Vor rund sechs Wochen beschlossen wir, unsere Ausgaben drastisch zu regulieren. Wir planten einen No Spend Month. Nur Lebensmittel und Fixkosten waren erlaubt. Die ungeplanten Ausgaben hielten sich auch nach zwei Wochen No Spend in Grenzen. Doch mit anstehendem Kindergeburtstag wurde ich nachlässig und bestellte Kleinigkeiten, die ich nicht zwingend benötigte.

Im Gespräch mit Nina wurde mir deutlich, was ich eigentlich schon längst wusste: es ist absoluter Luxus, in dem wir wohnen. Das Gespräch war sehr wichtig und hilft mir auch, weiterzumachen. No Spend ist noch nicht beendet!

Individueller Luxus

Nina fand deutliche Worte, die mich noch mehr zum Nachdenken brachten. Denn der Anfang war gemacht, doch wie sollte es für uns weitergehen, fragte mich Nina. Und vor allem:

„Die Frage ist: Welchen Schluss wirst du daraus ziehen?“ – Nina

Es ist ähnlich wie die Zuckerfrei-Challenges (die meist nicht mal zuckerfrei sind): fängt man nach einem Monat wieder mit den alten Gewohnheiten an, ist der Effekt nicht vorhanden.

„Luxus ist schon etwas Individuelles. Seht ihr euch im Luxus schwebend?“ – asaaki

Was bedeutet Luxus eigentlich für uns? Es muss tatsächlich für jeden etwas anderes heißen. Zudem bringt es nichts, sich zu vergleichen. Vor zehn Jahren hätte ich als Luxus noch andere Dinge bezeichnet.

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Luxus in anderen Lebensumständen

Vor zehn Jahren lebten wir u. a. von Wohngeld und BaföG als Studenten in einer 2-Raum-Wohnung, obwohl wir beide Jobs hatten. Wir kannten keine Armut, mussten aber mit wenig Geld auskommen. Luxus war für uns damals der eigene Geschirrspüler, den wir gebraucht kauften. Die Möbel stammten fast alle aus unseren Kinderzimmern des Elternhauses.

Dennoch hatten wir nie die Angst, dass wir das nächste Essen nicht bezahlen können. Ich wusste auch, kommt eine große Rechnung, helfen notfalls meine Eltern aus. Wir hatten und haben viel Glück, dass uns unsere Eltern immer unterstützen. Ich weiß, dass das vor allem finanziell nicht überall möglich ist.

In unserer Heimatstadt sprachen die Erwachsenen nicht davon, wann sie das nächste Wohneigentum kaufen. Das gab es in meinem sozialen Umfeld nur wenig. Dann zogen wir nach Berlin-Wilmersdorf.

Luxus mitten im Berufsleben

Mit dem Abschluss unserer Studien und dem Eintritt ins Berufsleben in Berlin eröffneten sich uns viele Möglichkeiten. Weg aus der kleinen Stadt, hinein in den Konsum. Die Leute in unserer Umgebung leben hier anders. Themen sind oft Wohneigentum und anderer Reichtum, ohne dass Prahlerei im Vordergrund steht. Hier sind die Leute Informatiker, Lehrer oder besetzen andere gut bezahlte Jobs.

Vieles wurde für uns selbstverständlich (funktionierende, technische Geräte), für anderes sind wir weiterhin sehr dankbar, wie unsere Reinigungshilfe oder den Lebensmittel-Lieferservice. Das sind Dinge, auf die ich nicht mehr verzichten möchte, obwohl sie pro Monat viel Geld kosten.

