Schweinerei!)
  • Ungeeignete Kleidung in den Trockner legen
  • Vergessen, was ich im nächsten Moment tun wollte
  • Nutella in den Kühlschrank stellen

Bei mir sind das eher harmlose Dinge. Bisher schaffte ich es glücklicherweise immer, mich nach dem Stillen und vor Öffnen der Tür zu bedecken. :D