Als mein großer Sohn eingeschult wurde, war ich vielleicht aufgeregter als er. Schon allein die neuen Schulmaterialien, Stifte und Hefte, die er bekommen wird – darauf freue ich mich sehr. Ich habe ein Faible für Büromaterialien, so komisch es klingt, doch es gibt einige da draußen, denen es auch so geht. Ich mag auch mein Bullet Journal, für das ich ich selbstredend viele Dinge extra kaufen musste. Schule begleitet meinen Sohn und damit auch mich nun viele Jahre lang. Ich bin die Person, die bei den Hausaufgaben dabei ist, Mitteilungen kontrolliert, die Ansprechpartnerin für alles Schulische eben.

Hausaufgaben sind cool!

Mein Sohn gehört eher zu den Kindern, die nur reden, wenn sie wirklich Lust haben. Das war schwer nach dem Verlassen der Kita: hier war keine Erzieherin mehr, die ich nach dem Tag fragen konnte. Ich war plötzlich darauf angewiesen, dass mir mein Sohn erzählt, was er tagsüber tat und erlebte. In der Kita war das anders. Über jedes Projekt wurden wir informiert. Wir haben jederzeit die Möglichkeit, über Fortschritte, Alltag und das Spiel der Kinder untereinander mit den Erziehern zu sprechen. In der Schule gibt es indes wenige Elternabende und Elternsprechtage, die man einhalten soll.

Daher freue ich mich sehr, wenn mein Sohn Hausaufgaben hat. Ich sehe, wie weit er mit dem Schreiben, Rechnen und Lesen ist. Wenn ich auch nicht jeden Teil seines Lebens kontrollieren will – der Lernfortschritt interessiert mich sehr. Bitte nicht falsch verstehen: ich freue mich mit ihm, wenn er auf einmal Minusrechnung verstanden hat, stehe aber nicht mit weiteren Übungsblättern vor ihm und zwinge ihn, zu lernen, bis alles perfekt ist. Ich beobachte und stehe zur Seite wenn er Fragen hat.

Schule & Hausaufgaben - Pflicht für das Schulkind, gut für mich. | Über die Hausaufgaben sehe ich den Lernstatus des Schulkindes. | Mehr zur Kolumne Mamaskind.de

Schule & Hausaufgaben – Pflicht für das Schulkind, gut für mich.

Lernstoff vermitteln die Lehrer

Das wurde mehrmals betont: Eltern sollen zwar kontrollieren, ob die Hausaufgaben gemacht werden, nicht aber, ob sie richtig gelöst sind. Dafür ist die Lehrerin verantwortlich, die nur so sehen kann, ob die Kinder den Lernstoff verstanden haben. Lassen wir die Kinder korrigieren, denkt sie logischerweise, dass alles klar ist. Das fiel mir anfangs schwer, in Mathe als auch Deutsch.

Da sie Lesen durch Schreiben lernen und Schreiben nach Gehör – ein aus meiner Sicht gruseliger Ansatz – ist es umso schlimmer. Die Kinder werden ermutigt, so zu schreiben, wie sie es hören. Es wird jedoch nicht im Heft verbessert, sondern betont, wie toll es ist, dass ein Kind die Vokale etc. aus dem Wort rausgehört hat. In der zweiten Klasse schreibt mein Sohn schon viele Dinge richtig, dessen Erfolg ich allerdings nicht dem Schreibsystem zuordne, sondern seinem unbändigen Wunsch nach dem Lesen von Büchern. <3

Hausaufgaben als Kommunikationsmöglichkeit

Über Hausaufgaben kommen mein Sohn und ich ins Gespräch. Wir sprechen jeden Tag nach dem Abholen über den Schultag und eventuelle Vorkommnisse. Manchmal erfahre ich, was sie in einzelnen Fächern machen, an anderen Tagen ist er wortkarg und will sich erstmal ausruhen, bevor es an die Hausaufgaben geht.

Sehr gerne möchte er mich in der Umgebung wissen, wenn er die Übungen macht. Er stellt Fragen zu seinen Ergebnissen und freut sich, wenn er richtig rechnete. Und ich freue mich mit ihm. Ich erlebte in einem Jahr, wie er lesen, rechnen und schreiben lernte. Er lernte bereits Lieder und ein Gedicht auswendig und trug es vor der Klasse vor. Etwas, das ich mir kaum vorstellen konnte, denn den Mittelpunkt liebte er bisher nicht. Er wächst tatsächlich an seinen Aufgaben und das zeigt sich auch im Miteinander mit der Familie. Mein Sohn ist in der Schule angekommen.