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Armut vs. Konsum

„Ich sehe in solchen Aktionen einfach Potential Menschen zu erreichen, die über Armut nie nachdenken mussten. Projekte, wie deines, können bewusst machen, wie viel Luxus man „normalerweise“ hat.“ – Nina

Damit hat Nina einen Nerv getroffen. Natürlich ist eine No Spend Challenge absoluter Luxus. Das zeigen auch meine Beiträge zum Minimalismus in der Familie und Wohnung ausmisten. Wir befinden uns nicht nur in einer Konsumgesellschaft, wir lebten sie. Zu viel Besitz macht nicht glücklich und das dauerhafte Online-Shopping ebenso wenig. Wie viele Dinge braucht man zum Leben? 

Das sind Fragen, sie sich niemand stellt, der sich sorgt, wie er die nächste Stromrechnung bezahlen kann. Da freut man sich nicht, weil man eine Woche mal nichts online gekauft hat, sondern kann gar nicht anders, weil kein Geld da ist.

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Kleidung im No Spend Monat kaufen

Ich wurde gefragt, wie wir das mit Kinderkleidung im No Spend Monat machen. Wenn Kinder herauswachsen, bekommen sie natürlich neue Sachen. Inzwischen kaufe ich aber nicht mehr in Massen, sondern nur noch wenig Kleidung. Da ich jeden Tag Wäsche wasche, ist auch immer etwas Sauberes im Schrank.

Wir legen jeden Monat etwas Geld für die Kinder zurück. Das bekommen sie direkt auf ihre Girokonten überwiesen. Von diesem Geld werden Schuhe und Anziehsachen gekauft. So erfüllt das zusätzliche Geburtstags- und Weihnachtsgeld gleich einen guten Zweck. Ihr Taschengeld behalten die Kinder in den Spardosen zu Hause.

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Zudem bekommen wir für Püppiline viel gebrauchte Kleidung geschenkt und Sohn 2.0 trägt Kleidung vom Großen.

Ungeplante Ausgaben in diesem Monat

Diesen Monat gaben wir nur rund 90 € für Schnickschnack aus, der nicht unbedingt hätte sein müssen, der uns aber glücklich machte. Ein Fast Food Date mit dem großen Sohn. Deko und Geschenke für den fast 8-Jährigen, ein paar andere Geschenke sowie Kuchen anlässlich des hervorragenden Entwicklungsgespräches in der Schule. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.

Fazit: No Spend Challenge

Sascha versuchte, auf seinen gekauften Kaffee auf Arbeit zu verzichten, wo es sonst nur Plörre (geschmacksarmen Filterkaffee) gibt. Er gab auf, da er den Kaffee für arbeitsnotwendig hält.

Einen Rückschritt habe ich erlebt, als ich Deko für den Geburtstag kaufte. Noch einen Osterhasen-Ausstecher dazu kaufen, den ich nicht zwingend brauchte. Das ist das Shopping-Verhalten, das ich abstellen wollte und werde.

Meine Gutscheinkarten habe ich tatsächlich nicht eingelöst. Da „mit den Dingen zufrieden sein“ als große Hilfe in meiner No Spend Phase hilft, werde ich mir nur nach und nach etwas kaufen, auf das ich mich wirklich schon länger freue.

Ausblick: Geld sparen

Wir wollen nur noch ins Restaurant gehen oder essen bestellen, wenn ein besonderes Ereignis ist. Wir kochten viel mehr und teils viel besser, als es Lieferservices können, weil deren Essen eben schnell kalt wird.

Am Wochenende wollen wir ein bisschen Geld in gute Unterhaltung stecken. Dazu zählen Museen, Schwimmbad und andere Orte, die uns allen Freude bringen. Das Essen werden wir eher mitnehmen. Weg von dem Denken, dass wir uns das ruhig mal gönnen können, hin zum Sparen.

Auf dem Konto habe ich einen Sparauftrag eingerichtet, der das gesamte Geld über x Euro auf unser Sparen-Tagesgeldkonto überweist. Dieses wollen wir nicht anfassen, sondern für einen späteren Eigenkapitalanteil nutzen.

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No Spend Challenge: Was ist Luxus? Unser Ausblick und Fazit zum Geld sparen.

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