Meine Reihe #AGfromHell – Arbeitgeber aus der Hölle geht weiter mit einem erschreckenden Bericht einer arbeitenden Frau und Mama, die schlechte Erfahrungen mit ihren Chefinnen machte. Selbst das ist noch eine zu positive Beschreibung für die Situation, in der die Schreiberin stand und steht: Mobbing während der Schwangerschaft.

Zurück im Job nach Elternzeit: Horror im Büro

Nach 2,5 Jahren Elternzeit bin ich in meinen alten Job zurückgekehrt. Und ich bin an Grenzen, Mauern und vor allem meine Chefinnen gestoßen – beide um die 50, keine Kinder….kein Einfühlungsvermögen. Die x Jahre, die ich vorher den Job scheinbar gut gemacht hatte, waren vergessen, ich hatte schon während der Elternzeit, bei jedem Kontakt das Gefühl, nicht mehr willkommen zu sein, hörte gleich am ersten Arbeitstag Dinge, wie „dann haben wir mehrere (2!) Mütter im Team, da habe ich schon Angst davor, die sind ja immer krank“ oder den „Tipp“, es nicht wie eine Kollegin zu machen, die nur noch Mutter sei, die zufällig arbeitet – ich müsste da schon Prioritäten setzen…

Noch bevor ich die Chance hatte, wirklich Fehler zu machen, fand man immer irgendwas – und sei es nur, dass ich nach einer Veranstaltung eine Salatschüssel anscheinend falsch verräumt hatte oder einen Namen am Telefon falsch verstanden hatte und dementsprechend die Kandidatin mit falschen Namen verbunden hatte… nach diesen beiden „Fehlern“ wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass man mir keine verantwortungsvollen Aufgaben geben wolle oder könne, wenn ich nicht mal das schaffen würde. Egal, was ich tat, es war falsch und blieb es…ich könnte noch einige wunderliche Beispiele aufzählen, was mir alles vorgeworfen wurde.

Mobbing während der Schwangerschaft

Mobbing während der Schwangerschaft

Erneute Schwangerschaft: Mobbing

Als ich wieder schwanger wurde, meldete ich es sehr früh, um allen Zeit zu geben, Ersatz zu finden und von da an war es die Hölle. Die wenigen Arzttermine, die während der Arbeitszeit lagen, z.b. ein Zuckertest, der eben nur am Vormittag nüchtern geht, musste ich mir „erkämpfen“, selbst wenn ich angeboten habe die Zeit gleich am nächsten Tag nachzuholen fand man immer Gründe, warum ich gerade da nicht fehlen durfte. Zwischendurch schrieb mich die Betriebsärztin krank, sprach von Mobbing – das ich aber nicht bei der Personalabteilung anzeigen wollte, weil es so viele Gespräche und Folgen nach sich gezogen hätte.

Fast 3 Monate vor dem Mutterschutz wurden mir quasi alle Aufgaben entzogen, laut einer der beiden Chefinnen sollte ich nur noch meinen Schreibtisch aufräumen (den sie in meiner krankheitsbedingten Abwesenheit bereits durchsucht hatte und auch einiges mitgenommen hatte) und „Altlasten“ beseitigen – die ich nicht gefunden habe, aber gut. Ich wurde als unzuverlässig und unfähig hingestellt und zwischen den Zeilen hörte ich in all den pauschalen Vorwürfen, die nicht belegt wurden, dass man nicht weiß, ob ich nach der Elternzeit noch ins Team passen werde. Die beste Frage war die, wann ich denn die Übersicht verloren hätte.

Die rettende Krankschreibung

Ich war ab da nur noch am heulen, entweder hatte ich die Übersicht schon so verloren, dass ich es selbst nicht kapiert habe oder es waren doch alles nur Versuche, mich klein zu machen…und das haben sie leider geschafft. Ich habe dann noch eine Weile durchgehalten und mich dann mit Hilfe meines Frauenarztes 2 Wochen vor dem Mutterschutz krankschreiben lassen.

Ich denke noch viel zu viel über einzelne erlebte Situationen nach, mehr als ich gedacht hätte und trotz der Möglichkeit, nach der Elternzeit zurückzukehren: Ich will da nie wieder hin, lieber sortiere ich in einem Keller Akten oder mache andere stupide Dinge, als in meinen eigentlich tollen Job zurückzugehen.

Die Elternzeit mit meinem im Frühjahr geborenen Kleinen möchte ich jetzt auch dafür nutzen, erst mal wieder Selbstvertrauen zu bekommen, wie immer das gehen soll und mich dann umzuorientieren.

Was kann ich denn sonst noch? Was will ich (außer meine Ruhe und ein besseres Betriebsklima)? Und vor allem wer will mich? Noch bin ich zu verunsichert, habe Angst vor Neuem und den Folgen (kein Job, keine Rente, Altersarmut…..) aber es muss doch etwas anderes geben.

Liebe A., ich sende dir viele gute Gedanken – wichtig, um aus dem Mobbing-Loch zu entkommen. Hab Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten und schaue nach vorne. Bis die Wunden heilen…

Eure Meinung ist gefragt

Habt ihr Tipps für A.? Wie geht man mit Mobbing im Job aufgrund von Elternschaft um?

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