Eigentlich sollte ich eine fröhliche Frau und Mama sein: wir sind gerade auf gutem Weg, Eigenheimbesitzer zu werden. Ein Grund zum Feiern eigentlich, doch nun folgt das Aber. Es gibt weder Schul- noch Kita-Plätze für unsere Kinder in dem neuen Bezirk in Berlin. Es ist ein Albtraum.

Weder Kita-Platz noch Schulplatz in Berlin

Wir ziehen 20 km weit weg von unserer aktuellen Wohnung. Das entspricht in Berlin einer Fahrzeit von 35 min plus Stau, also eher 40 – 50 min. Mit den Öffentlichen ist man ähnlich schnell, bzw. langsam unterwegs. Normalerweise fährt man auch nicht so oft zwischen den Wohnungen hin- und her, wären nicht unsere bestehenden Kita- und Schulplätze im alten Bezirk. Die werden uns wohl erhalten bleiben. Müssen.

Ganz naiv ging ich selbstverständlich davon aus, dass mein Zweitklässler einfach in der neuen Schule im neuen Schuljahr in die dritte Klasse kommt. Das ist doch schließlich unser Einzugsgebiet! Ein Anruf bei derselben lässt mich schaudernd zurück: es gibt keinen freien Schulplatz, ich soll mich mit beim Schulamt erkundigen.

Der Weg führt bis zum Schulamt: kein Schulplatz vorhanden!

Kein Kita- und Schulplatz nach Umzug in Berlin | Mehr Infos zum Schulwechsel und Umzug auf Mamaskind.de

Kein Kita- und Schulplatz nach Umzug in Berlin

Schulamt in Berlin: kein Platz für unseren Sohn

Doch auch dort gibt es keine positive Nachricht für uns: alle Schulen sind überlastet. Da wir voraussichtlich erst in den Sommerferien umziehen, kann die Schulummeldung erst in der letzten Ferienwoche erfolgen.

Das bedeutet, dass mein Sohn und auch wir nicht wissen, auf welche Schule er gehen wird. Erst ein paar Tage vor Beginn des neuen Schuljahr bekommen wir eine Schule zugewiesen. Das muss nicht zwingend die Schule im Einzugsgebiet sein – die hat ja auch keine Plätze mehr frei!

Vielmehr kann es passieren, dass unser Kind allein weite Strecken fahren muss, möglicherweise bis in den Norden des Bezirks. Das wären dann 15 min mit dem Auto oder 25 min mit dem Rad, die er mit seinen acht Jahren in einer neuen Umgebung natürlich nicht allein fahren kann.

Zudem kommt für uns nicht jede Schule in Frage, nicht jedes Konzept sagt uns zu. Die Alternative: unser Sohn bleibt auf der aktuellen Schule und muss von uns gefahren werden. Tschüss, Selbstständigkeit. Das klappte doch schon so wunderbar! :(

Kita-Platz-Mangel in Berlin

Dazu trifft uns auch das riesige Problem rund um die fehlenden Kita-Plätze. Natürlich gibt es keine Kita in der neuen Wohngegend die einen, geschweige denn zwei, Kita-Plätze für unsere kleinen Kinder frei hat. Frühestens nach den Sommerferien im nächste Jahr, hieß es. Und selbst das war nur eine wage Aussage und kein Versprechen.

Worauf es hinauslaufen wird: wir werden sehr viel Zeit mit Pendeln verbringen. Wir, aber auch die Kinder, die sich nicht ausgesucht haben, aus ihrer gewohnten Umgebung umzuziehen.

Wir ziehen um und haben keinen Schulplatz und Kitaplatz in der neuen Umgebung | Mehr Infos auf Mamaskind.de

Wir ziehen um und haben keinen Schulplatz und Kitaplatz in der neuen Umgebung

Keine Plätze für Zugezogene in Berlin

Ich schrieb nach dem Telefonat eine wirklich lange E-Mail an das Schulamt, in der ich begründete, warum unser Sohn unbedingt auf die Schule im Einzugsgebiet gehen muss: Freundschaften, soziales Umfeld, kurze Wege usw. Das brachte alles nichts, die Schulen sind dicht, es gibt einfach keine Schulplätze.

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Weiterhin stünden schon vier weitere zugezogene Kinder auf der Liste allein für unsere Schule im Einzugsgebiet. Es ist wirklich ein Trauerspiel. Wir müssen drei Kinder zu zwei verschiedenen Einrichtungen am anderen Ende der Stadt bringen und sie wieder abholen.

Wie soll das zeitlich gehen, wenn die Schule bald früher starten wird, wenn ich morgens allein mit drei Kindern sein werden, damit mein Mann vorarbeiten und unsere Kinder abholen kann? 2,5 Stunden werde ich für eine Strecke brauchen. Zeit, die mir zum Arbeiten fehlen wird.

Und ich kann nichts dagegen machen.

Ich werden ein paar Tage vor Schuljahresbeginn im Schulamt stehen und erfahren, welche Schule ihn aufnehmen wird. Dann werden wir voraussichtlich den Umschulungsantrag zerreißen und ihn weiter auf seine aktuelle Schule schicken. Mit viel Fahrzeit und viel Bekanntem. Doch das ist nur ein kleiner Trost. Ich wünsche mir so sehr, dass zumindest unser Großer an die neue Umgebung anknüpfen kann, indem er die Schule im Einzugsgebiet besucht und dort neue Freunde kennenlernt.

Wenn er auf der alten Schule bleibt, kann er sich nachmittags nicht mit Freunden verabreden. Das ist organisatorisch nicht möglich.

Das Problem der geringen Kapazitäten für Kita- und Schulplätze bleibt bestehen. Nicht einmal alle Erstklässler können laut Schulamt in den Einzugsschulen untergebracht werden.

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Das macht mich unglaublich wütend. Doch machen kann man nichts. Selbst die Beratung beim auf Schulrecht spezialisierten Anwalt fiel karg aus: keine Aussicht auf Gewinnchance, das Mandat würde nicht übernommen werden.

Unsere Kinder pendeln dann mal zur Schule und Kita. Prost Mahlzeit.