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Corona, wir haben da ein Problem. Wir haben hier nämlich ein Schulkind, das seine Freunde vermisst. Keine Angst, die Schule selbst vermisst es nicht. Doch den Unterricht können wir durch Homeschooling nicht ersetzen. Und dann ist da noch ein Kind, das dieses Jahr eingeschult werden soll. Ob es zur Einschulung 2020 kommen wird? Corona, Homeschooling und Einschulung passen nicht zusammen. Wie soll das gehen?

Corona und die Schulkinder

Einschränkungen wegen Corona könnte es das ganze Jahr geben, las ich heute. Sofort beginnt mein Kopfkino: In der Schule können sie die 1,5 m Abstandsregel nicht sinnvoll einhalten. Die Klassenzimmer sind schon jetzt zu klein für 25 Kinder. Selbst wenn sie die Klassen halbieren würden, wäre es nicht möglich, in dem mickrigen Klassenzimmer Abstand zu halten. #hallolehrermangel

Ich habe keine Ahnung, wie weit derzeit die Überlegungen gehen, ob sich überhaupt jemand traut, soweit zu denken: Bleiben die Schulen noch mehrere Monate zu? Wohin soll das führen?

Berlin ist nicht digital in der Schule

Müssen wir künftig unseren Kindern auch neuen Unterrichtsstoff vermitteln? Ich bezweifle, dass die Berliner Schulen es hinbekommen, in kurzer Zeit ein digitales Unterrichtsnetzwerk aufzubauen. Wobei unsere Lehrerin selbst ihre private E-Mail-Adresse nutzt.

Ein Teil der Schüler wäre zudem von digitalen Lerninhalten ausgeschlossen. Nicht in jeder Familie / Einrichtung gibt es freien Computerzugang.

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Wie sollen Eltern das leisten?

Es gibt einen Grund, warum Lehrer für den Beruf studieren und im Beruf selbst dazulernen. Es gibt Pädagogikkurse – die ich mir selbst für mich wünsche. Familienkonferenz hilft schon mal sehr. Doch wie soll ich meinem Kind neue Inhalte beibringen, wenn ich schon bei ekligen Matheaufgaben die Geduld verliere.

Lehrerin für Grundschulkinder wäre kein Job für mich, ich spiele lieber mit Zahlen und Texten herum. Wie soll das überhaupt gehen: In vielen Familien arbeiten beide Eltern, nun bestimmt viele von zu Hause aus, wo das möglich ist. Alleinerziehende haben den Joker gezogen. Nicht.

Wer in Kurzarbeit steckt oder sich den ganzen Tag um andere Menschen kümmert, wird sich nicht freudestrahlend um die schulische Ausbildung der Kinder kümmern. Die Kraft dürfte vielen fehlen.

Ausnahmesituation: Corona & Schule

Doch wenn die Corona-Krise anhält, wie soll das weitergehen? Eine Frage, auf die niemand eine Antwort haben dürfte. Antworten, die viele nicht hören wollen. Keiner weiß, wie sich das Virus weiter verbreiten wird.

Ich lese oft: Wir sind erst am Anfang der Epidemie, die Todasrate steigt. Und was mache ich? Ich mache mir weniger Sorgen um die Krankheit, sondern um die schulische Bildung. Ich denke an das Danach: Wie kann man gesund aus der Krise gelangen und weitermachen?

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Weg mit dem Homeschooling?

Es ist eine Ausnahmesituation und vielleicht sollte man den Stress von den Schultern der Kinder und der Eltern einfach wegnehmen. Weg mit dem Homeschooling, mit Aufgaben, die manche Schüler (= Eltern) sogar den Lehrern zurückschicken müssen. Was soll denn der Quatsch?

Ich sehe es bei uns, wir sollen / dürfen / können zum Glück im Homeoffice arbeiten. Homeoffice heißt hier aber auch: Kein separates Arbeitszimmer. Das Haus ist hellhörig, ab und an wird ein Meeting gecrashed und laut ist meist immer einer. Es ist super anstrengend.

Wir haben drei Jobs, bzw. zwei Vollzeitjobs, wenn man meine nebenberufliche Selbstständigkeit einbezieht und sind an der Grenze des Möglichen. Die Zeit fehlt vollkommen, intensive Inhalte mit dem Schulkind zu besprechen. Wir sind froh, das unser Sohn (Viertklässler) so selbstständig ist und nur wenig Impulse braucht. Wie machen das andere Eltern mit mehr schulischen Aufgaben / Fahrtwegen / körperlicher Belastung sowie Einelternfamilien?

