Werbung

Ich bin eine gute Mama, das weiß ich. Doch manchmal kochen die Emotionen über. Um 17 Uhr fällt nicht nur bei den Kindern der Vorhang, auch meine Energie sinkt. Manchmal fühle ich mich vollkommen ausgelaugt, kann nicht mehr steuern. Ich meckere und fühle mich danach fürchterlich. Mit Mama, nicht schreien! haben Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter das Buch geschrieben, das der letzte Schritt zur Entschleunigung ist. Die enthaltenen Übungen und die Notfallhilfe sollen mein Familienleben entstressen. Denn noch etwas weiß ich: die Kinder sind nicht schuld daran. Alles beginnt bei mir.

Eine Verlosung findest du am Ende des Blogopsts! :)
Ich verwende Werbelinks, die ich mit * kennzeichne. :)

Wie soll ich vor den Kindern ruhig bleiben, wenn alles explodiert?

Elternratgeber: Mama, nicht schreien - Liebevoll bleiben bei Stress, Wut und starken Gefühlen - Mehr Infos und Rezension auf mamaskind.de
Elternratgeber: Mama, nicht schreien – Liebevoll bleiben bei Stress, Wut und starken Gefühlen

Ich bin eine meckernde Mutter. Ab und an schreie ich alles aus mir raus. Der berühmte Funken, der mich zum Explodieren bringt, kann winzig klein sein. Doch welches Bild gebe ich ab, wenn ich mich über etwas künstlich – und laut – aufrege, wenn ich mein Kind anmeckere, weil es das Zimmer nicht wie vereinbart aufgeräumt hat?

Dass mein Verhalten falsch ist, weiß ich. Es macht mir ein schlechtes Gewissen. Ich will mich ändern, Dinge akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Und das ist genau der Punkt, den die Autorinnen von “Mama, nicht schreien!” Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter ansprechen:

Man kann keine Veränderung der Kinder erwarten, alles fängt bei dir an.

Mama, nicht schreien!

Generell machte mir der Elternratgeber Mama, nicht schreien! kein schlechtes Gewissen. Ich weiß ja selbst, dass mein Verhalten nicht schön ist – da brauche ich kein Buch, das Salz in die Wunde streut. Im Gegenteil, ich fühlte mich als Leserin wunderbar willkommen geheißen. Ich merkte: Jeannine und Sandra wollen helfen, mich dazu bringen, mich zu ändern! Doch die Sache hat einen Haken:

Werbung

„Wir könnten in dem Buch so tun, als gäbe es diese einfachen Lösungen, die für alle passen. Aber das wäre gelogen.“

Mama, nicht schreien!, S. 15

Das Kind ist nicht die Ursache des Schreiens!

Man kennt sie aus dem anonymen Internet: Zähle bis 10 wenn du wütend bist und reagiere erst dann. Ich dachte immer, ich wäre allein als diejenige, die nicht einmal dazu kommt, bis 10 zu zählen. Ich meckerte mein Kind schon vorher an. Hier unterstützen die Autorinnen mich: Man merkt es nicht, wenn man schreien muss. Wie soll man da das Schreien verhindern? Es geht nicht. Sie sagen zudem, dass Zählen ebenfalls eine Vermeidungsstrategie ist: man schiebt Gefühle beiseite. (S. 16)

Man kann keine Änderung des Verhaltens der Kinder einfordern. Es fängt bei mir an! So geben mir die Expertinnen wertvolle Tipps. Das Buch enthält dafür einige Übungen, bei denen ich den Stift zur Hand nehme und überlege, z. B was mich wirklich wütend machen. Und nein, es sind natürlich nicht die Kinder!

Wie soll das gehen: nicht brüllen, wenn doch alles trubelig ist? Die Autorinnen von Mama, nicht schreien! geben Tipps. - Mehr Infos und Rezension auf mamaskind.de
Wie soll das gehen: nicht brüllen, wenn doch alles trubelig ist? Die Autorinnen von Mama, nicht schreien! geben Tipps.

Was kann ich machen, damit es mir besser geht?

Mama, nicht schreien geht in die für mich richtige Richtung: Ursachenforschung. Was bedrückt mich? Ist es der Job, die Familie, der Organisationsstress, der Blog? All das notierte ich für mich und hatte Aha-Erlebnisse. Zuvor habe ich das nicht zu Papier gebracht, obwohl es dennoch sehr erleuchtend ist! Es ist ein Buch zum Mitmachen.

Sehr hilfreich fand ich die Übung “Know your Trigger: Was macht dich wütend?” (S. 26) Das ist eine Ankreuzübung, bei der man verschiedene Situationen beurteilen muss. Z. B., ob es mich wütend macht, wenn mein Kind mich anlügt.

Das ist die Grundlage, um weiter zu forschen. Warum bin ich verärgert? Ein Grund ist die fehlende Befriedigung der Grundbedürfnisse (Hunger, Müdigkeit). – S. 29

Werbung

Aus anderen Augen betrachten

Jeannine und Sandra erklären anhand von wissenschaftlichen Studien und mit Expertenwissen, z. B. von Jesper Juul, Gründe für verschiedene Handlungen. So definieren sie den von Juul geprägten Begriff der Gleichwürdigkeit:

“Alle Familienmitglieder sind gleich viel wert (…).”

Mama, nicht schreien!, S. 32

Sie fragen gezielt: Würde ich in den kritischen Situationen auch so reagieren, wenn es meine Freundin betreffen würde?

Es gibt auch Fallbeispiele im Buch: man kann eine andere Perspektive einnehmen und auch ins Kind horchen: was möchte das Kind bezwecken? Warum sagt es auf einmal Nein? Weil es z. B. schon etliche Male Ja gesagt hat und nun erschöpft ist?

Ich fühle mich unangenehm ertappt und bin an der Stelle gespannt: ja, was mache ich denn nun dagegen? Wie komme ich zu einem gutem Emotionsmanagement?

Rezension: Mama, nicht schreien! Von Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter - Mehr Infos zum Elterngatgeber auf Mamaskind.de
Rezension: Mama, nicht schreien! Von Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter

Zwischenfazit: Mama, nicht schreien!

Ich habe das Gefühl, dass sie Autorinnen wirklich helfen wollen und tatsächlich regen sie an, geben Impulse, wie zu Beginn von „Mama, nicht schreien!“ versprochen. Ich glaube daran, dass ich das hinbekomme, nicht mehr explodiere, sondern ich weiß, dass es mehr Selbstreflektion fordert, keinen Gehorsam, der als Bitte getarnt ist – wie ich das mir manchmal angeeignet habe!

“Räumst du deine Sachen bitte von der Treppe?“ meinte ich eher als „Räume sofort deine Sachen weg!“ – weil es mich störte, dass dort Zeug liegt.

Hier sehe ich nun den Fehler bei mir, nicht bei dem „unordentlichen Kind“, das nie etwas wegräumt. Doch die Herausforderung wird sein, das im Alltag zu wissen, dass nicht das Kind schuld ist, sondern dass die Wut in mir entsteht. Ich will es schaffen, die kleinen Stressoren zu eliminieren, die einfach unnötig sind, damit ich einen klaren Kopf habe, wenn es um die Alltagsdinge geht, die kein Gemeckere verdienen.

Keinen Stress machen & Notfallplan entwickeln

Sehr gut: die beiden Autorinnen gehen darauf ein, was man als Erwachsene und Eltern können sollte: Emotionen nicht immer sofort rausposaunen oder für sich zu behalten: und sagen auch: das muss man nicht sofort können, das kann niemand, wenn er es nicht seit der Kindheit lernte! Es erfordert immerwährende Reflexion und Mut. (S. 46)

Mit C. I. A. haben Jeannine und Sandra einen Notfallplan entwickelt: Cut, Imagine & Act (S. 62). Es geht dabei um das Stoppen, das Vorstellen der Situation und das bewusste Handeln. Sie geben weiterhin Tipps zur Selbstregulierung, wie ich unter Stress zu mir finde, Atem- & Entspannungsübungen und praktische Lösungen.

Kommunikation auf Augenhöhe

Spätestens mit der Familienkonferenz haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht: Mit Kindern erfolgreich kommunizieren. Mama, nicht schreien! geht noch einen Schritt weiter: noch mehr Denkanstöße, die ich für sehr sinnvoll halte. Die Expertinnen geben Tipps, wie sie gelingen kann, die Kommunikation auf Augenhöhe. Was bei uns z. B. Usus ist: Quer durch’s ganze Haus brüllen, um die Kinder zu rufen. Gleichfalls aber fordern, dass sie nicht so schreien. Wie paradox das ist!

Eine weitere hilfreiche Taktik beschreiben die beiden rund um das Dilemma Nein sagen: Das Kind fragt etwas, und bevor es überhaupt zu Ende gesprochen hat, sagt man schon Nein – obwohl es etwas ganz anderes sagen wollte! Uh, ertappt! – S. 87

Werbung

Arten von Beziehungen – wir und die Umwelt

Interessant ist nicht die die Erklärung über die Vorgänge im Gehirn – warum ticken wir, wie wir ticken? – sondern auch die Ursachenforschung.

“Bei kindlichen Wutanfällen gleitest du dann direkt in einen Flucht- oder Kampfmodus und empfindest beinah unerträglichen Stress.“

Mama, nicht schreien!, S. 108

Das sitzt tief! Doch genau dafür und für viele weitere Situationen im Alltag mit Kindern haben Jeannine und Sandra ihren C.I.A. Notfallplan entwickelt.

Weiterhin gehen sie auf die Beziehung zur Umwelt ein. Im Beispiel wird die Kommunikation zwischen Ehepartnern aufgegriffen, die nicht zwingend schieflaufen muss. Mit Reflektion und guter Kommunikation kann man zerstörende Worte abwenden und kollaborativ statt kombativ miteinander sprechen. – S. 164

Mama, nicht schreien! Mit dem Elternratgeber geben die Autorinnen Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter Eltern wertvolle Tipps, Übungen und Notfallhilfe - Mehr Infos und Rezension auf Mamaskind.de
Mama, nicht schreien! Mit dem Elternratgeber geben die Autorinnen Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter Eltern wertvolle Tipps, Übungen und Notfallhilfe

Entelterung & Fazit

Das Kapitel Entelterung ist komplex und wird mit einer Triggerwarnung der Autorinnen versehen. Es geht um alte Wunden, den “Einfluss der Ursprungsfamilie auf unser Verhalten als Erwachsene und die Art und Weise, wie wir Beziehungen gestalten, (…).” S. 173

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich auch mit diesem Abschnitt näher zu befassen. Ich denke, es hat einen sehr großen Einfluss auf unser Handeln als Eltern, den man nicht so einfach ausblenden kann. Ein paar “Energievampire” habe ich aus meinen Leben bereits entfernt, doch das ist nur ein Teil des Ganzen.

Dazu gehört mehr: ich muss mein Verhalten reflektieren, herausfinden, was ich wirklich will, angemessen reagieren und dazu lernen. Das geht nicht von heute auf morgen – doch der Anfang ist getan. Ich lege jedem das Buch ans Herz, der eine Veränderung im eigenen Handeln beginnen möchte. Denn bei dir fängt alles an. Danke an Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter für den großartigen Elternratgeber Mama, nicht schreien!

Über die Autorinnen von Mama, nicht schreien!

Jeannine Mik betreibt den Blog Mini and Me und ist zudem u. a. Kommunikationstrainerin. Sandra Teml-Jetter hat eine eigene Familienberatungspraxis und ist dort u. a. als Einzel- / Paarcoach sowie Familienberaterin tätig.

Mehr Infos über Mama, nicht schreien!

Verlosung: 2 x Mama, nicht schreien!

Du brauchst dringend Tipps, wie du im Alltag mit Kindern bewusster reagieren kann? Hinterlass mir einen netten Kommentar und gewinne mit etwas Glück eins von zwei Exemplaren. Du kannst zusätzlich auch auf Facebook teilnehmen und kommentieren. Ich freue mich über’s Teilen! :)

Ausgelost wird per Los nach dem 07.07.2019. Die Gewinner werden anschließend hier und auf Facebook verkündet.

Edit: Gewonnen haben Sabine Erdbeernest und Jenny La-Re (beide Facebook).

Rezension: Mama, nicht schreien!
4 (80%) 5 vote[s]