Ein kritischer Blick der Erzieherin reichte aus, um mir zu zeigen, dass da etwas nicht richtig läuft. Überhaupt haben auch wir den Eindruck, dass es beim 3-Jährigen gerade wieder eine aufregende Phase gibt: schreien (sind es die Ohren?), kneifen, beißen, kratzen. Es will auf sich aufmerksam machen. Warum haben wir das so spät gesehen?

Aber wir haben es erkannt und schreiten nun ein. Sascha und ich überlegten, was fehlen könnte und wir vermuten beide: direkte Aufmerksamkeit. Da hilft nur eins: Weg mit dem Tablet!

Kita, Tablet, Abendbrot

Obwohl ich ihn nach der Kita früher als sonst abhole, ist die gemeinsame Zeit bis zum Abendbrot kurz. Wir essen immer um 18 Uhr, damit alle zeitig im Bett liegen und wir das Vorlesen und Kuscheln starten können. Seit der Mittagsschlaf in der Kita wegfällt, ist dieser Rhythmus noch wichtiger geworden.

Schon in der Kita fragte er nach dem Tablet, was ich großzügig erlaubte. Die Kinder hatten bisher unter der Woche eine halbe bzw. Dreiviertelstunde, um kindgerechte Apps und Serien zu schauen. Das Kindle Fire Kids (Werbelink) steuert auch super die Zeit und sagt: nö, nun ist Schluss für dich!

Allerdings schlossen sich die Jungs zusammen und zelebrierten erst die eine, dann die andere Screentime. Viel zu viel für ein Kleinkind. Das Ergebnis war, dass wir kaum Zeit hatten, gemeinsam etwas zu machen. Kein Wunder also, dass die Aufmerksamkeit fehlte.

Das Tablet war immer wichtiger als meine Fragen nach gemeinsamen Basteln, Malen, Spielen. Erst nach dem Ende kam der 3-Jährige auf mich zu. Ein Verhalten, dass sich nicht gut anfühlt.

Beim Großen war das ähnlich: nach der Schule nach Hause kommen, Tasche ausräumen, etwas essen und zocken. Das finde ich gut und wichtig, aber nicht, wenn das gemeinsame Miteinander darunter leidet. Zum Abschotten haben sie in der Pubertät noch genügend Zeit. ;)

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Am frühen Morgen Tablet schauen – höchstens am Wochenende

Werktags: Kein digitale Medien für Kinder & Eltern

Da wir die Entscheidungen in der Familie treffen – wie in Familienkonferenz vorgeschlagen – legten wir unser Problem auf den Tisch:

Wir möchten in der Woche aktiv mehr Zeit mit den Kindern verbringen.

Unser Vorschlag: unter der Woche wird das Tablet für Serien und Apps nicht mehr genutzt. Spotify dürfen sie weiterhin zum Hören von Hörspielen nutzen. Es gab Einwände vom 8-Jährigen, der das im Gegensatz zu seinem Bruder sofort erfasste: keine Konsolenspiele mehr, kein Minecraft, kein Tablet.

Hausaufgaben am Computer und das Schreiben von E-Mails sind unter der Woche weiterhin für das Schulkind erlaubt.

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Dennoch stimmte er zu, als wir argumentierten, dass wir durch den Wegfall auch mehr Zeit für Badminton und Gesellschaftsspiele haben. Das fehlte ihm nämlich auch, da wir dafür keine Zeit hatten! Win-Win für alle, könnte man zu Beginn des Experiments festhalten. Denn nichts anderes sind diese, wenn auch gemeinsamen, Entscheidungen: Experimente.

Was für die Kinder gilt, gilt natürlich auch für uns Eltern. Ich schreibe keine E-Mails mehr, wenn die Kinder wach sind. Twitter & Co. fallen ebenso weg. Wie gut, dass ich die meisten Apps schon vom Telefon schmiss: Digitaler Minimalismus.

Mein Sohn hört im Bett lange Hörbücher und wir gehen dann unseren Hobbys nach. Aber erst. wenn die Kinder schlafen.

Wochenende: Gemeinschaftliches Zocken, Apps & Filme

Am Wochenende, das bei uns freitags nach der Kita startet, halten wir wie gewohnt an den Zeiten fest. Das Kleinkind darf eine halbe Stunde auf dem Tablet Serien schauen (Die Maus oder sein geliebtes Peppa Wutz) und der Große hat eine Stunde Zeit mit den digitalen Medien.

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Zusätzlich schauen wir gemeinsam auch einen Film oder spielen ein paar Runden Mario Kart auf der Nintendo Switch.

Mehr Aufmerksamkeit für Kinder

Der erste Tag lief tatsächlich wie im Bilderbuch. Der Große setzte zwar an „Mama darf ich…“ hörte dann aber sofort auf und meinte nur, dass sein Bruder sicher nach dem Tablet fragen wird.

Das tat der Kleine tatsächlich, ließ sich aber mit dem Kindersport (und Exklusivzeit mit Papa) ablenken. Erst abends kam sein Ärger darüber erneut zum Vorschein. Und ich? Ich hielt mich auch ganz gut. Das ist auch ein gutes Training für mich.

Zwischenfazit nach drei Tagen

Nach nun drei Tagen läuft das Familienleben bisher viel entspannter als sonst unter der Woche. Mehr Zeit für die Kinder, mehr Zeit zum Spielen, kein Stress weil die Tablet-Zeit schon wieder vorbei ist. Allerdings stellte mein großer Sohn die richtige Frage:

„Warum dürft ihr abends noch Computer spielen und ich nicht?“ – Sohn 1.0

Da ist etwas dran. Und weil unser Ziel nicht das Eliminieren der digitalen Medien ist, sondern Familienzeit, werden wir mit dem Großen besprechen, wie er es fände, abends noch eine Runde im Bett zu spielen. Er wird vermutlich ja sagen. ;) Doch das Wort „erlauben“ passt hier nicht, da es eine gemeinsame Entscheidung war, kein Verbot von uns.

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Medienzeit für Kinder: Weg mit dem Tablet unter der Woche!