Das Thema Minimalismus in der Familie verfolgt uns nun schon mehrere Jahre. Viele nicht mehr gebrauchte Dinge werden verkauft, Altes durch Neues ersetzt und es wird regelmäßig die Wohnung umgeräumt. Ausmisten in der Wohnung ist mein alltäglicher Begleiter. Klar, immerhin bin ich die meiste Zeit zu Hause dank Elternzeit mit dem Baby-Mädchen. Nun, wo die Wohnung immer aufgeräumter wird, kommt der nächste Schritt: der digitale Minimalismus. Ich bin auf der Suche nach Reduzierungen, die mir ein wenig die Last nehmen. Wie Marie Kondo schon sagte: Man soll nur das behalten, das Freude bringt.

Tabula Rasa: Smartphone-Apps

Ich betrachtete jede meiner Smartphone-Apps und überlegte, ob ich sie noch brauche. Danach legte ich Ordner an, in die ich meine Apps nach Farben sortiert eingruppierte. Dadurch finde ich sie schneller, weil ich weiß, dass z. B. die Bahn-App im roten Ordner liegt.

Mir war wichtig, dass ich nur eine Seite mit Apps auf meinem Telefon habe. Ewiges Scrollen und Suchen wollte ich verhindern. Die häufig verwendeten Apps (Social Media Networks, Pocket & Wunderlist) möchte ich bequem mit dem Daumen erreichen können (5,5″ Display…). Meine wichtigsten Apps (Mail, Telegram, Safari & Kamera) befinden sich im Dock. Bis auf die vorinstallierten, nicht löschtbaren Apps nutze ich nun alle Anwendungen, die ich installierte. Ich möchte keine Zeit mit wahllosem Surfen im App Store nutzen. Mein Smartphone ist in erster Linie ein Arbeitsgerät. Installiert sind nur fünf Spiele, die zum Teil auch mein großer Sohn nutzt.

Social Networks – der schnelle Klick

Zum digitalen Minimalismus gehört für mich auch, weniger Gafferzeit in die Social Networks zu stecken. Was ich nicht möchte: teilnahmslos durch Instagram & Co. surfen. Lieber möchte ich aktiv konsumieren und den anderen Bloggern auch ein paar Kommentare da lassen. Nur so bleibt ein soziales Netzwerk sozial und ich achte aktiv darauf, was ich sehe.

Das wollte ich schon vor einiger Zeit, als ich über meinen zu häufigen Gebrauch von Social Media schrieb. Fast ein Jahr später kam das wieder bei mir auf: Eine Woche ohne Social Media. Ich wünsche mir eigentlich mehr Unabhängigkeit von den Social Networks, gleichzeitig denke ich, dass ich diese unbedingt brauche. Twitter ist mein Sprachrohr nach draußen. Es dient zum Austausch. Facebook und Instagram bringen wenige Leser auf meinen Blog, doch irgendwie muss man diese haben als Bloggerin. Oder sehe ich das falsch? Zu gerne würde ich auch auf Facebook Leute dazu animieren, auf meinen Blog zu kommen. Nur passiert das leider eher selten.

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Digitaler Minimalismus – wie geht das? Ich reduziere Apps, Social Networks und Filme.

Automatisierungen einrichten

Ich spiele noch ein wenig mit IFTTT herum. Damit lassen sich viele Dinge automatisieren. So richtete ich ein, dass Instagram-Bilder in einem speziellen Ordner in Pinterest gelangen. Instagram-Bilder werden automatisch auf Facebook und Twitter geteilt. Zudem möchte ich Facebook-Meldungen auf Twitter teilen. Ob das Sinn ergibt, weiß ich noch nicht. Doch einige machen das so, damit auch die Twitter-Follower auf dem aktuellen Stand sind. Derzeit denke ich, dass Facebook als soziales Netzwerk für eine Facebook-Page besser geeignet ist als Twitter. Twitter ist eher für persönlichen Austausch gedacht. Doch ich kann im Moment nicht mehrere Netzwerke mit einzigartigem Content füllen.

Automatisierungen helfen mir, mich auf mein Hauptprojekt, den Blog zu fokussieren. Ohne Social Networks geht es nicht, das möchte ich auch gar nicht, denn ich liebe den Austausch. Jedoch muss es für mich einfacher gehen, da der Blog als in erster Linie als Hobby, in zweiter Linie in meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit läuft. Im Moment bin ich in Elternzeit und nächstes Jahr gehe ich wieder arbeiten.

Auf Pinterest nutze ich noch immer regelmäßig Tailwind, das es mir erlaubt, mehrere Pins zu planen und zeitversetzt zu posten. Über meine Pinterest-Strategie schrieb ich vor ein paar Monaten einen Beitrag. Diese funktioniert noch immer super. Über 10000 Klicks kamen letzten Monat von Pinterest auf meinen Blog. Von Twitter und Facebook erreiche ich bei weitem nicht diese Zahlen. Dabei spare ich sehr viel Zeit, da ich mich nicht jeden Tag zu verschiedenen Uhrzeiten an Pinterest setzen muss, sondern auch das automatisch erledigt wird.

Medien reduzieren und bewusst nutzen – Filme & Spiele

Ich möchte keinesfalls auf Computer- und Konsolenspiele verzichten. Das ist mein großes Hobby (neben dem Bloggen und Lesen). Der Ausgleich zu einem arbeits- und kinderreichen Tag. Wenn ich es mal schaffe und nicht selbst geschafft bin. Falls ich also Lust habe, nutze ich die wenige Freizeit bewusst dafür. Ich überlege, was ich spielen will, was ich machen will und spiele drauf los. Mich treiben lassen von der Macht der Spiele, was sonst nur Bücher und manchmal auch Filme schaffen.

Binge Watching – oder auch Serienmarathon genannt – kommt bei uns kaum noch vor. Dafür schlafen unsere Kinder zu spät ein. Früher machten wir das häufiger, wenn wir konnten. Wenn wir nun mal Serien am Stück schauen, merke ich oft, wie meine Gedanken kreisen. Ich möchte nicht mehr inaktiv vor der Glotze hängen. So reduzieren wir die Zeit pro Tag auf eine Folge oder einen halben Film (mehr schafft man als Eltern eh nicht) und freuen uns auf die nächsten Teile an kommenden Tagen. Mit den Kindern machen wir es ähnlich. Digitale Medien spielen für unsere Kinder eine große Rolle, doch Filme schauen wir nur begrenzt am Wochenende gemeinsam.

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Bewusst machen, was stört

Wichtig finde ich, dass man Störfaktoren entdeckt und diese ausmerzt. Beim Schreiben des Blogposts merkte ich, dass ich mir mehr Interaktion auf Facebook wünsche, aber zu wenig dafür mache: Beiträge posten und kommentieren. Dafür werde ich möglicherweise Twitter reduzieren. Das nahm ich mir schon oft vor und schaffte es bisher nicht.

Wie bei den Kindern möchte ich darauf achten, das zu machen, was mir gut tut. Statt sinnfrei zu konsumieren, aktiv sein. Natürlich schaue ich auch weiterhin vermeintlich unnötige Filme, Unterhaltung und Hirn abschalten ist bedeutend, doch alles in Maßen. Wie wäre es mit einer Aufzeichnung des eigenen Verhaltens in einem Habit Tracker, den ich im Bullet Journal zeigte? Damit kann man gut spiegeln, was man am Tag macht.

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