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Mit der Geburt eines Kindes gibt man nicht nur ein Teil seines Herzens ab – dieser ist unweigerlich mit dem des Sprösslings verbunden. Man gibt auch Geld aus und einen erheblichen Anteil an Freizeit auf. Erst denkt man, „Schön, das nehme ich gerne in Kauf, denn ich habe nun ein Baby.“ Aber bleibt das so?

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Kinder kosten Freizeit

Plötzlich war die Freizeit weg

Meinen ersten Sohn bekam ich im Studium. Damals zockte ich stundenlang, machte zwar brav alle Übungen in Statistik, VWL & Co, lernte jedoch nur zu den Prüfungen. Es reichte ja. Ich hatte sehr viel Freizeit. Mit dem Mann konnte ich ins Kino, Essen gehen oder auch sonst alles machen, zu jeder Zeit. Wir hatten kein Geld, aber Freizeit. Anmerkung: Das war die Zeit, zu der ich mir etwas zum Knuddeln wünschte. Zwei Katzen zogen bei uns ein, gefolgt von einem Kind, ein Jahr später.

Mit dem Baby versiegte die schier unendliche Quelle der Freizeit. Sie war einfach weg. Wir hatten nun einen Säugling mit Koliken, der oft schrie und mich zur Verzweiflung und Tränen brachte. Die Umstellung fiel mir nicht leicht, Freizeit ist ein kostbares Gut. Hoch geschätzt: Die Familie in der Nähe, 15 min Fußweg entfernt.

Wie viel Zeit ich für mich ich nach und nach gewann, bemerkte ich erst, nachdem ich das zweite Kind geboren hatte. Während der 4-Jährige schon wunderbar allein spielte oder Bücher ansah, brauchte mich der neue Mensch ständig. Ich war und bin seine Milchbar, ohne mich geht nichts. Allein unterwegs war ich bisher zu zwei Arztterminen und einem Kinderturnen, zu dem der Mann beide Söhne mitnahm. Plötzlich war ich wieder gefangen im Alltag – das Baby braucht mich. Das Kind kostet mich meine Freizeit.

Wenn ich jedoch zusammenzähle, wie sehr mich mein Mann im Alltag unterstützt (im Gegensatz zu einigen anderen Vätern), bin ich noch gut dran.

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Wie viel Zeit habe ich für mich?

Als Freizeit definiere ich wirklich nur die Zeit, in der ich für niemanden zur Verfügung stehe und nicht durch quakende Kinder gestört werde. Somit muss das in der Schlafenszeit der Söhne angesiedelt werden. Doch wann schlafen beide gleichzeitig? Nach meiner Rechnung habe ich 2 – 5 Stunden Freizeit, in der ich machen kann, was ich will. Der Mann kommt auf weniger, denn seine Mittagspause verbringt er mit den Arbeitskollegen.

Im Gegensatz zu ihm habe ich an glücklichen Tagen ein paar Stunden frei, wenn das Baby durchgängig Mittagsschlaf macht. Selten, kommt aber vor. Aus Sicht des Mannes muss das Zeit-Problem somit noch intensiver sein. Erst nachdem er das Baby müde geschunkelt und es an mich zum Stillen übergeben hat, geht er an seinen Computer. Das ist gegen 21 Uhr, also 15 Stunden nach seinem Weckerklingeln. Und er meckert nicht.

Zusammen haben wir folglich ca. zwei Stunden am Abend, die wir gemeinsam verbringen können, aber beide etwas für uns schaffen wollen. Mit dem Abend kommt auch die Müdigkeit, so fällt es mir immer schwerer, noch etwas für den Blog zu tun oder zu arbeiten. Wie komme ich also zu mehr Freizeit? Ich merkte innerlich, dass immer genervter wurde, wenn Kleinigkeiten nicht klappten und ich das auch im Meckerton äußerte. Eine Veränderung muss her, damit ich nicht den Mann annöle, der auch müde von der Arbeit kommt und sich dennoch der Kinderbetreuung widmet.

Wir besprachen, dass er künftig auch den Baby-Sohn mit zum Kindersport des Großen mitnimmt. Ich habe zwei Stunden nur für mich, nicht mal ein Kinderstimmchen im Hintergrund. Letzte Woche probierten wir das zum ersten Mal aus. Das Baby hielt auch ohne Milchbar aus – es gab genug zu sehen. Der große Bruder störte sich nicht daran, dass sein Papa größtenteils mit dem Bruder beschäftigt war. Es lebe die Freizeit. Zeit für mich.

Aussicht

Der Mann schafft es irgendwie, in seiner kurzen freien Zeit zu arbeiten und richtig produktive Dinge zu vollbringen, während ich noch auf Twitter oder Facebook rumhänge und viele Minuten verschwendet habe (obwohl ich die Social Networks nicht allgemein als Verschwendung sehe). Ich müsste meine Zeit besser nutzen. Und der Mann? Ist viel tapferer als ich. Meckert nicht, kümmert sich selbstredend sofort um seine Söhne, ohne erst die Beine hochlegen zu müssen. Mal sehen, wann und ob er mehr Minuten für sich fordert und was nach der Elternzeit passieren wird.

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P.S. Das ist nur eine einseitige Betrachtung der fehlenden Freizeit, die durch die Geburt eines Kindes entsteht. Die schönen Seiten mit dem Leben mit Kindern bleiben hier unerwähnt.