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Oft passiert es auf Twitter, dass aus einer kleinen Frage eine große Diskussion wird. Susanne von Ich lebe! jetzt! stellte die Frage, wie viel Werbung pro Woche wir akzeptabel finden. Andrea (Munichs Working Mom) schlug vor, darüber einen Blogpost zu schreiben. Sie beleuchtet in ihrem Artikel die fachliche Sicht und zeigt auf, wie viele Sponsored Posts und Kooperationen man machen muss, um 2000 € brutto zu verdienen. Ich stelle neben meiner persönlichen Sicht die Meinung anderer Blogger vor.

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Die Kooperationsanfragen nehmen zu

Ich blogge nun seit 4,5 Jahren auf mamaskind.de und habe mit steigender Leserschaft auch mit verstärkten Kooperationsanfragen zu tun. Während ich vor einige Monaten noch sagte, ich möchte die Werbung auf meinem Blog gering halten, sehe ich das mittlerweile gelassener und freue mich, vereinzelt schöne Produkte von tollen Firmen zu zeigen. Die Betonung liegt auf vereinzelt, denn mein Blog soll kein Dauerwerbekanal sein. Es soll nicht unter jedem zweiten Beitrag “sponsored” stehen. Ich muss mich mit den Produkten identifizieren können, ich möchte sie selbst benutzen. So lehne ich viele Anfragen von Firmen ab, die Produkte zum Test anbieten, die ich aktuell nicht (mehr) gebrauchen kann. Ich möchte authentisch bleiben, denn ich habe einen persönlichen Blog, keine Verkaufsplattform.

Mit dieser Meinung bin ich nicht allein. Viele äußerten sich zu Susannes Tweet und gaben ihre Meinung preis. Diese ist von Blogger zu Blogger unterschiedlich, auch eine Nicht-Bloggerin äußerte sich – sie mag grundsätzlich keine Werbung in Blogs. Einig sind sich alle: Werbung muss gekennzeichnet werden (wie das passieren sollte, versteht jeder anders) und das Verhältnis von eigenem Content zu Werbung sollte angemessen sein. Doch was bedeutet das genau?

Blogposts und Werbung in Zahlen

Die Vorstellungen variieren sehr stark. Daddy Dahoam findet, auf jede Werbung sollten mindestens zwei bis drei eigene Beiträge folgen. Mama Mia stört sich nicht daran, wenn der Stil des Blogs in den Werbeposts beibehalten wird. Anja (Von guten Eltern) twitterte, dass sponsored Posts nur alle 5 – 6 Artikel erfolgen sollte. Susanne (Geborgen Wachsen) entscheidet sich für einen Werbeposts pro Woche auf ihrem Blog, schreibt allerdings auch täglich. Das sind wenige Beispiele, die jedoch die Meinung vieler Leser widerspiegeln. Denn die Leser sind trotzdem da, die Zielgruppe wird erreicht. Es gibt auch größere Blogs, die damit gut verdienen, viele Kooperationen eingehen und dennoch eine riesige Reichweite haben. Die Nachfrage ist vorhanden, auch nach Werbeposts. Dazu schreibt Mama Mia, dass es vor allem eine Nachfrage an Produkttests gibt. Ich persönlich liebe diese Blogposts und vertraue ihnen sehr. Vor einer größeren Anschaffung googele ich erst nach einen Testbericht und lande oft auch in Blogs, die sehr detailliert und bebildert schreiben. Perfekt!

Anja sagt dazu, dass Werbung auch die qualitativen Blogartikel finanziert. Meine Frage dazu: Droht dann nicht die Gefahr, dass man jeder Kooperation, die mit einem tollen Produkt oder Geldbetrag winkt, hinterher eifert? Das fällt auch Lesern auf, die das nicht gutheißen. Manche Blogs sehen aus wie eine personifizierte Agentur, schreibt Mamamotzt.

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Zu viel Werbung schädigt das Image des Bloggers

Persönlich lese ich einen Blog nicht mehr, wenn mir scheinbar nur Werbung entgegengebracht wird. Meiner Meinung nach geht Vertrauen in den Blogger verloren. Las ich den Blog bspw. wegen der tollen Geschichten aus dem Alltag, wundere ich mich heute sehr, wenn in diesen ständig die neuesten Produkte aus der Kooperation mit XY eingeblendet werden. Der ehemalige Influencer kann dadurch leicht zum Spammer mutieren und die neue Kooperation eher in Anti-Werbung ausarten.

Das erlebe ich auch oft, wenn ich die gleiche Werbung auf mehreren Blogs gleichzeitig sehe. Da liegt das Problem meines Erachtens aber eher bei den Agenturen, welche den Erscheinungszeitraum der Blogposts nicht angemessen steuern. Dieses Überangebot derselben Marke wird leicht zum Nervfaktor. Als Bloggerin ist mir das auch schon passiert: mir wird ein Zeitraum vorgegeben, in dem der Artikel veröffentlicht werden soll und mit diesem erscheinen viele weitere Posts anderer Blogger. So war das von meiner Seite nicht gedacht.

Fazit

Das Ergebnis ist klar: es gibt für jeden Blog eine Zielgruppe. Davon gibt es verschiedene: die Leser, die sich über unterschiedliche Dinge informieren:

  • Alltag (mit Kindern)
  • Produkttests (Kinderprodukte)
  • Unternehmungen
  • Problemlösungen (SEO für Blogger)

Wer sich als Leser an zu vielen Kooperationen auf dem Blog stört, wandert schnell weiter. Für mich bedeutet zu viel Werbung eine Schädigung des Images und sollte bei der Blogartikel-Planung sehr gut durchdacht werden. Nicht jede Kooperation muss zwingend angenommen werden. Es zählt immer die Menge der Kooperationen und die jeweilige Zielgruppe.

Wie viel Werbung stört euch?

Kommentiert gerne unter dem Beitrag: Wie viele “echte” Beiträge müssen erscheinen, bevor ihr einen Werbepost lesen wollt oder stört euch Werbung nicht, wenn sie gut eingebunden ist?

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Quelle: Die Tweets zum Nachlesen