Mit dem Thema Minimalismus und Ausmisten beschäftige ich mich schon einige Monate. Doch bei meinem eigenen Konsumverhalten ist der Minimalismus-Gedanke noch nicht angekommen. Vor allem, wenn es um technische Anschaffungen geht, setzt mein Gehirn aus und der Kaufen-Drück-Finger ein. Ich schrieb darüber im Beitrag Minimalismus in Familie und Einkäufe. Wir wollen sparen und ich möchte mein Einkaufsverhalten überdenken und das, was ich meinem Sohn vorbete selbst durchsetzen. Mein Versuch startet heute.

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Ich will sparen! – Spending Freeze

Ich gebe zu viel Geld aus

Ein neues eBook hier, ein neuer Nagellack da und die neue Kamera brauche ich auch unbedingt! Ach ja, die Kinder brauchen unbedingt noch Hosen und neue T-Shirts können auch nicht schaden. Zack, bei drei verschiedenen Online-Shops Kleidung bestellt, die Kleiderschränke gefüllt und das Konto geleert. Ich shoppe zu viele Sachen zwischendurch, die ich gar nicht so dringend brauche. Ein klarer Riss zwischen dem von mir geliebten Minimalismus-Gedanken und der Wirklichkeit. Bei den Kindern bin ich knallhart: im Kinderzimmer wird ausgemistet. Das habe ich mit meinen Sachen zwar auch gemacht, nur kommen bei mir viel mehr neue Dinge hinzu als bei den Kindern. Unser Sohn bekam zum 6. Geburtstag die letzten größeren Geschenke. Am Monatsende dann stets die Ernüchterung: wo ist das Geld hin? Ich versuchte mein Einkaufsverhalten mit einer App (Just Spent) zu tracken, doch irgendwann vergaß ich es, jede Ausgabe dort einzutragen. Generell führe ich ein Google Sheet, das unsere Eingänge und Abgänge verzeichnet – auf sämtlichen Giro-Konten und Visa-Karten. Erschreckend, wie viele Einträge dort mittlerweile zu verzeichnen sind.

Spending Freeze – ich will sparen

Zugegeben sind es meine Sachen, die Löcher in unsere gemeinsame Hauskaltskasse treiben. Aber den Computer habe ich ich mir schon lange gewünscht! Und eine Kamera brauche ich dort für den Blog, denn iPhone-Bilder werden nicht gut. Alles Ausreden und Jammern auf sehr hohem Niveau. „Ich gehe arbeiten, da kann ich mir doch etwas gönnen!“ redete ich mir manchmal ein. Doch nun bin ich technisch gut ausgestattet, mein Buchstapel ist noch gefüllt und Nagellacke habe ich eh schon genug. Der Horror meiner Geldbörse: schnell mal bei Amazon bestellen und noch einen Artikel meiner Wunschliste dazu legen. Ich mag anscheinend das Selbstbelohnungssystem. Die Postboten sah ich manchmal mehrmals die Woche, was aber auch an den schlechten Versandhandling von Amazon liegt: Artikel werden in verschiedenen Paketen versendet, der ökologische Fußabdruck lässt grüßen. Ich weiß, gut ist das für die Umwelt nicht. Doch offline Shoppen kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte mich mehr mit den Dingen zufrieden geben, die ich habe. Nicht umsonst habe ich so viel ausgemistet!

Maßnahmen zum Sparen

Da ich meist nur einmal pro Woche mit den Öffentlichen fahre, lohnt sich das 63 € teure Monatsticket nicht. Dieses habe ich gekündigt. Ebenso zwei Zeitschriftenabos. Ich lasse mir nur noch die Website Boosting (SEO-Zeitschrift) alle zwei Monate liefern und selbst diese Zeitschrift schaffe ich nicht so schnell zu lesen, wie ich gerne möchte. Zu den letzten Anschaffungen gehörte unter anderem ein Wassersprudler, damit das lästige Einkaufen von Wasser in Plastikflaschen wegfällt. Wasser aus der Leitung soll eh gesünder sein, sagt eine befreundete Geologin.

Doch ich muss selbst den Riegel vorschieben, möchte sparen und Regeln definieren:

  • Wunschlisten ignorieren…
  • Vorräte in Küche & Bad aufbrauchen
  • Vorhandene Bücher lesen & Spiele spielen
  • Kein Wasser kaufen
  • Keine Experimente mit Pflegeprodukten (die ich eh nicht nutze)
  • Hobbys eine Zeit lang machen, dann erst Ausstattung kaufen
  • Essen bestellen als Besonderheit, nicht aus Faulheit

Ausblick und Planung

Mein Einkaufsverhalten soll dahingehen, dass ich mir Dinge wieder wünsche, nicht sie sofort in den Einkaufskorb packe. Eben so, wie ich es auch bei meinem Sohn fordere. Erst über Dinge nachdenken, bevor man sie kauft und darüber nachdenken: brauche ich das?

P. S. Bei meinem vermeintlich neuem Hobby, joggen gehen, hat das schon mal nicht geklappt. Das Outfit bestellte ich nach dem ersten 20 min Lauf. Ich gelobe mir selbst Besserung.

Minimalismus, ausmisten & sparen

 

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