Wiebke rief zur Blogparade auf: Wie verhalten sich meine Kinder im Straßenverkehr? Ihren Aufruf und die ersten verlinkten Beiträge findet ihr auf ihrem Blog Verflixter Alltag. Mit zwei Kindern wird das Verhalten im Straßenverkehr eher leichter. Der Große hat eine Vorbildfunktion, die er gerade in diesen Situationen auslebt. Ich bin sehr dankbar dafür!

An der Straße erst links, rechts, links gucken!

Wir wohnen seit vier Jahren an einer riesigen Straße in Berlin. Nach der Wohnung kommt sofort die viel befahrene Straße, die zwar nur doppelspurig ist, doch wer Berlin mit den vielen Menschen kennt, weiß ob der Fülle. Auch in dieser Hinsicht vermisse ich meine Heimatstadt Brandenburg, in der zwar wenig los ist (Events, Kindercafes? etc.), dafür aber ebenso wenig Verkehr ist. Der Grund, warum ich nur in der Heimat selbst Auto fahre. Dort halten sich die meisten Fahrer an die Geschwindigkeit und drängeln nicht. Berlin ist mir zu stressig. Und das merkt man auch als Fußgänger deutlich. Daher müssen meine Söhne die Regeln des Straßenverkehrs kennen und umsetzen können. Dazu gehört das oft Gesagte: erst links, dann rechts, dann links gucken!

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Mit Kindern sicher durch den Straßenverkehr.

Wie wir unseren Söhnen Aufmerksamkeit im Straßenverkehr beibringen

Bei mir begann es zur Einschulung 1993 mit einem Brettspiel von Ernie und Bert. Dort drehte man zum Vorwärtskommen an einer Drehscheibe, musste an Ampeln bei Rot halten und auf den Fragezeichenfeldern sein Wissen zu Straßenverkehr und Sicherheit im Haushalt zeigen. Was habe ich dieses Spiel geliebt! Ich sehe es noch heute neben meinem blauen Schulranzen stehen, dort auf dem Tisch, auf dem die Geschenke standen. So ist es nicht verwunderlich, dass ich das Spiel auch mit Sohn 1.0 spiele.

Zusätzlich trichtern wir den Kindern ein: an der Straße wird angehalten! Mein großer Sohn hatte das frühzeitig im Blut und es gab nur einen Ausrutscher. Er war zusammen mit seinem gleichaltrigen Freund (damals ebenfalls 5) mit dem Fahrrad unterwegs und sie fuhren über die grüne Ampel. Doch Grün heißt nicht unbedingt Grün, weshalb die Kinder auch an der grünen Ampel warten müssen, bis wir in Reichweite sind. Mir passierte es schon sehr oft, dass Autos keine Rücksicht nehmen. Ob an Fußgängerüberweg oder an grüner Fußgängerampel: mein Sohn wurde fast angefahren und ich war schon mehrmals mit den Kindern in Gefahr, weil die Autofahrer das ja noch sicher noch schaffen, bevor wir lahmen Fußgänger über die Straße gehen. Zum Glück konnte ich bisher einen Unfall verhindern. :(

Ich rede mir gerne den Mund fusselig:

Jungs, bleibt an der Straße stehen, wartet auf mich und schaut bitte auch bei grüner Ampel, ob die Autos anhalten.

Doch Kinder können das selbst mit 6 Jahren noch gar nicht überschauen. Wie auch, wenn selbst ich es häufig nur schwer erkennen kann, ob der Raser anhält? Mit dem 2,5-Jährigen ist der Straßenverkehr zu Fuß wie ein Überraschungsei. Wird es zügig über die Straße gehen oder doch wieder in der Mitte eine Pause machen, weil er geschafft ist oder keine Lust mehr hat? Dann hilft nur: Kind schnappen und schnell auf den rettenden Fußgängerweg tragen – trotz kindlichem Protest.

Der große Bruder passt auf

Der 2-Jährige lernt nicht nur durch uns, sondern auch durch seinen großen Bruder. Der passt zu meinem Glück ganz genau auf, wenn der Kleine auf die Straße zurast. Mag er ihm zu Hause des öfteren nervig erscheinen, doch wenn es darauf ankommt, ist der große Bruder da. Für die Erkenntnis habe ich lange gebraucht. Das gilt auch für Sachen, die fremde Kinder dem Kleinen wegnehmen wollen: geht gar nicht, fand Sohn 1.0 und schritt ein. <3 Ein großer Herzmoment. Für mich ist das beruhigender im Straßenverkehr. Klar ersetzt er nicht unsere Hilfestellung, dennoch renne ich nicht mehr panisch hinter dem Kleinkind hinterher. Sohn 2.0 hält an, wenn der Bruder es sagt. Und falls er das nicht tut, hält mein großer Sohn ihn fest. Eine großartige Hilfe!

Natürlich setze ich auch auf technisch-mediale Unterstützung aka tiptoi. Das macht auch der Kleine schon eine Weile sehr gerne und ich denke, dass er dadurch auch einige Dinge lernt. Die Zahlen von 1 bis 10 hat er so z. B. gelernt – mit 2 Jahren! Dem Großen kauften wir das tiptoi-Buch Sicher durch den Straßenverkehr (Amazon-Affiliate-Link). Damit beschäftigen sich beide Kinder gern. Ich bin sicher, dass es beiden etwas bringt, sich aktiv mit den Inhalten zu befassen.

Verkehrserziehung in Kindergarten und Verkehrsgarten

Ich liebe ja unseren Kindergarten – für viele Dinge. Bildung und Forschung steht ganz oben auf der Todo-Liste im spielerischen Rahmen. Verkehrserziehung ist ein Teil davon. Stolz erklärte uns der Sohn, was er gelernt hat. Manchmal zumindest, er gehört zu denen, die nicht immer gerne reden. Bildungstechnisch liefert die Kita einen super Auftrag ab, die Projekte sind toll!

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Hier in Berlin-Charlottenburg: der Verkehrsgarten.

Was ich auch sehr schätze ist der Verkehrsgarten. Dieser heißt eigentlich Jugendverkehrsschule und wurden früher Verkehrskindergarten genannt. In Berlin gibt es sehr viele davon! Die Kinder können dort auf nachgebauten Straßen mit Verkehrsschildern auf verschiedenen Fahrgeräten (Laufrad, Fahrrad, Tretautos) oder zu Fuß die Verkehrsregeln üben – natürlich nur mit Helm! Es ist zu putzig, wenn dort eine kleine Bande 5-Jähriger die Straßen erobert! Dort verbrachte unser Sohn auch schon den Kindergeburtstag seines Freundes.

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