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Die Zeiten, in denen Kinder mit DER Puppe oder DEM Auto spielten sind vorbei. Die Kinderzimmer quellen heute über. Spielzeug ist billiger geworden und durch die höhere Lebenserwartung gibt es auch immer mehr Schenkende. Irgendwann ist das Kinderzimmer aber voll. Wer nicht eine Zweitwohnung nur zur Lagerung der Spielsachen anmieten möchte, muss sich irgendwann von einigen Dingen trennen. Wir praktizieren das seit einigen Jahren und haben dabei viele Erfahrungen gesammelt, die ich an euch weitergeben möchte.

Ausmisten: Was kann denn weg?

Zunächst mal muss Inventur gemacht werden, um alles Verkaufenswerte zu finden. Bei jedem nicht mehr genutzten Teil solltet ihr euch fragen: “Würde ich das (unabhängig davon, ob ich es brauche oder nicht) in dieser Qualität gebraucht kaufen?” Lautet die ehrliche(!) Antwort nein, dann ab damit in den Müll, auch wenn es wehtut. Wenn es zu sehr wehtut, kann das Spielzeug vielleicht auch ein halbes Jahr in den Keller. Spielzeuge, die lange außer Sicht waren, sind oft wieder interessant. Wenn die Kinder alt genug sind, um zu verstehen, dass “verkauft” dann auch “für immer weg” bedeutet, können sie in den Prozess mit einbezogen werden. Meist gibt es erstaunlich viel Spielzeug, von dem sich die Kinder ohne mit der Wimper zu zucken trennen können. Die Kinder werden dann natürlich am Verkaufserlös beteiligt.

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Tipps zum Verkaufen auf dem Flohmarkt

Wo kann ich was verkaufen?

Alles mit einem gewissen Verkaufswert kann noch mal aufgeteilt werden:

  • Kleinere Elektronik (Videospiel, Fotoapparat etc.) gehen gut über eBay-Auktionen weg.
  • Möbel und größere Geräte (Drucker, Tische, Stühle, Wickeltisch) verkaufen sich besser auf eBay Kleinanzeigen
  • Spielzeug, Bücher und Babyzubehör sind ideal für den Kita-Flohmarkt
  • Für Sammlerstücke und antikes Zeug kann man auch mal beim Antiquitätenhändler anfragen

Manche Sachen lassen sich erfahrungsgemäß nur noch sehr schwer weiterverkaufen. Dazu zählen Kinderkleidung aller Art und Plüschtiere. Kleidung geht in geringen Mengen und zum Mindestpreis beim Flohmarkt. Besser ist es, sie einem kleineren Kind in der Verwandtschaft weiterzugeben. Ist ein solches nicht zur Hand, freuen sich Sozialkaufhäuser und ähnliche Einrichtungen immer über eine Spende.

Preisgestaltung

Die Höhe des Verkaufspreises hängt von einigen Faktoren ab. Der richtige Marktplatz (siehe oben) garantiert Käufer, die um den Wert der Waren wissen und einen gewissen Preis erwarten. Der Zustand der Ware ist natürlich auch entscheidend. Hat man Platz und Geduld, kann man die Preise etwas höher ansetzen. Will man das Zeug loswerden, helfen niedrige Preise ganz enorm. Klar ist: reich werden kann man mit dem Verkauf gebrauchter Sachen nicht, auch wenn das Sendungen im Fernsehen anders darstellen. Als Richtwert kann man für Spielzeug und Bücher ca. 10 % bis 25 % des Einkaufwertes annehmen, für wertvollere Sachen können es auch schonmal bis 50 % sein. Neben dem Verkaufspreis sollte man auch immer einen Mindestpreis im Hinterkopf haben, falls jemand handeln möchte. Ich persönlich setze die Preise immer sehr niedrig an, weil mir der zusätzliche Platz zu Hause viel mehr wert ist, als den Höchstpreis zu erzielen. Zocker sind hier vielleicht anderer Meinung.

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Der Kita-Trödelmarkt

Wir haben jetzt zum dritten Mal beim Trödelmarkt unserer Kita mitgemacht und sind mittlerweile wirklich erfolgreich. Es gibt aber einiges zu beachten. Wer auf einem Trödelmarkt verkaufen will, der sei früh anwesend. Das garantiert einen guten Platz. Ganz vorn ist nicht so gut, da sind die Leute noch geizig. Und in der hintersten Ecke sieht einen keiner. Das Auto sollte auch gut geparkt sein, damit man die schweren Sachen nicht so weit schleppen muss. Wer solche Aktionen öfter plant, lebt mit einer Sackkarre und Umzugskisten sehr komfortabel. Als Verkaufstisch eignen sich Campingtische oder Tapeziertische. Eine Decke auf dem Boden tut es zur Not auch, wirkt aber unprofessionell. Für Kleidung eignen sich Wäschetrockner oder Leinen, die zwischen Bäumen aufgespannt werden. Weitere nützliche Utensilien sind Stift und Zettel (zum Buchführen), sowie ein Permanent Marker und Post-It-Zettel zum Preisschildchen basteln.

