Wer regelmäßig meinen Blog und meine Tweets liest, weiß es: ich liebe Ausmisten! Nicht nur im Wohnzimmer, Flur und Schlafzimmer haben wir uns von einigen Regalen, Kommoden und Schränken getrennt, auch das Kinderzimmer haben wir stark von unnötigen Möbeln, Spielsachen und Büchern befreit. Wovon wir uns getrennt haben und wie das ablief, möchte ich hier gerne teilen.

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Ausmisten im Kinderzimmer – leere Schubladen!

 

Schritt 1: Spielzeug ausmisten

Tipps:

  1. Ohne Kinder beginnen
  2. Mehrmals ausmisten
  3. Kinder erst später befragen
  4. Nichts in den Mülleimer im Kinderzimmer werfen…

Mein großer Sohn hatte immer zu viel Spielzeug. Klar: Einzelkind, einziger Enkel meiner Eltern und auch bei den Schwiegereltern gibt es einige Schenkende. So sammelte sich über fünf Jahre sehr viel Zeug. Kaputte Sachen, Ü-Eier-Figuren und Plastikkram von McDonald’s sammelte ich zwischendurch schon aus. Der Wunsch, alles in der Wohnung zu minimieren kam auf, als ich die hübschen weißen Möbelstücke in den skandinavisch eingerichteten Wohnungen auf Instagram sah. Marie Kondo (#konmarie) sorgte mit ihrem Buch Magic Cleaning für einen weiteren Aha-Effekt: wir haben einfach zu viel. Über die Monate entsorgten wir sehr viele Dinge, die wir eigentlich nicht brauchten oder nicht (mehr) schön finden. Dazu gehörten z. B. das laute Motorrad, das es zu Weihnachten gab, aber auch sehr viele Brettspiele, Spielfiguren und Autos. Wir hatten noch 20 Jahre alte Matchbox-Autos, an denen ich irgendwie hing, waren ja meine. Weg damit! Auch das dritte ähnliche Brettspiel wird nicht gebraucht oder Kassetten, die hier keine Zuhörer fanden. Benjamin und Bibi Blocksberg durften bleiben – meine Schätze.

Unser Ausmisten findet in Iterationen statt: je öfter wir uns die Wohnung vornehmen, desto mehr finden wir, was dann doch weg kann. Wir konnten uns verabschieden. So auch von dem 20. Sandspielzeug und von mehreren Kuscheltieren. Ein langandauernder Prozess. Die Vorauswahl machten immer wir Eltern, ohne Beisein der Kinder, die plötzlich doch wieder mit dem Fund spielen wollen. Ihr kennt das. Oft war ich es, die an manchem Spielzeug hing. Lego zum Beispiel schaffte es mehrere Aufräumphasen lang, sich dem Verkauf zu entziehen. Dann schnappte sich mein Mann die hübsche kleine Holztruhe, füllte diese mit größeren Legosteinen und ein paar Figuren und stellte sie den Jungs ins Zimmer. Mit diesem verbliebenden Lego können sie spielen, der Rest wurde weggeräumt. In den nach Farbe sortierten Kisten konnten wir auf Grund der Fülle nie das gesuchte Teil finden. Die Gebäude und Fahrzeuge blieben unvollständig. In Hinblick auf Weihnachten, wenn es Holzspielzeug für die Küche und zum Bauen geben wird, habe ich auch die Kinderküchen-Produkte sehr ausgedünnt. Hat niemand mitbekommen, so viel Zeug war dabei.

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Nur noch eine Lego-Kiste

Erst nachdem ich mit dem Wegwerfen des Spielzeugs fertig war und mal wieder alles aufgeräumt hatte, fragte ich den Sohn, was er noch wegschmeißen würde. Tatsächlich nannte er Kuscheltiere und Autos, die er nicht mehr braucht! Die Holzschienen versuchten wir auch zu dezimieren, scheiterten bisher aber. Man braucht viele Schienen zum Bauen. Da werden wir aber einige der ca. 40 (!) Loks aussortieren. Dazu kommen unzählige Malbücher, Vorschulbücher und Bilder, die in Vergessenheit geraten sind. Diese warf ich in den Papiermülleimer im Kinderzimmer. Keine gute Idee, denn der Sohn fischte alles wieder raus. Nicht, weil er daran hängt, sondern weil er das mal irgendwann brauchen könnte. Falsche Einstellung beim Ausmisten.

Schritt 2: Bücher weg

Tipps:

  • Ungelesene Bücher aussortieren
  • Bücher spenden / austauschen: Bücherboxx / Kita / Freunde
  • Bücher & DVDs verkaufen (u. a. reBuy / momox)

