Seit über einer Woche arbeite ich wieder und mein Mann gewöhnt in dieser Zeit unsere Tochter ein. Er ist noch in Elternzeit und kann diese nicht so genießen wie ich es damals konnte. Unser Kleinkind ist ein Wirbelwind geworden. Doch eins ist ganz witzig: unsere nun vertauschten Rollen: Er ist zu Hause, ich arbeite. Ich hatte einige Aha-Erlebnisse!

Elternzeit & Wiedereinstieg

Über 12 Monate war ich zu Hause. Erst im Mutterschutz, dann in Elternzeit. Ich kümmerte mich meist um die Haushalt, holte die beiden großen Kinder ab, bloggte, arbeitete und schmiss den Laden. Es war anstrengend, aber es lief irgendwie. Schwierig wurde es, wenn mein Mann länger arbeitete und abends nicht zum Fertigmachen der Kinder zu Hause war. Teilweise war dies mit Unverständnis von meiner Seite verbunden.

Immerhin kümmerte ich mich den ganzen Tag um alles, während mein Mann „nur“ arbeiten musste! Ich habe derweil Tränen getrocknet, das Essen besorgt, Kinder umher organisiert und Strafzettel bezahlt. Und dann muss mein Mann auch noch arbeiten, während ich mich nach meiner Freizeit sehne? Voll fies! Oder nicht?

Unser Baby-Mädchen klettert mit 12 Monaten überall rauf. So ein Wirbelwind! | Mehr Infos gibt es auf Mamaskind.de

Unser Baby-Mädchen klettert mit 12 Monaten überall rauf. So ein Wirbelwind!

Rollentausch: Mann zu Hause, Frau arbeitet

Nun haben wir die Rollen getauscht. Mein Mann ist zu Hause, arbeitet zwar nicht nebenbei, hat aber dennoch kaum Zeit für sich, wenn das Baby mal schläft. Unsere Püppiline ist ein kleiner Wirbelwind geworden, der nicht müde wird, Schränke auszuräumen und überall Chaos zu hinterlassen oder auf Hocker zu krabbeln, von denen sie gerettet werden muss.

Es ist deutlich anstrengender, sich um das kleinste Kind zu kümmern, als es in den ersten Monaten für mich war, da sie sehr zufrieden war. Das ist sie noch, nur wird uns mulmig zumute, wenn sie glücklich von der obersten Stufe des Hockers grinst. Und dann daneben tritt. Und dann fällt.

Elternzeit ist kein Urlaub!

Man merkt, dass ich im Moment nicht am Haushalt beteiligt bin. Sascha hat dafür kaum Zeit, weil er ständig irgendwelche Kinder zur Kita / Schule bringt und abholt. Zugleich findet die Eingewöhnung unserer Tochter statt, die nochmal andere Abhol- und Bringzeiten als die Jungs hat. Bei drei Kindern kommen viele Wege zusammen, da die Einrichtungen auch nicht gleich um die Ecke sind.

Rollentausch: Mein Mann ist in Elternzeit, ich zelebriere meinen Wiedereinstieg. Endlich bekommen wir den Blick auf die Situation des anderen. | Mehr Infos auf Mamaskind.de

Rollentausch: Mein Mann ist in Elternzeit, ich zelebriere meinen Wiedereinstieg.

Wertschätzung im Alltag

Wir lernen beide kennen, wie es annähernd ist, in der Haut des anderen zu stecken. Annähernd weil ich nicht Vollzeit arbeite und den ganzen Kinderbringservice übernehme, wie es Sascha sonst tut. Das macht er zum Glück weiterhin in seiner Elternzeit. Er hält mir den Rücken frei, wenn ich im Home-Office arbeite und Kinder zu Hause sind.

Und ich merke, wie unterbrechend es sein kann, wenn sich doch mal ein Kind zu meinem Schreibtisch schleicht und mich mit Muffins aus Holz füttern will. Das war mir vorher nie bewusst, dass es tatsächlich stört, wenn ein Kind fröhlich neben dir spielt, während man arbeiten muss. Aha!

Ich verspreche mir daher nach unserem „Rollentausch“ mehr Wertschätzung und Verständnis für den anderen. Das wird auch von meiner Seite dringend nötig sein, denn mein Mann wird wohl wieder Late Night Meetings haben, wie es in seiner Firma so schön heißt. Eine Herausforderung für die Work-Life-Balance.

Die Wohnungsliste

Was mich sehr freut: die Wohnung wird fertiger! Und das nach zwei Jahren nach Umzug. Wir haben eine Todo-Liste in der alle offenen Aufgaben rund um die Wohnung enthalten sind. Eine Liste, die im Alltag nur selten abgearbeitet wird. Denn Trubel haben wir mit drei Kindern genügend. :)

Werbung

Doch jetzt kommen plötzlich Bilder an die Wand, die Küchenteile erhält eine Abschlussleiste, neue Kommoden fürs Kinderzimmer und ein selbstgebautes Regal für den Keller. Es wird langsam wohnlich, obwohl wir gerade nach einem Haus in Berlin suchen. Das kann sich allerdings noch hinziehen.

Nur noch ein paar Wochen, dann geht der Alltag für uns wieder richtig los. Mit längeren Arbeitszeiten und wieder anders verteilten Aufgaben. Eigentlich war die gemeinsame Elternzeit auch ganz schön. Zum Glück liebe ich meinen Job, das hilft sehr, mich auch auf den Wiedereinstieg zu freuen.

Mit Erwachsenen über Fachliches reden ist auch toll!