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Meine Aktion #AGfromHell (Ursprung hier: Arbeitgeber aus der Hölle) stößt auf Anklang, doch auch kritische, bzw. positive Stimmen melden sich. Danke euch für die zahlreichen E-Mails! Stefanie, bald Mama von drei Kindern, schrieb mir einen Leserbrief, in dem sie erklärt, dass sie selbst aktiv wird und dass die Arbeit trotz Mutterschaft nicht in Mobbing enden muss. Ich bedanke mich für diesen tollen Beitrag, den ihr hier veröffentlichen darf!

Leserbrief von Stefanie – Gegenstimme von #AGfromHell

Liebe Sarah,

Es ist wichtig, dass du Müttern mit negativen Erfahrungen eine Plattform bietest, sich Gehör zu verschaffen und zu veröffentlichen, was meist verschwiegen wird. Um Frauen und Männer darauf aufmerksam zu machen, dass es solche unmöglichen Situationen gibt. Damit sie vorbereitet sind und nicht aus allen Wolken fallen. Dass sie wissen, dass sie sich das nicht bieten lassen müssen. Das ist gut. Das ist sehr wichtig.

Der Job und die Zukunft im Job ist ein wichtiger Faktor, den Frauen in die Entscheidung für oder gegen ein Kind einfließen lassen. Deshalb halte ich es für klug, den Negativberichten positive Beispiele gegenüberzustellen. Ich befürchte, dass das Bild anderenfalls zu einseitig wird.

Ich bin selbst 2-fache Mutter (2013 und 2015), schwanger mit dem 3. Kind. Ich bin berufstätig, arbeite seit Kind 1 reduziert. Dennoch bin ich nach wie vor Teamleiterin. An meiner Arbeitssituation hat sich nichts geändert: Ich bekomme nach wie vor neue Arbeitsmittel (bspw. teure Software), wenn ich den Bedarf deutlich mache, bekomme Weiterbildungen bezahlt, habe Verantwortung – auch für langfristige Projekte. Und allen anderen Müttern und Vätern in meinem Unternehmen, mit oder ohne Leitungsfunktion, geht es genauso. Niemand mobbt, weil eine Mutter oder ein Vater wegen krankem Kind zu Hause bleibt. Das gehört zum Unternehmensalltag dazu. In der 2. Schwangerschaft kürzte mir die Ärztin wegen der zu hohen Belastung meine Arbeitsstunden und auch das war kein Anlass für Mobbing oder für einen Entzug von Verantwortung.

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Aktiv am Unternehmen mitwirken, kann der Atmosphäre helfen, sagt Stefanie.

Nun ist mein Unternehmen kein Ressourcen-Paradies mit unendlich Budget und Personal. Wenn jemand ausfällt, ist das blöd – für die Projekte, die Kunden usw. Aber es macht keinen Unterschied, ob du wegen Kindern zu Hause bleibst oder sich ein kinderloser Kollege das Bein gebrochen hat.

Mein Unternehmen ist nichts besonderes – es ist ein 0-8-15 mittelständisches Unternehmen.

Wenn du möchtest, dass Frauen und Männer sich #AGfromHell nicht bieten lassen und sich dagegen wehren sollen, solltest du ihnen auch zeigen, dass den #AGfromHell Unternehmen gegenüberstehen, in denen Mütter und Väter geschätzte Mitarbeiter sind. Denn ich glaube, das macht denen Mut, die Negatives erfahren haben, und macht sichtbar, dass es Alternativen gibt.

Ich halte es für möglich, dass, wenn sich Mütter und Väter von #AGfromHell abwenden, anstatt sich dort quälen zu lassen, diese Unternehmen langfristig umdenken müssen, da sie tüchtige Mitarbeiter verlieren.

Das klingt doch super, oder nicht? Wie seht ihr das, kann man #AGfromHell verhindern, wenn man selbst aktiv wird? Oder gibt es vielleicht Unternehmen, in denen das Denken und die Einstellung so starr sind, dass werdende Eltern im Job einen schlechten Ruf haben?

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