Im Studium bekam ich das alles super hin: Studieren und arbeiten. Dann kam im Studium mein erster Sohn auf die Welt, ich setzte ein Jahr aus und stieg dann in Teilzeit wieder ein, während ich meine Bachelor-Arbeit schrieb. Heute, acht Jahre später, arbeite ich noch immer Teilzeit und bin zusätzlich selbstständig. 

So wird aus zwei Jobs schnell insgesamt eine Vollzeitstelle. Neben einem neu gekauften Haus und drei Kindern. Wie machen wir das nur? Weg vom Perfektionismus mit vielen Krisengesprächen. Unser Alltag ist bunt und durcheinander. Und einiges leidet auch: Mülltonnen.

Arbeiten mit mehreren Kindern

Das frage ich mich vor allem immer auf meine liebe Bloggerkollegin Susanne (Blog: Nullpunktzwo). Sie arbeitet 30 h (zzgl. langer Anfahrt) und hat vier Kinder (und ebenfalls ein Haus).

Früher dachte ich immer, ein Haus haben unterscheidet sich nicht von einer Mietwohnung. Hahaha – ich lache heute laut. Es macht viel aus: viel Arbeit, die kein Vermieter übernimmt, samt der Verantwortung. Wenn es halten soll, muss man Energie und Geld reinstecken.

Susanne schrieb vor ein paar Tagen „Vom Irgendwie- Schaffen, Gedanken an die Zeiterfassung und Kalendern„. Ihr Zeitplan ist voll. Der Kopf rödelt, man rotiert. Es geht quasi um das Überleben trotz der Termine von Kita, Schule & Alltag.

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Arbeiten mit drei Kindern – das geht mit viel Organisation

Arbeiten mit drei Kindern – wie geht das?

Wenn alle Kinder gesund sind, passt unser Zeitplan perfekt. Das Fertigmachen am Morgen ist immer stressig. Seit dem Umzug in unser Haus stehe ich auch früher auf und helfe meinem Mann, der die Kita-Kinder bis zu 50 min lang in die entfernte Kita fährt.

Ich arbeite danach im Homeoffice, kann also pünktlich am Schreibtisch sitzen, wenn ich nicht in den Babyladen (Werbung, Arbeitgeber) fahre. Nachmittags steht dann eine kurze Mittagspause an und dann geht es weiter mit meinem anderen Job: dem Blog und das Rundherum. Die Pflege und Optimierung, Social Media und das Schreiben, Rezensieren und Testen dauert mehrere Stunden des Tages. 

Insgesamt komme ich also auch auf einen Vollzeitjob, der nie aufhört. Denn auch abends arbeite ich oft: E-Mails beantworten, schreiben und verbessern. Mal sehen, wie lange mein Kopf das noch mitmacht. 

Mein Schulkind geht allein zur Schule. Er hat sich in der neuen Umgebung gut eingelebt und ist sehr selbstständig. Mit ihm steht zwischendurch noch Lernen (das verhasste Einmaleins) auf dem Programm. Allein würde er das nicht machen. Wütende Worte wechseln die Besitzer. 

Dennoch möchte ich nicht darauf verzichten. Meine Arbeit macht mir Spaß und ich möchte weder auf meinen Hauptjob, noch auf meinen Blog verzichten. Doch es schlaucht sehr. Es fehlt Zeit zum Durchatmen.

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Arbeiten mit drei Kindern: Vereinbarkeit & Mental Load

Kind krank? Tschüss, Vereinbarkeit

Schlimm wird es, wenn ein Kind krank wird, auf mehreren Ebenen. Das Kind leidet, wir leiden mit ihm, haben aber schon im Kopf, wie wir das nun organisiert bekommen. Wir versuchen das bisher immer über Homeoffice abzufangen und auch Sascha springt oft ein. Das bleibt nicht auf meinen Schultern liegen.

Dennoch bleibt dann viel liegen: Wäsche, Haushalt, Zeit für sich und das gute Gewissen. Denn zumindest in meinem Kopf bleibt hängen:

Oje, ich muss doch mehr leisten, als das, was ich im Moment fabriziere. 

Würde mir mein Job keinen Spaß machen, würde ich das alles nicht machen können. Meine Kinder lange in der Kita haben, ihnen lange Wege zur Kita zumuten, weil wir keinen Kita-Platz in der Nähe haben: all das würde mich wahnsinnig traurig machen.

Arbeit als geistige Herausforderung

Doch Vollzeitmama, sollte es dieses Wort geben, bin ich ebenfalls nicht. Ich brauche die geistige Herausforderung und kann nicht den ganzen Tag Haushalt machen und mit Kindern spielen.

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Natürlich würde auch mein Einkommen fehlen, wenn ich nicht arbeiten würde. Das haben auch meine größeren Kinder verstanden: Ohne Geld kann man kein Essen kaufen.

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Wir schaffen das mit kleinen Niederschlägen: Job und Kinder vereinbaren

Der Stress holt uns als Familie heim

Wir merken allerdings, dass die Neuerungen mit Haus, Umzug und der Arbeit nicht spurlos an uns vorbeigehen. Unser Stresspegel ist permanent an Anschlag. Ich reagiere inzwischen auf manche Fragen anders, als ich es sollte.

Wenn dann noch gute Ratschläge zu diesen und jeden Themen kommen, bin ich kurz vor dem Explodieren. Als ob ich keine anderen Probleme hätte, brüllt es in mir. Und manchmal brülle ich auch so, alles rauslassen, in der Hoffnung, dass es hilft. Tut es nicht, niemandem.

Ich kann kaum hinsehen, wenn ich sehe, wie mein Mann sich zerreißt. Wie er extra früh aufsteht, im Homeoffice beginnt, die Kinder wegfährt, abholt und dann wieder ins Homeoffice verschwindet und dann noch im Haus arbeitet. Stress, der Spuren hinterlässt. 

Keine Zeit, keine Zeit

Wann haben wir eigentlich das letzte Mal unbeschwert mit unseren Kindern gespielt? Ich kann mich nicht erinnern. Ein richtiges Spiel, ohne an Flöhe, Umzug, Hausbau oder Jobs zu denken? Eine wichtige Erkenntnis – Bloggen kann definitiv therapierend wirken – die umgesetzt werden will. 

Dazu lese ich gerade einen Elternratgeber und erhoffe mir davon, bzw. aus dessen Lehren auch noch eine Stressreduktion. Wir müssen ganz dringend Termine reduzieren, mehr Freizeit schaffen, uns von dem trennen, was die Gesellschaft und Bekannte erwarten und uns um uns kümmern.

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Arbeiten im Homeoffice: sehr hilfreich in unserer Familie

Kein Babysitter in der Nähe

Wie neidisch ich oft innerlich reagiere, wenn ich höre, dass XY einen Babysitter hat, das Kind dort abgab und Zeit für sich hat. Wenn die Großeltern einfach zum Aufpassen vorbeikommen können, weil der Weg eben nicht zu lang ist. Wenn es gar einen Tag pro Woche gibt, an dem Oma ihr Enkelkind aus der Kita abholt.

Das habe ich mir (in einem Paralleltraum) immer gewünscht. Genauso wie ich mir wünschte, jobmäßig unabhängig zu sein und nicht in der kleinen Stadt festzuhängen und 1,5 h zur Arbeit fahren zu müssen. Deswegen zogen wir vor sechs Jahren nach Berlin, weg von der Familie. Man erntet, was man sät. Sagt man doch so, oder? Wir haben keinen Babysitter und manchmal finde ich das ganz schön schlimm.

Arbeit mit Kindern klappt nur mit Absprachen

Sascha und ich setzen uns regelmäßig hin und klären unsere Termine, von denen es einige gibt. Schule, Kita, Ärzte inkl. Vorsorgen für Zähne, Impftermine und Kontrollen. Neu sind häufige Besuche beim Kieferorthopäden. Daneben die Termine mit verschiedenen Behörden, Ämtern, Institutionen rund ums Haus.

Da fühle ich oft Freizeitstress: Freunde am Wochenende treffen? Bitte nicht auch noch ein Termin! Mittlerweile halten wir uns einen Tag am Wochenende frei und versuchen, nichts zu machen. Die Woche ist stressig genug.

Wir planen exakt, wer welchen Termin übernimmt. Und doch fällt einiges weg, was wir einfach vergessen. Zweimal bin ich nun schon zu den Müllwerkern gerannt und übergab die vollen Tonnen. Diese Woche hab ich es einfach vergessen. Der Biomüll stinkt hier weiter vor sich hin, zum Glück draußen.

Einen Vorsorgetermin für ein Kind vergaß ich zu planen, einen festen Termin beim Arzt mit Kind habe ich noch am selben Tag einfach ausgeblendet. Das passierte mir bisher nie: ich bin durchorganisiert, plane den Tag morgens für mich durch. Ich plane, was ich arbeite, esse und nachmittags mit den Kindern mache. 

Manche schaffen alles. Wir arbeiten daran, das Wichtigste zu wuppen: Kinder, Job & Freizeit | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Manche schaffen alles. Wir arbeiten daran, das Wichtigste zu wuppen: Kinder, Job & Freizeit

Mental Load – das Problem der Mütter 2018

Zu viel Mental Load. Einen guten Artikel dazu hat Mareike Kaiser geschrieben: Zum Unwohlsein der modernen Mutter.

Und eigentlich sollte der Blogpost viel positiver ausfallen, denn Arbeit mit drei Kindern klappt bei uns super. Es erfordert allerdings viel Kraft, Organisation und Zurückstecken. 

Es ist ein Umdenken erforderlich und Planung: Was ist uns wichtig: Jobs, Kinder und Freizeit. Alles andere kann warten. Was passiert auch, wenn man einen Arzttermin vergisst? Nichts. Man vereinbart einen neuen. Auch das musste ich erst lernen. Und noch vieles andere.

Was hilft euch im Alltag, um Kinder & Job zu vereinbaren?