Da geht mir das Herz auf: J. R. R. Tolkien hat seinen Kindern jahrelang im Namen des Weihnachtsmannes Briefe geschrieben und diese auch sehr hübsch illustriert. Über die vielen Briefe hinweg entsteht eine fantastische Geschichte, in denen der Polarbär als Helfer des Weihnachtsmannes neben weiteren fleißigen Figuren eine wichtige Rolle spielt.

Der Verlag Hobbit-Presse / Klett-Cotta stellte mir neben dem Rezensionsexemplar drei weitere Bücher von Tolkiens Briefe vom Weihnachtsmann zur Verfügung, die ich hier gerne verlosen möchte.

Briefe vom Weihnachtsmann – eine Liebesgeschichte

Anders kann man es nicht formulieren: In den Briefen liest man deutlich die Worte eines liebendes Vaters heraus. Schreibt er anfangs nur kurze Briefe, wird er im Laufe der Zeit immer ausführlicher, erfindet gar immer zauberhaftere Helfer, die dem Weihnachtsmann nicht nur beim Verpacken, sondern auch beim Schreiben der Briefe helfen. Diese Briefe sind im Original auf Englisch abgedruckt und wurden auf Deutsch übersetzt. Dadurch kann man sie auch wunderbar mit Schulkindern lesen. Die wunderschöne Gestaltung der Briefe und Bilder, die Tolkien alle selbst anfertigte, hilft dabei, sich in die Briefe und Kinder hineinzuversetzen: Wow, ein Brief vom Weihnachtsmann!

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Tolkien: Briefe an den Weihnachtsmann

Es begann 1920 mit einem Brief an den ältesten Sohn John, damals drei Jahre alt. Kurz und knackig berichtet er vom Nordpol und seiner Wohnung. 1923, der Weihnachtsmann wurde 1927 Jahre alt, sendet er den Brief direkt an Heiligabend mit den besten Wünschen. Der Brief wurde mit zitternder Hand geschrieben, die Buchstaben teils rot unterstrichen und ausgemalt. Sehr weihnachtlich!

Im Laufe der nächsten Jahre schreibt er, dass er nicht so viel Zeit hätte, dass er viel Spaß mit der Eisenbahn wünscht (die alle teilen sollen!), dass schreckliche Dinge passierten, er umziehen musste und seine Zipfelmütze wegflog. Bei der Rettungsaktion zerstörte die Nordpolspitze sein Dach. Das ist zugleich wunderbar: Spannung wird durch unvorhergesehene Dinge aufgebaut. Sehr liebevoll wird der Polarbär geschrieben, mit dem sich der Weihnachtsmann zwar ständig neckt, der jedoch ein guter Begleiter ist. Später schreibt auch er ein paar Briefe an die Kinder von Tolkien. Da er noch nicht so gut schreiben kann, macht er einige Fehler dabei und muss wegen der dicken Pranken natürlich auch dicke Stifte benutzen.

Kriegszeiten: Das Ende der Briefe

Die Briefe sind sehr liebevoll, detailreich und spannend erzählt. Mit den 192 Seiten ist man somit zügig durch. Man möchte einfach wissen, wie es im nächsten Jahr weiter geht! Besonders berührt haben mich die Briefe ab 1939, als die Kriegszeit begann und er diesen auch so betitelt: der „schreckliche Krieg“, wegen dem viele seiner Boten nicht zurückkehrten. 1940 gab er an, dass ihm die Geschenke ausgehen, es gar eine schwierige Zeit ist. Im folgenden Jahr antwortet er seinen Kindern, dass viele Menschen ihr Zuhause verloren und er ihren Wunschzetteln leider nicht entsprechen kann. 1942 waren die Vorräte so knapp, dass er hofft, dass sie sich auch über Bücher freuen. Er benennt im Brief zudem die vielen zerstörten Häuser und schreibt zugleich, wie friedlich es bei ihm ist. Er schafft einen gedanklichen Rückzugsort für die Kinder. Die Briefe enden 1943, als Priscilla zur Schule kommt. Darin verabschiedet er sich, bezeichnet aber auch dieses Jahr als „grimm“, also elend. Ein Gedankenanstoß für uns, auch wenn dieser nicht als solcher gemein war. Wir sollten unser recht friedvolles Leben wertschätzen.

Mehr über Briefe vom Weihnachtsmann von J. R. R. Tolkien

Verlosung

Die Verlosung läuft bis zum 18.11.2016, 20 Uhr. Um teilzunehmen, schreibe mir hier im Blog, ob deine Kinder schon Briefe an den Weihnachtsmann malen oder schreiben und was sie sich darin wünschen. Der Verlag Klett-Cotta freut sich sicherlich über einen Besuch. :)

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