Bücher auszusortieren fiel mir am schwersten. Mit Büchern wuchs ich auf, lese immer noch täglich viele, viele Seiten, allerdings auf meinem Kindle. Bücher schmeißt man nicht weg, sagten schon meine Eltern. Aber die aufheben, die man nicht mehr anschaut? Sohn 1.0 hat zwar keine Kinderbücher auf dem Kindle, allerdings viele Bücher, die er nicht mehr oder noch nie interessant fand. Weiterhin konnte ich viele Babybücher in eine Kiste packen, die ich doof finde als auch Kinderbücher, die thematisch doppelt waren. Es kamen richtig viele Bücher zusammen, die mit unseren DVDs und Blu-Rays ein paar hundert Euro beim Verkauf einbrachten (zuletzt bei reBuy). Da muss man aber Glück haben, manche Dinge bringen sehr viel, andere wenig. Viele stellten wir zurück, weil wir auf die paar Cent verzichten wollten. Nach der letzten Iteration kamen jedoch auch diese weg und wir haben wirklich nur noch die Bücher und DVDs, die wir noch benutzen. Sinnlos rumstehen brauchen sie nicht. Wir schufen Platz in den vielen Regalen, sodass wir uns von vier großen Billy-Regalen, drei großen Expedit-Regalen und zwei Kommoden trennen konnten. Wir schauen unsere Serien auf Netflix / Amazon Prime Video und der Sohn teilweise auf dem iPad (die Sendung mit der Maus, Sandmännchen). Da sind Datentragen überflüssig. Wollen wir mal einen neuen Film schauen, gehen wir zum easy-Film-Automaten (75 Cent / Leihtag) oder leihen uns ihn für 3,99 € via Streaming-Plattform.

Was bleiben darf

  • Geliebte Kinderbücher
  • Puzzles & Bastelmaterialien
  • Hübsche Kleidung
  • Konstruktionsspielzeug: Lego, Perlen, Holzschienen
  • Kleine Murmelbahn

Im Kinderzimmer dürfen beliebte Bücher bleiben – es sind immer noch unzählige, was aber total in Ordnung ist. Wir alle lieben Bücher, selbst 2.0 bringt nun täglich Bilderbücher zum Anschauen zudem Kokosnuss-Bücher, bei denen er die Bilder erklärt haben möchte. Dann durften viele Puzzles bleiben, Brettspiele, die auch tatsächlich genutzt werden, die guten Bunt- und Filzstifte (Stabilo & Faber Castell) und Bastelmaterialien, die werden immerhin irgendwann aufgebraucht. An Kleidung behielten wir nur das, was uns Eltern gefiel. Alles mit Cars, Planes, Bob der Baumeister und Monstern entsorgten wir. Der Große hatte mehrere Türme Pullis, bei denen er nie unten ankam (außer ich hatte keine Lust zu waschen ;)). Jetzt ist es gestreift, eher hell und ohne grässliche „Kinderfiguren“. Die Kleidung ging komplett ans DRK, der einzigen Sammelstelle, der ich vertraue.

Gerne spielen die Kinder mit Wäscheklammern und Kartons – warum so viel Spielzeug aufheben, das die Fantasie eingrenzt? Viel lieber sehe ich, wie sie Sachen kreieren, auch mit Lego und Holzschienen. Das Playmobil, das derzeit im Keller weilt, wurde noch nicht wieder hochgewünscht. Kann man eben nichts mit bauen. Sehr schade, denn ich liebe die Ritterburg, die wir wohl auch verkaufen werden. Im Keller landen einige Sachen, mit denen noch gespielt wird, die aber viel Platz wegnehmen. So auch das Lego Duplo, das ich reduzierte und die geliebte Holz-Feuerwehrwache.

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Schönes Kinderspielzeug: Wäscheklammern

Schritt 3: Ordnung halten

Tipps:

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  • Regeln im Haushalt aufstellen
  • Wunschzettel an Verwandte verteilen
  • Kinder zum Aufräumen animieren

Dadurch, dass das Kinderzimmer nun deutlich leerer ist, geht das Aufräumen viel schneller. Die Autos landen in der einen Autokiste, das Lego in der einen Holzkiste, die Spielfiguren in einer Kiste, die Bücher sind sortiert, jedes Kind hat seinen eigenen Schrank für Spielzeug und Kleidung. Aufräumen kann sogar mein 16-Monate alter Sohn schon sehr gut – er hilft gerne! Ausgemistet wird weiterhin, denn natürlich sammelt sich weiter Plastikkram an, den ich nicht mag, mein Sohn aber schon. Wenn der uninteressant wird, kommt er weg. Teilweise ersetze ich diesen auch durch Spielzeug besserer Qualität. Wie bei diesen Hochwerf-Kreiseln, die wir durch einen Kreisel von Lego Ninjago Airjitzu ersetzten. Es hält länger und man braucht nicht mehrere davon. Wir kaufen bewusster ein, auch Kinderkleidung.

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Nur noch eine Kiste pro Spielzeug-Art: Tiere

Der Familie sagten wir, dass wir keine Kleidung von Kik, Primark etc. haben möchten. Weihnachtswünsche sind am besten dem Amazon-Wunschzettel zu entnehmen. Wir wissen am besten, was wir schon haben oder die Kinder brauchen / sich wünschen. Lärmendes Plastikspielzeug kommt so nicht mehr in die Wohnung. Mir reicht schon dieses laute ferngesteuerte Auto, das mein Sohn so sehr liebt. Das muss natürlich bleiben. Aber auch ihm wollen wir eine gewisse Nachhaltigkeit beibringen. Nicht so viel kaufen, nur die Dinge, die man sich wirklich, wirklich wünscht und dann lieber ein bisschen sparen, damit man mehr von dem Produkt hat. Eine gute Geschenkidee ist für den großen Sohn immer Bastelzeug: damit beschäftigt er sich sehr gerne, es wird aufgebraucht und hat einen Nutzen. Und für manche Materialien bin ich auch zu geizig: Wackelaugen für 50 Cent? Wucher!

Künftige Beiträge dieser Reihe: