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Ich bin ein großer Legofan, wie auch der Rest meiner Familie. Mein Sohn bettelt oft darum, dass wir wieder das “Legoland” besuchen sollen. Da die Kellerbude den Namen aber nicht verdient hat, heißt der Schuppen auch von offizieller Seite nicht Legoland wie im schönen Dänemark, sondern erhält die Erweiterung Discovery Center Berlin. Ein Traum für 5-Jährige, der Alptraum für uns Eltern. Teilweise hat uns der heutige Besuch sehr enttäuscht. Mein Sohn fand den Besuch allerdings toll.

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Ein Testbericht über den Besuch des Legoland Discovery Centers

Legoland Berlin – ein teures Vergnügen

Ich buchte gestern ein Ticket für Mann und Sohn, die heute ins Legoland wollten. Der Preis auf der Website lockt online mit Preisen ab 8,95 € pro Person (statt 18,95 €). Bezahlt habe ich 29,90 € für beide, da sie schon um 10 Uhr rein wollten. Das ist nämlich nach Uhrzeit gestaffelt. Kinderpreise gibt es nicht. Lediglich Kinder bis drei Jahre haben freien Eintritt. Uff. Heute morgen beschloss ich spontan, mit Baby 2.0 mitzukommen. Der Mann entdeckte, dass man mit dem Berliner Familienpass günstiger reinkommt. So zahlte ich für mich nur 10 €, für 2.0 nichts. Macht insgesamt 39,90 € nur für den Eintritt.

Essen im Legoland – Fast Food & Süßigkeiten

Natürlich isst man auch vor Ort etwas, mitgebrachte Speisen sind wie vielerorts auch hier nicht erwünscht. Immerhin gab es Laugenbrezeln für das Baby, guten Kaffee für den Mann, und Kuchen für mich und den Großen sowie ein Zuckerwasser, äh, ein Fruchtsaftgetränk. Dazu gab es freilich noch eine Tüte gemischtes Gummizeug und ein Slush-Eis. Zucker pur. Kaufen konnte man zusätzlich noch Pizza, Hähnchennuggets und Leberwurstbrötchen. Gesundes habe ich leider nicht entdeckt. Wo der Große schon Vorzüge genießt und auch Fast Food essen darf, versuchen wir beim Kleinen noch alles zu retten. Wir versorgten ihn mit einem Obstgläschen.

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Süßigkeiten zum Abwiegen im Legoland Berlin

Viele Enttäuschungen für Eltern und Kinder

Es gab so viele Punkte, bei denen ich mich fragte, wie kann das sein? Warum hemmt man den Spaß beim Autobauen? Wieso begrenzt man den Platz für die tolle Spielecke für Kleinstkinder? Warum gibt es Spieltische für Kleinkindern, über die sie nicht drüberschauen können? Was ist ein 4D-Kino ohne 3D-Brille? Diese und weitere Fragen stelle ich mir nach unserem Besuch im Legoland Berlin.

1. Die Autobaustrecke

Mein Sohn stürmte auf die leere Autobastelecke zu und begann fleißig, ein Rennauto zu bauen. Anfangs saß noch ein Mitarbeiter dort, vermutlich, um Besucher zu ermutigen, mitzubauen. Seit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren wurde die Rennstrecke, auf der man die Autos testen kann, umgebaut. Nun gibt es nur noch steile Strecken. Es geht um Leben und Tod: ist das Auto solide erbaut worden, kommt es unbeschadet die Bahn runter. Ist es das nicht, wie in allen unserer vier Versuche, zerschellt es ganz oder teilweise oder passt erst gar nicht auf die enge Bahn. Ist das Auto zu wackelig gebaut, gerät es abwechselnd an die Begrenzungen, eiert und kommt von der Bahn ab. Was für ein Ärgernis! Da sitzt man lange an dem hübschen Modell und muss es in tausend Teile zerfallen sehen. Mein Sohn verlor immerhin erst nach dem zweiten Auto die Lust. Aktive Hilfeleistung vom sonst sehr netten Lego-Team war nicht vorhanden. Hier könnte man mit ein paar Hinweisen sicherlich ein paar Kinder glücklich machen.

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Tipp: Wieder flachere Teststrecken einbauen!

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Zu steile Teststrecke: Auto kaputt!

2. Der Umzug der großen Steine

Als 1.0 klein war, gab es eine schöne Spielecke mit den großen Legosteinen (ca. 25 cm lang). Ein wenig abgeschottet, aber viel Platz zum Bauen tollster Türme und Burgen. Nun wurde das Areal für diese Steine sehr stark eingeschränkt und vor allem eingeengt. Denn statt auf einer tollen großen Fläche muss man seine Bauwerke nun schlauchförmig neben dem Gang erstellen. Das störte die Kinder nicht, aber vor allem meinen Mann, der sich kreativ austoben wollte. Für ein kleines Haus hat es immerhin gereicht.

