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Während ich mit dem Neugeborenen im Wochenbett  Zuhause bin, geht das Leben da draußen weiter. Mein Mann hat zwar Urlaub, doch unsere Jungs wollen uns nicht die ganze Zeit zuschauen, wie wir das Baby anhimmeln. Sie wollen spielen und Aufmerksamkeit haben. Der Alltag will uns zurück. Immerhin haben wir nun drei Kinder!

Aufmerksamkeit auf drei Kinder verteilen

Ich finde es sehr schwer, mich von dem Neugeborenen zu lösen und mich voll ins Spiel mit den Jungs zu denken. Der 2-Jährige macht das alles noch super mit: er spielt auch gerne mit mir, während ich unser Baby halte oder stille. Bei dem Großen ist das komplizierter. Er möchte nicht vorgelesen bekommen, während seine Baby-Schwester dabei ist. Er braucht meine vollständige Aufmerksamkeit. Und das finde ich einerseits schwierig, da das Baby nun zu uns gehört! Andererseits ist da mein großer Sohn, der mit 7 Jahren dennoch klein ist. Er darf eifersüchtig sein und natürlich darf er auch die Zeit mit mir einfordern ohne dass “das niedliche Baby” mich ablenkt. In meinem Kopf muss ich mir das erst bewusst machen. Eifersucht ist da und ich muss Wege finden, damit umzugehen. Die Entthronung beginnt.

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Müde Mama: Zuhause mit dem Neugeborenen: der Alltag geht weiter

Der Müdigkeit trotzen und Zeit genießen

Unbedingt muss ich dafür meinen müden Schweinehund wegschicken, der mich dazu verleitet, dem Papa das abendliche Vorlesen übernehmen zu lassen. Auch wenn das Cluster Feeding in die Abendstunden fällt, kann ich den Jungs anbieten, vor dem Abendessen vorzulesen, die Zeit mit mir vorzuziehen.

Und ich muss mir eine andere Denkweise zulegen: Statt mich vor dem unruhigen Waschstress am Abend zu gruseln, versuchen auf das Vorlesen zu freuen und den Jungs richtig zuzuhören. Selbst das fällt mir manchmal schwer, wenn der 7-Jährige mir Dinge von Star Wars Raumschiffen im kleinsten Detail erzählt oder mir dreimal dasselbe berichtet, weil er denkt, ich höre nicht zu. Ich höre zu, doch an meiner Reaktion und Haltung muss ich noch arbeiten. Ich möchte da sein, meine Kinder sehen und ihnen zuhören.

Den Kindern aktiver zuhören und dies auch zeigen.

Abends fällt es mir besonders schwer ruhig zu bleiben. Ich muss mich häufiger auf das Gelesene im Buch Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn erinnern. Nicht erpressen, nicht drohen, wenn sie sich nicht beim Zähneputzen beeilen, lesen wir nicht mehr vor. So ein Unsinn! Vorlesen ist das Schönste am Tag mit den Jungs – Zeit, die wir exklusiv zusammen verbringen und das kuschelnd im Bett. Das ist für niemanden toll, wenn wir die Zeit streichen. Es ist ein festes Ritual vor dem Schlafengehen.

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Wie überwinde ich meine Müdigkeit? Einige werde sagen: den Kindern zuliebe geht das doch immer. Wie kann ich mitfühlend und den Kindern zugeneigt reagieren, wenn sie mich anmotzen und anschreien? Mir fällt das schwer. An diesen Tagen übernimmt mein Mann das Vorlesen, macht auch meist die Kinder im Bad fertig, während ich mit unserer Tochter beschäftigt bin, sie wickle, wasche und stille.

Der Alltag wird kommen – drei Kinder Zuhause

Wenn der Urlaub meines Mannes vorbei ist, werde ich trotz Wochenbett auch wieder das Schulkind von der Schule abholen und die Morgenroutine mit zwei Kindern übernehmen – zusammen mit dem Baby. Vermutlich hole ich davor auch Sohn 2.0 ab, der nicht so lange in der Kita sein muss, während wir Zuhause sind. Oder wir verschieben das, bis sich der Erstgeborene besser in die Situation eingefunden hat: mehr Zeit ohne den Bruder für ihn Zuhause. Das wird nochmal eine Zeit dauern, bis sich alles eingespielt hat. Mit drei Kindern nachmittags und manchmal auch abends allein Zuhause zu sein, wird spannend.

Die Frage wird sein:

Wie schaffen wir einen geregelten Alltag, in dem alle Kinder gesehen werden?