Erinnert ihr euch noch an die Blogparade, bei der ich aufrief, eure Kindheitserinnerungen zu schildern? Wahnsinnige viele Bloggerinnen und Blogger – 22 – äußerten sich. Das Schöne: durch ihre Beiträge erinnerte ich mich an viele weitere Details meiner eigenen Kindheit. Bitte verzeiht, dass ich nur selten die Vornamen der BloggerInnen dazu schreibe: ich denke in Blognamen! :)

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Auswertung der Blogparade: Kindheit

Erinnerungen an Sommer & Natur

Viele schöne Erinnerungen sind an laue Sommerabende geknüpft, an das Spiel draußen. Wir durften als Kinder immerhin noch rausgehen, die Natur erforschen, ohne Eltern unterwegs sein und wiederkommen, bevor es dunkel wurde. Heute in der Großstadt (noch) undenkbar. Ich mit Kind denkt an Urlaube am Strand, Jetons, die sie mit ihrem Bruder im Urlaub kaufen durfte und die Sandkunstwerke ihres Vaters. Sie verbindet ihre Kindheit mit heißem Sand auf Mallorca und in Italien. Auch die Erinnerungen von Öko-Hippie-Rabenmütter waren immer mit Sommer verbunden: Erdbeeren klauen und sich entschuldigen müssen. Doch sie hat neben schönen auch schlechte Erinnerungen, denn Attachment Parenting gab es noch nicht zu Googeln! Sie wünscht ihren Kindern eine eigene Kindheit.

Anja schreibt auf Kellerbande über ihre tolle Kindheit und blickt darauf zurück: Schwimmbad mit Papa, die Pizza danach, sie spielte C64 und warf Gummikraken ans Fenster. Kennt ihr diese glibbrigen Dinger noch? Ein Albtraum in den Augen meines Vaters! :D

Sari erzählt auf Heldenhaushalt von 5 Dingen, die besonders schön waren: die Königsstückchen mit Schokocreme, der Freudentanz das Papas, Italien, Waldbühne & das Dschungelbuch. Vor allem der Papa sorgte für viele aufregende Momente und schöne Erinnerungen. Ihre Schwester bloggt auf Überlebens-Kunst und berichtet, wie der Italienurlaub weiterging, über die Grundschulliebe und Wasserklatscher. Ein Schreckmoment: Sie ging im Freizeitpark in Italien verloren.

Mit viel Gefühl las als Kind: Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt, bekam unverhofft Meerschweinchen und legte ein eigenes Beet im Garten an. Ich finde die Idee mit dem eigenen Beet total super und hoffe, dass meine Söhne das auch lieben werden! Den Kinderschmuck mit den Marienkäfern hatte ich auch – kennt ihr den noch? :)

Freiheit für Kinder – Helikoptern ist Mist!

Wie fühlte sich das Wange streicheln von der Mama an?- A-Lu.

Sehr berührt hat mich A-Lus Beitrag auf Große Köpfe. Sie erlebt Berlin zur Wendezeit, wird groß mit vielen Freiheiten, darf selbstständig nach der Kita nach Hause gehen, erlebt eine bunte Kindheit, wächst unter der Liebe ihrer Eltern auf, von der sie ihren Kindern sehr gerne berichtet: wie fühlte sich das Wange streicheln von ihrer Mama an?

Auf Mutter und Söhnchen könnt ihr nachlesen, wie eine schöne Kindheit ohne Helikoptern beschrieben wird. Es gibt eine Woche ohne Duschen, klare Regeln, sonst unbeschwert, keine Standpauken. Marsha sagt: Helikoptern ist Mist – es nimmt Freiheiten.

Denn – mal Hand auf´s Herz – die coolsten Erinnerungen sind doch die, bei denen man etwas atemberaubendes, vielleicht ein bisschen Verbotenes, gemacht hat. Bei denen man etwas alleine ohne die Eltern erlebt hat. – Mutter und Söhnchen

Unbeaufsicht draußen sein durfte auch Melanie von glücklich scheitern. Sie unternahm weite Fahrradtouren als 5-Jährige, merkt noch heute den Pommesgeruch in den Haaren, war alleine in der Bibliothek, sah stundenlang fern. Sie möchte ihren Kindern auch Freiräume geben, vielleicht im nächsten Urlaub?

Hamburg Zürich Mami schreibt so, als ob ich dabei war. Sie erinnert sich durch ihre Tochter oft an ihre eigene Kindheit, schenkte ihrer Tochter Spielzeug von ihr damals, weiß sogar noch die Namen der Tiere, die sie ihnen selbst gab. Sie denkt zurück an:

unbeaufsichtigtes Streifen durch die Nachbarschaft; an meinen Papa, auf dessen Schultern ich jeden Abend ins Bett ritt und den ich ständig fragte, wieso Steffi Graf und Boris Becker nicht heirateten; daran, wie meine Mutter mehrere 10-Pfennig-Stücke zusammen kramte und dann ewig mit mir vor den drei Telefonzellen unseres Ferienortes anstand, um nach Hause zu telefonieren. – Hamburg Zürich Mami

Bei Nordhessenmami kam zusammen mit den anderen Kindern nie Langeweile auf. Sie hatten viele Spielideen: Inliner fahren, Murmeln. etc. Eine Sache, die heute wohl nicht mehr so ist: Nachbarschaftshilfe wurde großgeschrieben. Man kannte die anderen und konnte sich darauf verlassen, dass jemand die Blumen goss.

