Suchmaschinenoptimierung beruflich zu machen heißt, sich ständig weiterzubilden. Dafür gibt es viele Kanäle, die vor allem online laufen (SEO-Blogs lesen!). Von Zeit zu Zeit wird auch SEO-Literatur gedruckt, die Wissenslücken füllen sollen und oft ein geradliniger Leitfaden für die SEO-Arbeit sind. Markus Hövener, Gründer und Head of SEO bei Bloofusion & Chefredakteur bei Suchradar.de (kostenloses Online-Magazin, das alle zwei Monate erscheint) hat sich an ein SEO-Buch herangewagt. Dieses richtet sich an Fortgeschrittene SEOs und ist in nicht zusammenhängenden Kapiteln eingeteilt. Diese bieten Praxisbeispiele und Tipps für die eigene Umsetzung einer Online Marketing Strategie.

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Rezension: SEO – Die neuen Regeln

 

Neue SEO-Regeln?

Markus schreibt über die neuen Regeln, von denen Profis längst gehört haben dürften. Aber an diese wendet sich das Buch nicht. Der Untertitel klärt auf: „20 SEO-Paradigmen für Unternehmen, die auch zukünftig vorne stehen möchten“. Online-Marketing-Mitarbeiter, die mit SEO in Berührung kommen, dürfen sich also angesprochen fühlen. Ich beschäftige mich seit 2007 mit Online Marketing, speziell SEO und habe viele Entwicklungen miterlebt. Ich durfte selbst noch aktives Linkbuilding betreiben und dort Links hinterlassen, wo man heute nicht mal mehr freiwillig klicken würde und das noch nie tat. Glücklicherweise hat sich vieles geändert: man schreibt keine Texte mehr, in denen das Keyword 20 x vorkommen muss. Für mich gab es somit thematisch nur wenig Neues. Dennoch finde ich seine Denkanstöße sehr gut: er beschreibt die Maßnahmen an praktischen Beispielen und gibt auch seine Meinung dazu wider, betont aber, dass andere SEOs das anders sehen könnten. Leute, die mit SEO in Berührung kommen, freuen sich über die vorgeschlagenen Maßnahmen und Kurzzusammenfassungen, die Markus nach jedem praktischen Kapitel bereithält. Das ist auch das, was SEO ausmacht: verschiedene Wege führen zum Ziel.

Inhalt

Zu Beginn schreibt der Autor, der langjährige SEO-Erfahrung hat, über Ranking-Faktoren, eingekaufte Links, zeigt auf, wie man die Suchergebnisse aufhübscht (Rich Snippets & Breadcrumbs), über Absprungraten und negativen Traffic. Diese Begriffe sollte man schon mal gehört haben, bevor man in das Buch einsteigt, das sich als Erfahrungsbericht aus der Ich-Perspektive liest. Es wird betont, dass Metriken allein nicht helfen, der PageRank allein ist bspw. schon lange nicht mehr aussagekräftig. Was ich sehr interessant finde, ist das Thema Markups, also wie die Suchmaschine Daten strukturiert auslesen kann. Auch seine Tipps zur mobilen Suche sind sehr hilfreich. Er schreibt, dass Umsetzung, vor allem die Pflicht dazu, noch nicht bei allen angekommen ist. Warum eigentlich nicht?

Spannend ist zudem das Rendering – wie sieht Google die Seite. So weiß vermutlich nicht jeder, dass Website-Texte, die erst aufgeklappt werden müssen (click to expand / mehr lesen), von Google abgewertet werden können. Google möchte Einsicht in alle Inhalte haben, ohne dass etwas verschleiert wird. Weiter sagt er, dass „ein Link ohne Traffic nicht interessant“ ist (S. 113). Bestenfalls kommt es zu Conversion (Käufe, Download o. ä.). Es bringt ihm zufolge nichts, einfach nur wertlose Links zu kaufen. Der komplette Bereich des Linkbuildings hat sich geändert, so Hövener weiter. Wertvolle Inhalte stehen im Vordergrund, auf der Website, in den Social Networks und im Newsletter.

Im Bereich on page SEO gibt er wertvolle Hinweise, betont auch hier, dass jeder SEO etwas anderes sagt. Kurze Ladezeiten sind wichtig, wie auch eine gute interne Verlinkung, Texte, hübsche Titles und Descriptions, wobei Irrelevantes für Suchmaschinen gesperrt werden sollte. Zum Schluss geht er auf PR-Arbeit, SEM (Search Engine Marketing) wie Newsletter, Aktionen und AdWords ein, in die SEO mit reinspielen muss. Es ist ein Miteinander.

Fazit

SEO – Die neuen Regeln ist ein Motivationsbooster! Beim Lesen hatte ich mehrere Aha-Effekte: „Stimmt, das müssen wir unbedingt angehen! Diese Maßnahmen sollten wir unbedingt nach vorne stellen.“ Doch er schreibt selbst: SEO ist nicht alles, letztlich muss das Gesamtpaket stimmen, die User müssen erreicht werden mit guten Inhalten, einer passenden Vermarktungsstrategie, der Nutzung ausgewählter Kanäle. Dazu müssen alle Abteilungen zusammenarbeiten. Nur dann sind Umsätze zu erwarten. Ich mag besonders die praktischen Tipps, die ich zum Teil in meinen eigenen SEO-Plan für Blog & Job anpasse und übernehme. Denn die Denkarbeit muss man selbst noch machen. Und das ist doch die Sache, die bei der Suchmaschinenoptimierung Spaß macht, oder?

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