Was wir alles versuchten: Wir testeten einen Baby-Schwimmkurs, brachen ihn wieder ab, versuchten, unserem Sohn selbst schwimmen beizubringen, gaben auch das wieder auf und landeten schließlich in einer Schwimmschule. Der Weg dorthin war lang und grübelnd.

Babyschwimmen – einmal und nie wieder

Den ersten Schwimmkurs machte ich mit meinem ersten Sohn 2010 als er ein Baby war. Babyschwimmen nannte sich das und sollte den Kindern helfen, sich ans Wasser zu gewöhnen. Manche Babys sollen sogar unter Wasser tauchen können.

Den Kurs machte ich auch, um ein wenig aus der Einsamkeit der Elternzeit rauszukommen. Meine Kommilitonen studierten alle weiter, mir war langweilig und ich meldete Sohn 1.0 für den Baby-Schwimmkurs an. 

Nach dem ersten Mal schmiss ich den Kurs. Die Kursleiterin kippte Wasser über sein kleines Köpfchen und er verschluckte sich furchtbar. 

„Dein Sohn ist noch nicht bereit zum Tauchen.“

Sagte die Kursleiterin und ließ mich entsetzt zurück.

So ganz ungefährlich ist Babyschwimmen und vor allem Tauchen von Babys gar nicht. Nicht bei jedem Kind soll der Tauchreflex noch vorhanden sein. Und mal ehrlich, wer will schon von jemand anderem absichtlich untergetaucht werden? Ich fand das selbst als Kind im Spiel doof.

Meine anderen Kinder meldete ich gar nicht erst zum Babyschwimmen an. Und überhaupt wollte ich meinem Sohn später selbst das Schwimmen beibringen. Ich habe es schließlich auch an einem heißen Sommer im Baggerloch gelernt, als ich sechs Jahre alt war. Wie schwer kann das schon sein?

Soll ich meinem Kind schwimmen selbst beibringen oder einen Schwimmkurs buchen? | Meine Söhne lernen im Schwimmkurs für Kinder schwimmen. Ich hab es nicht geschafft, ihnen schwimmen beizubringen. | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Soll ich meinem Kind schwimmen selbst beibringen oder einen Schwimmkurs buchen?

Kindern selbst schwimmen beibringen

Wie schwer kann das schon sein, dachte ich in meiner noch immer vorhandenen Naivität. Dann düst der Papa eben ab und zu mal mit dem Großen ins Schwimmbad. Später fahren wir mit ihm und dem frischgeborenen Baby zusammen, planschen lustig im Wasser und zeigen ihm die Schwimmbewegungen. Easy!

Hauptsache, sich über Wasser halten können, überlegte ich. Dass man selbst vermeintliche einfache Dinge wie Schwimmen Kindern falsch beibringen kann, bedachte ich nicht. Das sieht Jette (Blog: Supermom) anders. Sie ist Schwimmprofi und schätzt eigene Trainingsversuche sogar als gefährlich ein:

Und tatsächlich fühle ich mich im Wasser manchmal so, wie sie es sehr anschaulich beschreibt. Richtig kraulen lernte ich nie. Dass ich als Kind Paukenröhrchen bekam und selbst im Schul-Schwimmkurs nicht tauchen durfte, half nicht beim Perfektionieren meiner Schwimmtechnik.


Wie mein Sohn nicht schwimmen lernte

Natürlich kam es, wie es kommen musste: Mein Sohn wollte gerne ins Schwimmbad, doch ich konnte mir das nicht vorstellen. Mit Sack und Pack an einem Wochenende ins überfüllte Schwimmbad gehen? Das Baby mitnehmen? Och, wie anstrengend!

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Dann müssen wir auch noch 15 € für die Familienkarte bezahlen und das lohnt sich doch alles gar nicht. Nach ein paar Malen gaben wir es auf, dem Sohn selbst schwimmen beibringen zu wollen.

Dafür gingen wir zu selten ins Schwimmbad. Zu viele Termine standen am Wochenende an. Regelmäßig ins kühle Nass schafften wir es nie. Das ist keine gute Basis zum Schwimmen lernen.

Schwimmkurs mit Freund buchen

Die nächste Ernüchterung kam: So einfach war das mit dem Schwimmkurs für Kinder dann doch nicht. Entweder waren die Kurse ausgebucht oder aber für seine Altersklasse wurde der Kurs (vor dem Seepferdchen) nicht im Schwimmbad in der Nähe angeboten.

Ich war aber auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und musste auch noch ein Baby mitschleppen. Welch ein Stress, doch schwimmen lernen sollte mein Sohn schon vor der Schule. Und er startete „erst“ mit fünf Jahren.

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Wir fanden eine Schwimmschule mit kinderfreundlichem Konzept, die sogar fußnah Kurse für Kinder anbot und meldeten uns dort an – zusammen mit einem Kita-Freund. So hatten sie keine Angst vor dem ersten Kurs ohne Eltern in der Nähe. Wir warteten nach ein paar Terminen mit Anwesenheit nämlich draußen – entspannt beim Kaffee.

