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Laura schrieb vor kurzem einen Beitrag darüber, wie sie die Morgenroutine mit drei Kindern handhabt. Bei ihr klingt das eher entspannt, was ich für die Morgen bei uns nicht behaupten kann. Ich dachte sofort: Wow, das kommt auch bald auf mich zu: drei Kinder fertig machen. Davor habe ich sehr großen Respekt. Beim Lesen merkte ich jedoch, dass es trotz der (noch) unterschiedlichen Kinderanzahl einen großen Unterschied gibt: ich habe bereits ein Schulkind.

Ein Schulkind verändert den Alltag

Nie hätte ich gedacht, dass der Wechsel unseres großen Sohnes von Kindergarten auf die Schule so gravierenden Einfluss auf unseren Familienalltag hat. Obwohl ich mir mit meiner Teilzeitarbeit und dem nebenberuflichen Gewerbe meine Arbeitszeit frei einteilen kann, schränkt es mich sehr ein. Wir haben Glück: wir bekamen einen Hortplatz für unseren Sohn. Die Betreuung beginnt schon ab 7.45 Uhr, also bevor sein Unterricht meist zur zweiten Stunde beginnt. D. h. er muss irgendwann zwischen 7.45 und 8.30 Uhr in der Schule angekommen sein. Eine sehr große Zeitspanne. Doch da ist noch sein kleiner Bruder, der an einem komplett anderen Ort untergebracht ist. Zu Fuß ist das ein gutes Stück, sodass die Zeit bis zur Kita-Sperrzeit für das Frühstück sehr knapp ist. Kinder in verschiedenen Einrichtungen zu haben ist das erste Problem, dass ich mir im Voraus nicht so groß vorstellte. Mein Schulkind hat einen Hortplatz, der bis 16 Uhr läuft. Somit ist es gar nicht möglich, dass mein Mann ihn abholt, der bis 16 Uhr arbeitet. In Notfällen kann er zwar einspringen, doch stehen wir nachmittags stets vor der Frage: soll ich eine Stunde unterwegs sein, um beide Kinder pünktlich abholen zu können oder sollte unser 2-Jähriger bis 16.30 Uhr in der Kita bleiben, damit mein Mann ihn abholen kann?

Morgenroutine und Alltag mit Schulkind und Kleinkind.

Morgenroutine und Alltag mit Schulkind und Kleinkind.

Hausaufgaben: das notwendige Übel

Wenn ich meinen Sohn allein abhole, ist sichergestellt, dass er in Ruhe seine Hausaufgaben zu Hause erledigen kann. Im Hort ist es ihm zu laut dafür. Meist entscheiden wir uns für das geteilte Abholen der Kinder. Mir ist es auch lieber, dass er in Ruhe seine Aufgaben erledigt. Ist der kleine Bruder Zuhause, geht das nur mit viel Ablenkung. So nehmen wir in Kauf, dass der kleine Sohn ein wenig länger in der Kita ist. Ich denke jedoch: er ist gut betreut und bekommt dort in dieser Zeit mehr Spaß, als ich ihm zur Hausaufgaben-Zeit bieten kann, denn ich sitze auf seinen Wunsch daneben, wenn Sohn 1.0 arbeitet.

Das klappt zwar meist gut, doch bei manchen Aufgaben hatten wir bereits Diskussionen. Warum muss man etliche Reihen voll kleiner Zahlen füllen? Das ist doch langweilig, findet zumindest mein Sohn. Irgendwann hatte seine Lehrerin auch Erbarmen und gab ihm das nächste Matheheft, in welchem er rechnen darf. Die Langeweile verflog so schnell. Dennoch würde ein Pokemon-verrückter 7-Jähriger gerne sofort spielen, wenn er Zuhause ist. Stattdessen muss ich ihn ermahnen, dass er zuerst die Hausaufgaben erledigt. Das sorgt für zusätzlichen Stress. Warum kann man das nicht verpflichtend in den Hort einbinden. Die Antwort kenne ich natürlich: nicht genügend Personal & Geld. Dennoch finde ich es nervig, dass das auf die Eltern zurückfällt. Hausaufgaben sind Pflicht und ich muss dafür sorgen, dass mein Sohn sie erledigt.

Schulpflicht: nicht dürfen, sondern müssen

Als ich noch kein Schulkind hatte, belächelte ich die Urlauber, die ihre Kinder schon vor den Ferien aus der Schule holen wollten, damit sie billigere Flüge bekommen können. Heute nicht mehr. Wenn man plötzlich nur noch in den Ferien verreisen kann, merkt man die Preisunterschiede zwischen Haupt- und Nebensaison enorm. Doch das finde ich noch nicht einmal schlimm, da wir selten verreisen. Allerdings kam es im letzten Schulhalbjahr oft vor, dass Sohn 1.0 zusammen mit seinem kränkelnden Bruder Zuhause bleiben wollte, was jetzt nicht mehr geht. Es gibt die Schulpflicht.