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Bauen wird in der engen Spielecke erschwert

3. Lego Duplo für Kleinkinder nicht erreichbar

Ich habe mich so auf die Lego Duplo Muffins gefreut, die ich zum kaufen zu teuer finde, aber gerne ausprobieren wollte. Ich schnappte 2.0, der schon gut Steine aufeinander setzen kann und fand einen erhöhten Spieltisch vor. Daran kann mein 5-Jähriger vielleicht gut stehen, aber nicht mein frischer 1-Jähriger, der nicht über den Tisch gucken kann. Somit konnte ich ihn zwar festhalten (geht natürlich nicht dauerhaft) und setzte ihn schließlich auf den Tisch, was so sicherlich nicht gedacht ist. Stühle gab es nicht in der Nähe. Später holte ich mir die Steine an einen anderen Tisch, was diese mit anderen vermischte (bestimmt auch nicht beabsichtigt). Eine sehr schlecht durchdachte Spielecke. Sehr schade!

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Kleinkinderspielzeug auf erhöhtem Spieltisch – so kommt kein Kind ran!

4. Das 4D-Kino ohne 3D

Wir mussten einfach Pech gehabt haben. Freudig erreichten 1.0 und ich das Kino und saßen ob des frühen Morgens sogar nur zu viert im Kino. Natürlich rannten die Kinder auf die letzte Reihe zu, wo wir leider nichts von dem Regen spürten, der während des Films auf uns herab sprühte. 4D halt. Doch eines fehlte: die 3D-Brillen! Erst nach meiner Nachfrage sagte mir die nette Mitarbeiterin, dass es heute keine Brillen gäbe. Warum auch immer. Somit war der Film nur halb so lustig. Man stelle sich viele Gelegenheiten vor, in denen Gegenstände im Film auf einen zukommen. Mit 3D-Effekt natürlich viel toller. So nur ein durchschnittlicher Kurzfilm um Clutch Powers.

Auch nicht toll: mein Mann ging später erneut mit dem Sohn ins Kino. Normalerweise zeigen die Poster am Eingang, welcher Film als nächstes kommt. Nicht so heute, denn statt des Magiers mussten sie wieder Clutch Powers gegenübertreten – ohne Brillen. Die Poster wurden nicht aktualisiert, sie standen umsonst an der nun langen Schlange an. Dieses Mal war auch der große Sohn enttäuscht.

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4D-Kino ohne 3D-Brillen macht keinen Spaß

5. Attraktion Merlins Zauberschüler geschlossen

Darauf freute sich mein Sohn sehr: Karussell fahren, bei dem man selbst in die Pedale treten muss, um hoch zu fliegen. Leider ist dieses wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Auf der Website fand ich bis zum Buchungszeitpunkt keinen Hinweis darauf. Erst nachträglich klickte ich auf die Attraktion auf der Website und fand einen kleinen Vermerk dazu, als ich direkt auf die Seite dieser Attraktion ging. Macht man als Besucher ja nicht, sondern hofft, dass diese Hinweise auf der Startseite gesammelt erscheinen. Ärgerlich: das große Geschäft war im Legoland-Eingang schwarz verhüllt und konnte nicht genutzt werden. Eine kurze Enttäuschungsphase beim Sohn.

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Wegen Wartungsarbeiten geschlossen – Legoland Merlins Zauberschüler

6. Das Spaß- und Spielset

Irgendwie war ich mir total sicher, dass es sich bei dem Spaß- und Spielset um ein kleines Lego-Set handeln muss. Dieses konnte ich nämlich bei der Ticketbestellung im Internet dazu kaufen und würde es beim Abholen der Tickets im Discovery Center bekommen. Es kostete statt 4 € nur 3 €, könnte also eine Mini-Figur oder ein kleines Bauset, wie in den Lego-Adventskalendern zu finden, sein. Aber nein, es war eine Mini-Rätselsammlung für ältere Kinder. Ich habe für sieben Seiten Rätsel plus Coverseite 3 € bezahlt. Macht 43 Cent pro Rätselseite, die mein Sohn noch nicht einmal angesehen hat. Ich fühle mich richtig verarscht. Beschreibung: “Für Kinder ab 6 Jahren und für Eltern, die beim Lesen und Schreiben gerne helfen.” Gut, ich hätte darauf kommen können, aber im Kontext mit dem Lego Discovery Center, wo es um Lego geht, ging ich natürlich von einem Bauset aus. Echt ärgerlich.

Tipp: Bild auf der Bestellseite anzeigen, um Leute nicht in die Irre zu führen!

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Statt Lego-Set gab es ein Spiele-Heft von Lego, gefüllt mit Rätseln.