Beide machten sogar noch den Folgekurs. Mein Sohn lernte in dem von mir gewählten Kurs (oho!) tatsächlich schwimmen und ist nun stolzer Träger des Seepferdchens.

Nach dem Umzug in unser Haus entschied er sich sogar für den dritten Folgekurs, in der Hoffnung, auch das Bronze-Abzeichen zu machen. Mein Sohn macht Sport, hat Spaß und lernt etwas. Schlimm kann die Schwimmschule nicht sein. Ich liebe sie. Und das tut nun auch Sohn 2.0.

Schwimmen für Kinder: Kurs oder selbst beibringen? | Soll ich meinen Kindern wirklich den teuren Schwimmkurs buchen oder kann ich ihnen selbst schwimmen beibringen? Ich habe es nicht geschafft. | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Schwimmen für Kinder: Kurs oder selbst beibringen?

Wettbewerb unter den Schwimmschulen

Übrigens gibt es auch unter Schwimmschulen starke Konkurrenz, die ich am eigenen Körper zu spüren bekam. Dabei leite ich gar keine. Als ich einer anderen Schwimmschule absagte, bekam ich eine bitterböse E-Mail von der Leiterin zurück, dass meine Wahl auf eine Schule fällt, deren Trainer nicht lizensiert wären, die nur wenige Ausbildungsstunden erfuhren, wo viel mehr Kinder gleichzeitig (sechs statt drei) im Wasser sind.

Obwohl es nicht um meinen Blog ging (der stand nur in meiner E-Mail-Signatur) meinte die Leiterin noch, dass ich als Bloggerin ja objektiv sein müsste. Mich wurmt dieser E-Mail-Kontakt immer noch.

Sohn 1.0 in seinem Schwimmkurs vor einigen Jahren - er lernte dort schwimmen! | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Sohn 1.0 in seinem Schwimmkurs vor einigen Jahren – er lernte dort schwimmen!

Schwimmkurs für 4-Jährigen

Erst zu Weihnachten wird Sohn 2.0 4,5 Jahre alt, das Einstiegsalter für den Schwimmkurs ohne Eltern. Dennoch darf er mit seinem Alter von vier Jahren und zwei Monaten teilnehmen und ist damit der Zarteste von allen. 

Er traut sich noch nicht alles und hat auch noch Schwierigkeiten, alle Übungen zu machen. Z. B. kann er sich noch nicht auf die Schwimmmatte aus dem Wasser ziehen. Doch er ist das Kind, das am breitesten lächelt, wenn es durch das Wasser paddelt. Alles andere wird noch kommen.

Sohn 2.0 hatte keine Trennungsangst (die ich befürchtete), immerhin kannte er keinen, war vor kurzem erst hergezogen und allein ohne Eltern ging bisher nichts. Er wollte schwimmen lernen – von selbst. Und das ist der Knackpunkt. 

Wir können unseren Kindern keine wöchentlichen Schwimmbadbesuche ermöglichen. Dafür ist zu viel Wusel in unserem Alltag mit drei Kindern. Der Kurs ist auch eher teuer – verglichen mit dem Kurs der Berliner Bäder und dennoch wählten wir wieder diesen Weg für unseren Sohn.

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Tretboot ausleihen – beruhigender mit schwimmfähigen Kindern

Deswegen lernen meine Kinder früh schwimmen

In drei Jahren wird dort vermutlich Püppiline schwimmen lernen. Dann haben wir am Strand eine kleine Sorge weniger.

In unserem Hamburg-Urlaub mit den Kindern hatten wir einen großen Schreck-Moment, als wir alle vermeintlich die Container-Schiffe an der Elbchaussee ansahen und nicht mitbekamen, wie Sohn 2.0 lautlos im Wasser kämpfte. Er war ausgerutscht.

Wir standen alle am Strand, nicht im tiefen Wasser. Hätte der Große nicht einen Lachanfall bekommen, weil es so komisch aussah, wäre der Schreck vielleicht noch größer geworden. Kinder ertrinken lautlos. Ich werde das niemals vergessen. Wir sind mit großem Glück davongekommen. Wir standen genau daneben! 

Aus diesem Grund lernen meine Kinder so früh wie möglich schwimmen. Das Schul-Schwimmen finde ich als Zeitpunkt viel zu spät. 8-Jährige sollten schwimmen und damit coole Erfahrungen machen können.

Wie stolz sie sind, wenn sie vom Turm springen, um die Wette tauchen und schwimmen! Wenn sie das erste Mal den Freunden und deren Eltern ins Schwimmbad gehen dürfen. Das ginge nicht, wenn er nicht schwimmen könnte. Schwimmen können ist wichtig.

Und wie macht ihr das? Wie lernen eure Kinder schwimmen? :)