In der vorherigen Geschichte, die ihr bei Miriam auf dem Blog Frau Chamailion findet, haben sich die Bienen den Waldtieren angeschlossen. Der Bär Bjarne kam so zu seinem geliebten Honig und Erna kam auf die Idee: Kerzen herstellen! Werden sie gemeinsam einen Weg finden, dies zu bewerkstelligen?

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Teil 10: Die Kerzenherstellung

Die Kerzenherstellung

Die schlaue Eule Erna erinnert sich, im Fenster der Menschen Kerzen gesehen zu haben, leuchtende Stäbe, die den Weihnachtsbaum in schönstem Licht erstrahlen lassen. Sie weiß, dass dafür Wachs benötigt wird, doch wie geht es weiter? Ob die Bienen ihr weiterhelfen können? Unterwegs zur Höhle treffen sie auf Willi den Waldwichtel und Waldemar den Waldmistkäfer, der immer ein wenig traurig ist, weil er so klitzeklein ist. Erna fragt die Bienenkönigin, ob sie schon einmal Kerzen gemacht hat. Sofort leuchten die Augen des Waldwichtels auf. Willi ruft: “Ich habe das bereits bei den Menschen gesehen, ich kann euch berichten wie es geht!”. Die Bienen, Bjarne der Bär und Erna jubeln los und selbst Waldemar lässt sich ein Lächeln entlocken. “Abgemacht!”, ruft Erna die Eule. “Sag uns, was wir brauchen und wir werden es versuchen!”.

“Wir brauchen zwei unterschiedliche Gefäße, Wasser, einen Docht und Wachs. Dazu benötigen wir ein Lagerfeuer oder eine heiße Platte, die das Wasser erwärmen kann.” sagt Willi. Die anderen Tiere sind plötzlich verzweifelt. “Wo sollten wir nur diese vielen Dinge herbekommen?” fragt Eule Erna. Willi schaut zu Waldemar. “Vielleicht habe ich noch eine andere Idee.” sagt der Waldwichtel. “Wir haben alle unterschiedliche Fähigkeiten. Jeder kann etwas anderes gut! Waldemar, du bist doch sehr gut darin, Dinge zu transportieren und diese vorwärts zu rollen. Bjarne ist bärenstark und die Bienen können zusammen viel tragen.” stellt Willi fest. “Was ist mit mir?” fragt Erna die Eule, die Willi nicht nannte. “Ganz einfach: du bist schlau und kennst dich hier aus. Was hältst du davon, wenn du etwas suchst, was als Kerzendocht dienen kann?” Die Eule ist erfreut über das Lob und macht sich fröhlich auf den Weg. Was könnte sie im Wald finden, das als Docht dienen kann?

Während die Eule wegflattert, erklärt Willi seinen Plan: “Da wir keine Gefäße oder eine Feuerstelle haben, können wir das Wachs nicht schmelzen, wie es die Menschen tun. Was haltet ihr davon, wenn wir das Wachs aus den Waben sammeln, weich kneten und dann um den Docht legen, den Erna gerade sucht?”. Die Tiere sind begeistert, jeder meldet sich für eine Aufgabe. Die Bienen lösen den Wachs aus den Waben und fliegen ihn zur Sammelstelle. Waldemar der Waldmistkäfer rollt dort den Wachs auf einen großen Haufen. Er hat schrecklich viel zu tun und pfeift sogar bei der Arbeit. Er ist gespannt, wie die Kerzen aussehen werden. Bjarne knetet mit seinen kräftigen Pranken das Wachs, bis es ganz weich wird. Von einer Seite zur anderen rollt er es, dreht es, zieht es in die Länge und baut schließlich flache Platten daraus. Eifrig arbeiten die Tiere Hand in Hand. Willi der Waldwichtel hilft beim Formen der Platten, aus denen Kerzen werden sollen. Mit seinen kleinen Händen formt er Scheiben, die neben denen von Bjarne winzig aussehen, doch genauso gerade sind, wie die vom großen Bären. Verstohlen zwinkern sie sich zu.

Nach einiger Zeit trifft Erna wieder am Treffpunkt ein. In ihren Krallen hält sie ein großes weißes Tuch. Bjarne brummt: “Wozu hast du denn den Stoff mitgebracht?”. Die Eule schaut Willi mit ihren klugen Augen an, der ihr die Antwort abnimmt: “Das ist ein Leinentuch. Wenn wir dieses in dünne Streifen reißen und dann flechten, ist das ein guter Docht für die Kerzen” Der starke Bjarne macht sich an die Arbeit. Mit seinen Krallen schneidet er den Stoff in feine Fäden. Die Bienen verflechten diese zu einem langen Strang, Waldemar macht mit seinen geschickten Pfoten Knoten in die Enden. Willi betrachtet das bunte Treiben stolz. Als die Bienen schließlich den ersten Docht auf eine Wachsplatte legen und diesen zusammen mit Waldemar einrollen, brechen alle in großem Jubel aus. Sie haben gemeinsam einen Weg gefunden, Kerzen herzustellen, die auf dem Weihnachtsfest die Höhle beleuchten sollen. Hand in Hand arbeiten sie unermüdlich und fertigen große und kleine Kerzen.

Beim Rollen der letzten Kerze setzt sich Erna mitten auf den Wachs, der dort kleine Löcher hinterlässt. Sofort entschuldigt sie sich bei den Bienen, die gerade die nächste Wachsplatte bringen. Willi, der sich über die lauten Stimmen wundert, ist erstaunt: “Wie habt ihr das denn gemacht? Die Kerze hat wunderschöne Punkte!”. Eule Erna und die Bienen betrachten die Kerze und tatsächlich: die Krallen der Eule haben kleine gleichmäßige Punkte hinterlassen. “Das wollen wir auch machen!” stimmen die Bienen ein und machen mit ihren Händen sanfte Abdrücke ins Wachs. Bjarne drückt ganz vorsichtig seine Krallen auf eine Kerze und schafft damit ein tolles Muster.

Als die Waldtiere ihren Kerzenstapel betrachten, breitet sich ein warmes Gefühl in den Herzen aus – sie haben es geschafft. Sie haben tatsächlich großartige Kerzen hergestellt! Erna ruft in die Runde: “Nur wie bringen wir diese zum Leuchten?”. Die Tiere und der Waldwichtel schauen sich ratlos an. Willi sagt: “Lasst uns gemeinsam überlegen, was wir tun können. Vielleicht können uns auch noch andere Tiere des Waldes weiterhelfen, was denkt ihr?”

 

Wer wissen möchte, wie es weiter geht, kann morgen bei Anja auf dem Blog Gänseblümchen und Sonnenschein nachschauen. Es bleibt spannend!

P. S. Teil 1 der Geschichte gibt es bei Sarah auf Mamagogik. Es lohnt sich, alle Teile zu lesen!

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Irgendwas mit Weihnachten…