7. Ausgeleierte und schmutzige Steine

Der Mann bemängelt, dass die Steine im Erdbebenbereich alle ausgeleiert waren und gar nicht halten konnten. Zur Erklärung: es gibt einen Spielbereich, in dem man Häuser bauen und per Knopfdruck ein Erdbeben simulieren kann. Coole Sache, wenn die Steine richtig funktionieren würden. Auch hier hatte der Sohn trotzdem viel Spaß, wenn auch nur kurz, da die nächste Attraktion lockte.

Viel ärgerlicher und auch eklig finde ich den Verschmutzungsgrad vieler Steine, vor allem im Kleinkindbereich, wo viel in den Mund genommen wird. Das sollte und darf nicht sein! Auch die Mini-Teile, die dort herum liegen, sollten schleunigst entfernt werden. Sicherheit geht vor! Nicht auszudenken, was beim Verschlucken von kleinen Lego-Teilen passieren kann.

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Lebensgefahr und Schmutz im Kleinkindbereich – Legoland Berlin

8. Pech: beim Duplo-Legostein-Automaten

Vorneweg: dafür kann niemand was, wir hatten nur Pech. 1.0 wollte gerne einen Duplo-Stein angeln (1 € pro Spiel). Durfte er und angelte exakt den Stein, den er auch beim letzten Besuch erhielt (blau mit Hund & Katz). Eine zweite Runde musste her und wieder passierte es: er bekam den blauen Stein mit den Tieren. Eine dritte Runde erhielt er durch Zufall, weil jemand nicht zu Ende spielte und was hielt er schließlich in den Händen? Genau, denselben Stein. Nun besaß mein Sohn also vier blaue Duplosteine mit Hund und Katze. Er hat sich richtig geärgert. Das gehört jedoch zum Glückspiel dazu. Ich habe wie eine Stalkerin neben dem Automaten gelautert und es geschafft, zwei Steine mit anderen Leuten zu tauschen. Diese überzeugte ich vorher, dass der Automat toll ist, da man nach dem Fehlversuch trotzdem weiter angeln darf, bis man einen Stein erhält. Sehr tolle Entscheidung!

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Glückspiel: Glück und Leid liegen so nahe beieinander

Fazit

Das klingt alles sehr negativ und die vielen positiven Aspekte wurde hier nicht oder nur kurz erwähnt. Mein großer Sohn hatte riesigen Spaß (und konnte ihn dieses Mal sogar zeigen) und auch der Kleine baute mit Freude Duplo-Kuchen und mit Riesenlegosteinen. Die Ärgernisse sahen nur wir Erwachsenen, auch wenn die steile Autostrecke 1.0 ein wenig ärgerte. Die vielen Kinder an den Bahnen zeigten, dass der Unmut nicht groß oder gar vorhanden sein kann. Sie hatten Spaß!

Und darum geht es bei diesen Indoor-Höllen, denn nichts anderes ist auch das Lego Discovery Center: ein stickiger Indoorspielplatz. Er befindet sich in einemKeller am Potsdamer Platz in Berlin nähe Sony Center, wo das Parken 2,50 € die Stunde kostet. Wir zahlten somit 12,50 € zusätzlich für das Parkticket. Nutzt lieber die öffentlichen Verkehrsmittel!

Also liebe Leute, fahrt euren Kindern zuliebe dorthin, wenn sie Lego lieben (bauen, anschauen, staunen), auch gerne klettern (Klettergerüste, Rutsche, Ninjago Laserstrahlen ausweichen, Schnelligkeitstest Knöpfe drücken…) und etwas erleben wollen: die Drachenbahn! Auch für Erwachsene gibt es etwas zu sehen: Miniaturbauten von Reichstag, U-Bahnen, etc. mit Legofiguren, die teils witzige Sachen veranstalten, tolle Gebäude, große Lego-Figuren wie Indiana Jones, R2-D2, C-3PO usw. Man muss sich nur auf die Enge, viele Menschen und einen leeren Geldbeutel einlassen, das können das sicherlich ein paar tolle Stunden für Legofans sein. Das wird nicht unser letzter Besuch bleiben. Ich hoffe nur, dass an vielen Stellen ausgebessert wird, damit auch für uns Erwachsene der Besuch zum Spaß wird.

P.S. Wenn man hinter dem Miniatur-Land die Treppen erklimmt, muss man nicht durch den Lego-Shop gehen, um das Discovery Center zu verlassen. Ob man damit als Eltern durchkommt, ist allerdings fraglich. ;) Wir wurden weitere 10 € für Ninjagi Airjitzu los – ein ziemlich cooler Luftgleiter, der 1.0 ein wenig Action verspricht. Ich habe es geschafft, kein Duplo-Kuchen-Set zu kaufen. Das ist doch ein guter Abschluss.

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Schnelligkeitstest mit Lego Ninjago