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Lego und anderes kleinteiliges Spielzeug sollte komplett sein

Sachen, die auf dem Flohmarkt verkauft werden sollen, müssen eine halbwegs vernünftige Qualität haben. Bücher sollten nicht vergilbt, Spielzeug nicht defekt oder zerkratzt, Kleidung nicht verschlissen sein. Brettspiele, Puzzles, Lego und ähnlich kleinteiliges Zeug sollte komplett vorhanden sein und in der Originalverpackung lagern. Eine Bedienungsanleitung muss, wenn existent, mit dabei sein. Spielzeug, das mal Beilage eines Fast-Food-Menüs war, ist wertlos. Ebenso Werbegeschenke und Krempel aus gewissen Discountläden. Hygieneprodukte verbieten sich von selbst. Dagegen gehen Kinderwagen, Laufgitter, Kinderfahrräder und großes Sandspielzeug ganz hervorragend.

Das ganze Verkaufsgut muss dann ordentlich auf und um den Tisch drapiert werden. Eine Tischdecke schafft ein bisschen Stil. Eine Kramkiste mit Matchboxautos vor dem Tisch zieht kleine Jungs (und witzigerweise ältere Herren) magisch an. Eine Kiste mit Krempel zum kostenlos Mitnehmen ist ein nettes Goodie. Auf dem Tisch mischt man die guten und die weniger guten Sachen bunt durcheinander. So müssen die Kunden ein bisschen suchen und nehmen das ganze Angebot wahr. Für Sachen, die eh zum Mindestpreis weggehen, lohnt ein Preisschildchen, da hier der Preis das Hauptkaufargument ist. Die wertvolleren Sachen haben kein Preisschild, denn diese werden dynamisch eingepreist. Leute, die aussehen, als würden sie auf dem Trödelmarkt ihre Wohnungseinrichtung zusammenstellen müssen, bekommen den Mindestpreis. Die erfolgreiche Hipstermutti darf mehr bezahlen. Wir sind ja nicht bei der Heilsarmee.

Das wichtigste Hilfsmittel zum Verkaufen ist aber das eigene Gesicht. Nach meiner Beobachtung gehen die Leute an Ständen eher achtlos vorbei, wenn der Verkäufer mit grießgrämiger Miene dahintersteht oder gar sitzt und auf seinem Handy spielt. Wer direkt am Tisch steht, die Leute freundlich anlächelt, Kontakt aufnimmt (wenn gewünscht, Marktschreier sind auch unangenehm) und ganz allgemein gesagt scheißend freundlich ist, verkauft wesentlich besser. Service sollte auch groß geschrieben werden. Eine ordentliche Menge Wechselgeld in der Tasche ist Pflicht. Handeln macht eigentlich Spaß, aber wenn der Kunde unter den Mindestpreis will, sollte man sich überlegen, ob man unter allen Umständen verkaufen will. Wenn sich die Leute für einen Artikel interessieren, aber zögern, darf man auch gerne mal dessen Vorzüge anpreisen. Aber nicht übertreiben! Wir haben mal einer ängstlichen Mutter unsere Telefonnummer mitgegeben, weil sie nicht wußte, ob sie das Laufgitter allein zusammengebaut bekommt. Selbiges habe ich ihr dann selbstverständlich noch zum Auto getragen, man ist ja Gentleman. Manche Käufer wollen sich Ware zurücklegen lassen. Das geht natürlich, aber man sollte einen Zeitraum vereinbaren, denn wenn sie nicht kaufen, sagen die Leute einem das nicht und dann bleibt man auf der zurückgelegten Ware sitzen. Zu Rückgabe oder Umtausch ist man bei Privatverkäufen nicht verpflichtet. In solchen Situationen lässt sich aber meist ein guter Kompromiss finden.

Wer selbst über den Flohmarkt gehen will, der mache das am besten ganz früh. Da sind die guten Sachen noch da und ganz nebenbei kann man sich so einen Überblick über die Preise verschaffen. Der eigene Stand ist in dieser Zeit jedoch auch gut besucht, allzu lange sollte man also nicht wegbleiben.

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Zum Schluss noch ein kleiner Psychotrick: Ladies, wenn ihr einen halbwegs vorzeigbaren und sozial kompetenten Mann habt, stellt ihn an den Verkaufstisch. Zaubert ihm ein Lächeln aufs Gesicht, sprecht die Preise ab und überlasst dem Gatten den Verkauf. Wenn er sich dabei ein bisschen dilettantisch anstellt, umso besser. Da der Großteil der Käufer auf Kita-Flohmärkten weiblich ist, greift dann nämlich der Mutterinstinkt (vielleicht haben sie auch einfach Mitleid). Das erhöht nochmal die Chancen auf einen Verkauf.

Fazit

Wie ihr schon aus Sarahs Beiträgen gelernt habt, ist Minimalismus in der Familie eine tolle Sache. Aber nicht alles muss gleich in den Mülleimer wandern. Wenn man es richtig anstellt, kann man schon noch den einen oder anderen Euro damit verdienen. Ich wünsche Euch dabei jedenfalls viel Spaß! Und nachdem ich hier mein Wissen weitergegeben habe, würde ich mich natürlich auch über Kommentare mit euren besten Tricks freuen.

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