Wie wäre es… Alternative Ideen für Homeschooling

Wie wäre es, wenn man die Last wegnimmt und auf das Homeschooling verzichtet? Stattdessen freiwillige Aufgaben schickt. Denn die Schüler, die die Wiederholung am dringendsten benötigen, sind vielleicht nicht diejenigen, die sich freiwilling ransetzen – so oder so. Man erreicht nicht alle Schüler. Und diejenigen die wollen, können das Angebot nutzen.

Wie wäre es, wenn man Lerninhalte bereitstellt, die Schülern Spaß machen? Oder man nutzt die Zeit, um elementare Dinge zu lernen: Kochen, Haushaltsführung, Kresse wachsen lassen, Kinderreportagen schauen (Checker Tobi / Can etc.). Lerninhalte, die freiwillig sind, die Kinder aufsaugen wollen. Programmieren lernen (z. B. mit Dash) oder kostenfrei mit der Maus. Hier hat die Schule es m. E. noch immer nicht geschafft, jedes Kind dort abzuholen, wo es steht.

Überstunden: 50 - 60 h als Lehrer im Quereinstieg: bin ich bereit dafür? | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Überstunden: 50 – 60 h als Lehrer im Quereinstieg: bin ich bereit dafür?

Gruselige Einblicke gab auch Martin mit seinen Lehrer-Texten:

Auch diese Lernangebote werden viele Kinder leider nicht erreichen. Schule, 1:1 Kontakt mit tollen LehrerInnen, ist unverzichtbar. Aber aktuell nicht möglich: Corona und Schule passen nicht zusammen.

Aus meiner Elternsicht mit einiger Erfahrung von Elternabenden (und nicht mehr) sehe ich immer noch viele Probleme, auch wenn wir bei der Einschulung damals super viel Glück mit der Lehrerin hatten und noch eine zweite Erzieherin in der Klasse war. Das gibt es an der neuen Schule gar nicht.

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Mit der Einschulung kommen die Gedanken

Corona und Einschulung 2020

Dieses Jahr soll mein zweiter Sohn zur Schule kommen. Statt die letzten Kita-Tage zu zählen, schauen wir auf einen gestrichenen Urlaub zurück. Den machte mein Mann auch mit dem Großen damals, bevor er zur Schule kam. Ich weiß: Das ist Jammern auf hohem Niveau, uns geht es gut.

Doch bröckelt mehr und mehr Normalität weg. Ich merke, dass ich gereizter bin. Denn auch mein kuscheliges Homeoffice, meine kinderfreie Zeit, ist dem Corona-Alltag gewichen.

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Dann sah ich mir heute das für mich beste Video zur Corona-Aufklärung an und verzweifelte noch mehr. maiLab sagt: Es wird länger dauern, als viele denken. Wissenschaftlich, aber für Laien erklärt. Ich verstand zum ersten Mal die Zusammenhänge. Auch Flatten the Curve ist ein Thema: ein utopisches. Das erklärt Mai aber super:

Also nochmal die Frage: Was wird aus der Einschulung?

Und ich finde, man darf diese Frage stellen, obwohl wir eine Ausnahmesituation haben. Wir sehnen uns alle nach Normalität. Vielleicht gibt es ja schon Vorschläge oder gar Lösungen, nur sind diese zu schrecklich in der Realität? ;) Keine Angst, hier gibt es keine Verschwörungstheorien.

Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, meine Kinder selbst zu unterrichten – wenn wir „nebenbei“ arbeiten. Und die Jobs wollen wir behalten. Auch das ist unsicher in Krisenzeiten.

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Raupen-Kalender zum Ausmalen: Bald ist die Einschulung!

Es gibt keine Antworten für die Zukunft

Antworten habe ich keine, aber ich vertraue darauf, dass die Maßnahmen stimmen, die wir aktuell eingreifen. Wir helfen mit, die Gefahr zu mindern, gehen nur spazieren (einkaufen & zum Arzt), meiden aber Menschen und halten brav Abstand.

Ganz ehrlich? Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem eine weitere längere Schließungsperiode angekündigt wird. Aber wenn es so kommt, machen wir auch das mit. Bis zur Impfung – oder Abflachung. Wir hoffen weiter.

Und dennoch wüschen wir uns neben Gesundheit die unbändige Freude: Die Freude, die ein Vorschulkind eigentlich spüren sollte, bevor es zur Schule kommt. In vier Monaten soll die Schule für den künftigen Erstklässler starten. Wird das klappen? Ich drücke uns und euch allen die Daumen. Für Einschulungen, Schule, Kita, Jobs und einen normalen Alltag mit Gesundheit und anderen Themen als Corona.

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