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Wir spielten eigentlich immer draußen, denn schlechtes Wetter gab es für uns nicht. Sobald das erste Kind auf der Straße war, kamen die anderen Nachbarskinder hinzu. – Nordhessenmami

Weddinger Berg braucht viel Natur um sich und wäre wohl auch ein guter Urzeitmensch geworden, sagt er. Er denkt an „die Milchstraße im Wattenmeer“ – eine Jugendfreizeit an der Nordsee. Er kennt kein Heimweh.

Geschmunzelt habe ich bei das Liebkind, die Dinokuchen zum Geburtstag liebte, ihre Oma enttäuschte, weil sie ihre Puppen im Puppenhaus durch Dinos ersetzte. Sie war bei der Jugendfeuerwehr und konnte sich mal eben ein Pony ausleihen. Cool!

Missi (Himmelsblau) bekam ein Kindermotorrad als Kleinkind, was ihre Mama doof fand. Sie denkt zurück an Fernsehen mit Oma & Opa und Schokolade, die es dazu gab, an Disneyland, Urlaub am Strand und viele Kinderbilder.

Die einfachen Dinge zählen

Widerstand ist zweckmäßig erzählt von der Wohnung ihrer Oma die ohne fließendes Wasser ausgestattet war und in der es nur Strom gab. Sie lebte in der Küche (einfach beheizbar), das WC war im Halbstock unter der Wohnung. Sie schreibt dazu:

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Ich habe das einfache Leben bei meiner Oma kennen gelernt, vielleicht hat sie damit sogar dazu beigetragen, dass ich auch mit weniger zufrieden bin und in Situationen wie dieser ohne Boiler sofort weiß, wie ich damit umgehe und gut zurecht komme. – Widerstand ist zweckmäßig

Auf waren wir auch so gibt es gleich zwei Beiträge zur Kindheit. Im ersten erinnert sich Mamali an die kleinen Gesten: die Spaziergänge sonntags, im Feld Blumen pflücken, Camping mit den Eltern. Die schönsten Erinnerungen hat sie an die Momente, wenn jemand Zeit mit ihr verbracht hat. Omali genoss die Natur: sie liebte das Wandern, Skifahren etc. mit vielen Familien, genoss die Freiräume ohne Eltern: Natur pur mit anderen Kindern – großartig!

Olfaktorisch interessant wird es bei Tubbyleins Lichtblick. Sie wurde auf dem Bauernhof groß, spielte mit einem Wasserfass mit Jauche, das zur Ritterburg umfunktioniert wurde. Zur Freude der Verwandten.

Dreck und Regen macht einfach glücklich! – Tubbyleins Lichtblick

Mrs. K. Ess schreibt sehr nachvollziehbar über das Glück der kleinen Dinge. Ihr Baby ist z. B. glücklich mit dem Reiskorn. Warum werden wir nicht einfach zu Entdeckern?

Es gibt so viel Schönes um uns herum. Vielleicht sollten wir alle das Kind in uns wiederentdecken, die Suche nach den großen Dingen für eine Weile an den Nagel hängen und uns auf die kleinen Dinge einlassen. Vielleicht können wir dann für einen Moment einfach glücklich sein. – Mrs. K. Ess

Mehr Ausflüge mit ihren Eltern hätte sich Lebe lieber bunt gewünscht. Sie ist sehr familienbezogen, war unterwegs mit ihren Großcousinen, im Planschbecken im Garten der Cousins, spielte Traumtelefon mit der Schwester und erzählt von den ersten Inlineskates.

Zweifel & Einsamkeit

We love family hatte keine Gilmore Girls Beziehung. Denkt sie an ihre Kindheit zurück, spürt sie „Kälte, Einsamkeit und Distanz“. Ihr wurde gesagt:

Es hat dir an nichts gefehlt – We love family

Vollzeitvater hatte die schönsten Erinnerungen mit seinem Patenonkel, den er gar nicht so oft sah. Er war jedoch ein toller Mensch, erklärte kindgerecht, sodass Guido hofft, dass er auch so ist / werden wird.

Fazit

Es scheint, als hätten sich die Ansprüche an seine / ihre Kinder im Gegensatz zur eigenen Kindheit geändert. Oft las ich heraus, dass den Kindern doch mehr Freiheit gewährt werden soll. Dementsprechend ist diese noch nicht voll gegeben. Das sehe ich schon bei unsere Großstadtkindern: meinen Sohn mit 6 Jahren alleine zum Spielen rausschicken? Nur auf dem abgeschlossenen Hof! Die Natur steht bei uns auch hoch im Kurs: mit dem Garten wollen wir den Kindern auch zeigen, dass draußen sein toll ist – ach was, das wissen sie selbst. Eben die kleinen Dinge entdecken, die glücklich machen, wie es auch andere Bloggerinnen schreiben. Also doch: mehr Mut zur Langsamkeit, sich auf eine Ebene mit den Kindern setzen und sehen, was sie sehen: Wir sollten die Welt mit Kinderaugen betrachten.