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Kürzlich las ich von einer Familie, die eine Weile wie in der Steinzeit lebte. Einfache Unterkunft, kein Strom, keine Toiletten, kein warmes Wasser. Interessante Vorstellung. Das schweißt die Familie bestimmt zusammen oder sorgt für noch mehr Zwist. Was wäre, wenn wir keinen Strom hätten? Ein Gedankenexperiment.

Mein Mann und ich ohne Strom

Wir arbeiten beide mit Computern, er Softwareentwickler, ich SEO. Diese Jobs würden ohne Strom nicht funktionieren. Was würden wir tun? Mein Mann irgendwas mit Kinderbetreuung. Wären Kita-Erzieher nicht so schamlos unterbezahlt, würde er längst umschulen (warum auch immer man sich das antun will…). Ich würde vielleicht mit Pflanzen arbeiten oder das mittelalterliche Leben erforschen. Geht das ohne Internet überhaupt? In alten Büchern und Überlieferungen lesen, Rückschlüsse führen. Au ja.

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Was würden wir ohne Strom tun?

Wir würden mit kaltem Wasser duschen, denn der Durchlauferhitzer benötigt Strom. Das Essen bliebe kalt und auch Kaffee würde es nur noch Cold Brew geben. Frischluftgekühlt versteht sich, denn der Kühlschrank geht nicht. Tschüss, Eis! Die Wohnung bleibt im Winter kalt, einen Kohleofen haben wir nicht.

Hobbys ohne Strom gesucht

Unsere Hobbys müssten sich grundlegend ändern: programmieren, bloggen, Serien auf Netflix schauen, Computerspiele zocken, auf dem Kindle tausende Bücher lesen: all das ist nicht mehr möglich. Einzig Bücher würden bleiben, hätten wir die meisten nicht im Internet verkauft. Obwohl, der Mann ist in seinem Element: Joggen, Kajak fahren, draußen unterwegs sein. Nur was würde er abends oder im Winter machen? Im Kerzenschein Brettspiele spielen?

Kinder in der Realität 2.0

Machen wir uns nichts vor, auch unsere Kinder sind sehr an Strom und die Annehmlichkeiten gewöhnt, die er mit sich bringt: technische Geräte wie Fernseher, Tablets, Smartphones, Kassenspieler, tiptoi-Stift (Amazon-Affiliate) und Computer. Diese Geräte sind, wenn wir ehrlich sind, purer Luxus im Haushalt, sorgen jedoch für Kurzweil. Und manchmal auch Entlastung für Eltern. Nichts ist entspannter, als Kinder, die sich am Sonntagmorgen ruhig mit einem Hörspiel ins Bett legen und uns schlafen lassen. Kam zumindest beim großen Sohn schon mal vor.

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Langeweile Zuhause vorprogrammiert? Ich denke nicht. In der Übergangsphase könnte das passieren, doch es gibt so viele Dinge, für die sich der 6-Jährige interessiert. Experimente mit Wasser, unter dem Mikroskop, Tierspuren im Garten und generell die Natur. Wenn wir ihn erstmal vom Fernseher getrennt haben, liebt er es, durch Wälder zu streifen und Muscheln am Strand zu suchen. Das funktioniert wunderbar ohne Strom. Er würde vermutlich immer nach Fernsehen, Tablet oder Nintendo spielen fragen, wenn er eine Leerlaufphase hat. Das ist die Zeit, in der Kinder die besten Ideen haben. Zwischen Kinderbeschäftigung und Langeweile. Die möchte ich den Kindern nicht nehmen, indem ich digitale Medien permanent erlaube.

Und auch der 2-Jährige braucht keine elektrischen Geräte (während ich das schreibe, dürfen beide gerade eine Serie auf Netflix schauen). Ein Puzzle machen, hundert Bücher anschauen, mit Lego spielen, dem Bruder die Spielsachen klauen: es gibt etliche Sachen, die Sohn 2.0 sehr mag. Er findet es zudem öde, wenn der Fernseher zu lange läuft. Damit kann er im Gegensatz zu seinem medienaffinen süchtigen Bruder noch nicht viel anfangen. Allerdings mag auch er es, auf dem Kindertablet (Amazon Fire Kids Edition – Affiliate-Link) herumzudrücken und freut sich, wenn etwas geschieht. So spielte er auch schon Memory auf dem Tablet der Oma. Ob er es vermissen würde? Nein.

Fazit: Leben ohne Strom

Ein Leben ohne Strom wäre ein krasser Einschnitt in unser Leben. Für uns Eltern noch mehr, als für die Kinder. Komplett neue Jobs, keine funktionierenden Küchengeräte, nur kaltes Wasser und wie erklärt man die tausend Kinderfragen ohne Google? Ich denke jedoch, dass es sehr gesund wäre, weniger auf dem Smartphone oder am Computer unterwegs zu sein. Mehr im Jetzt und Hier, mehr offene Ohren für Kinder und Familie. Weniger Einigelung, mehr Ausflüge in der Natur und mit Freunden. Doch so ganz verzichten möchte ich dann doch nicht auf die heiße Dusche, den Kaffee mit Milchschaum, die Pizza aus dem Ofen und meinen Computer! Wie bequem es geworden ist, online einzukaufen: Windeln, Lebensmittel, selbst unseren Buggy (Moon Flac) und die Matratzen bekamen wir online. Ich mag Offline-Shopping gar nicht und kann mir ein Leben ohne Strom nicht vorstellen. Mein Mann schon – er träumt heimlich von einer kleinen Hütte im Wald, wo das Digitale keinen Einzug erhält. Ich hoffe, dass wir bis dahin keine Wickelkinder mehr haben. Aber Licht und Wärme hoffentlich schon.

Wie würde dein Leben ohne Strom aussehen?

Erzähl mir in den Kommentaren (oder gar als extra Blogbeitrag?), wie dein Leben ohne Strom aussehen würde. Wäre das was für dich und deine Familie?

Würdest du gerne noch mehr Gedankenexperimente lesen? :)

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