Nein, es sind nicht immer die Unternehmen, welche die „armen Blogger“ abzocken. Am Freitag habe ich mich aufgeregt. Ich nahm zum ersten Mal richtig wahr, wie manche Blogger / Instagramer ein Business aus Kooperationen ziehen. Damit meine ich nicht die vergüteten Blogbeiträge und Social Media Posts. Ich meine die Dinge, die im Nachgang passieren. Die Produkte, die den Blogger langfristig begleiten sollen, finden sich plötzlich auf privaten Instagram-Accounts wieder, die eigens für den Zweck eingerichtet sind: noch mehr Geld machen. Das geht an meiner Vorstellung von Kooperationen vorbei.

Blogger-Kooperationen sollen langfristig sein

Ich bin sehr gewählt bei Kooperationen und nehme nur jene an, die zu uns passen. Ich könnte nicht über Mückenstichmittel, Instant-Gerichte und Käsestreifen schreiben weil ich diese Produkte nicht kaufen würde. Genauso, wie ich für kein Geld der Welt eine Raucherkampagne unterstützen würde, weil ich das Rauchen vor Kindern ablehne und dadurch auch Stress mit der Familie in Kauf nehme. Ich habe einen selbst erdachten Blogger-Kodex: ich mache nur das, was mir gefällt und was meinen Richtlinien entspricht. Dazu gehört auch, dass ich Werbung als solche kennzeichne, nur meine ehrliche Meinung über Produkte veröffentliche, obwohl ich dafür Geld nehme oder den Wert des Produktes als Bezahlung annehme. Dabei kann es sich auch mal „nur“ um eine Eintrittskarte handeln, wie es bei dem Labyrinth Kindermuseum der Fall war, über das ich auch ohne geschrieben hätte. Ich bleibe mir treu.

Leider mache ich den Fehler, meine Vorstellungen auch auf andere zu übertragen. Ich setze auf langfristige Bindungen, schreibe nur über Produkte, wenn sie passen und gefallen und würde nicht auf die Idee kommen, ein hochwertiges Produkt nach einem Blogpost heimlich zu verscherbeln, wenn es so nicht vereinbart war. Natürlich gehe ich als Unternehmen davon aus, dass die Bloggerin mein (hochwertiges) Produkt auch selbst nutzen wird und hoffe auch darauf, dass es hier und da auf den Bildern erscheint. Das fällt sehr oft positiv auf, wenn es bspw. um Kinderwagen geht. Ich kann aufzählen, welche Bloggerin mit welchem Kinderwagen umherdüst. Ich liebe das. Das vermittelt mir als Leserin Vertrauen und weckt natürlich auch den Wunsch: den hätte ich auch gerne!

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Mein treuer Begleiter: der Buggy Moon Flac

Die Leser-Sicht: Warum verkauft sie das?

Stellt euch vor ich lobe ein Produkt, hebe die Vorteile hervor und am nächsten Tag findet man dieses auf meinem geheimen Account, der nur für Verkäufe ausgelegt ist. Kann dann das Produkt so gut sein? Wie sieht das denn für das Unternehmen aus? Ich meine damit deutlich nicht die Produkte, die ohne Zustimmung zugeschickt werden oder die mit Zustimmung zur Verlosung freigegeben sind, sondern wirklich die, die so sehr empfohlen werden, dass jeder es kaufen soll, weil das Produkt so super ist. Warum wird das dann mit großem Gewinn verkauft? Die Authentizität ist dahin, der Bloggerin glaube ich kein Wort mehr. Und das Produkt kann ja auch nicht so toll sein, wenn sie es gleich wieder verkaufen will? Es hinterlässt bei mir als Leserin einen faden Beigeschmack.

Lass die anderen machen…

Lästern, lästern. Ja, ja, auf Twitter habe ich schon ein wenig Feuer bekommen: Soll ich die anderen doch machen lassen. Klar, ändern, kann ich das verruchte Verhalten eh nicht. So auch nicht diese Goodie-Bag-GreiferInnen, die auf Blogger-Events so verpönt sind und eine Branche in Mitleidenschaft ziehen. Doch es gehört für mich nicht zum guten Ton. Ich kann das nicht unkommentiert lassen. Blogger & Instagramer, was soll denn das? So wie ich mir langfristige Kooperationen mit Unternehmen wünsche, stelle ich mir das auch aus Unternehmenssicht vor: die Blogger sollen meinem Unternehmen treu sein.

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