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Die Erziehungsberechtigten der Schüler sind zur Überwachung der Schulpflicht ihrer minderjährigen Kinder verpflichtet. Befreiungen von der Schulpflicht werden nur in eng begrenzten Fällen ausgesprochen. Kommen die Erziehungsberechtigten ihrer Pflicht nicht nach, dann stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar, die einen Bußgeldbescheid zur Folge haben kann. – Quelle: Wikipedia, Schulpflicht

Wir Eltern müssen folglich sicherstellen, dass unser Sohn zur Schule geht. Dass das nicht immer harmonisch klappt, dürfte klar sein. Geh zur Schule, sonst müssen wir Geld bezahlen! – Das hat noch kein Kind überzeugt. In manchen Bundesländern kann sogar eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten verhangen werden (Wikipdedia).

Nicht falsch verstehen, ich finde es super, dass unser Sohn zur Schule geht und er überhaupt die Möglichkeit dazu hat. Es geht nur darum, dass es am frühen Morgen oft Streit deswegen gibt, weil eben noch gekuschelt oder gelesen werden will. Die Schule beginnt zu früh. Das sagte übrigens schon meine Biologie-Lehrerin: der Bio-Rhythmus des Menschen ist nicht unbedingt darauf eingestellt. Auf Twitter witzelte ich schon, dass ich frei wählbare Urlaubstage für Schulkinder sehr toll finden würde. Dafür dürfen die Sommerferien gerne stark gekürzt werden. Ein weiterer Nachteil der Schule: wie sollen Eltern ohne großes Betreuungsnetz die große Anzahl der verpflichtenden Ferientage ausgleichen?

Morgenroutine mit zwei Kindern – Der frühe Vogel schläft noch

Am schlimmsten finde ich jedoch das Morgenprogramm. Es stört nicht, dass zwei Kinder – bald drei! – fertiggemacht werden müssen. Es stört, dass unser Tag um 6.25 Uhr beginnt. Wenn nicht gerade ein Highlight auf dem Tagesprogramm steht, kommt unser Schulkind meist schwer aus dem Bett, obwohl er früh einschläft. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder, der so gut wie nie schläft. Nach dem morgendlichen Kuscheln, steht der 2-Jährige mit mir freudestrahlend auf, lässt sich anziehen und putzt oft seine Zähne. Seine Belohnung: er darf danach frühstücken. Ich weiß, nach dem Frühstück wäre das Zähneputzen sinnvoller, doch so sind die Kinder erstmal fertig, sodass ich in Ruhe duschen kann. Der 7-Jährige zieht sich mit etwas Glück im Bett oder Bad an und putzt freiwillig seine Zähne. Das Frühstück lässt er meist aus, obwohl es in der Schule erst gegen 10 Uhr eine Frühstückspause gibt. Das erinnert mich stark an mich damals. Ich aß sehr selten vor der Schule.

Ganz glatt läuft es jedoch nicht jeden Morgen. Oft mag sich einer nicht anziehen, will noch spielen oder weigert sich die Zähne zu putzen. Oder sie müssen ihrem Papa ganz dringend etwas Wichtiges sagen. Wir haben jedoch die Abmachung, dass ich die Kinder in der Früh fertig mache und er sie dafür zur Kita und Schule bringt. So entlasten wir uns gegenseitig. Dafür dürfen sie ihn aber nicht stören, denn er arbeitet bereits Zuhause vor, damit er idealerweise um 16 Uhr Feierabend machen kann. Wir organisieren unser Familienleben nach Zeitplan. Wenn sich die Kinder nicht in ihre Outdoor-Jacken pellen, gibt es den nächsten Stress. Sie müssen pünktlich los, damit der Mann mit Kleinkind nicht vor verschlossener Kita-Tür steht und der große Sohn zeitig in der Schule ist. Was an Zeit verbummelt wird, muss zudem nachgearbeitet werden.

Theoretisch haben wir eine Morgenroutine mit zwei Kindern, doch praktisch hapert es an der Umsetzung oder an der Mitarbeit mit den kleinen Familienmitgliedern. Nächsten Monat kommt unser drittes Kind zur Welt. Dann werde ich zwar morgens mehr Zeit haben, doch die Frage ist: wie funktioniert das mit drei Kindern, wenn zwei davon pünktlich losgehen müssen? Dann haben wir zudem zwei Wickelkinder, die versorgt und eines noch gestillt werden möchte. Mein Morgen wird noch früher beginnen.

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Wie macht ihr das morgens?

Liebe Eltern mit zwei oder mehr Kindern: wie bekommt ihr das alles pünktlich auf die Reihe? Wie machen das Eltern, die sehr zeitig zum Schichtbeginn auf der Arbeit sein müssen – ohne Gleitzeit? Verlinkt euch gerne in den Kommentaren. :)