Werbung

Ob beim Bloggen oder im Freundeskreis: oft unterhält man sich lediglich über die schönen Momente im Alltag, die guten Erlebnisse mit Kindern. Stressige Situationen wie die Morgenroutine mit zwei Kindern, die Eifersucht bei der Entthronung besprachen wir hingegen kaum mit Freunden. Auch beim Bloggen bin ich eher vorsichtig: nicht alle kritischen Momente und Verhaltensweisen von uns und den Kindern sollen im Internet stehen. Doch zumindest im Freundeskreis möchte ich das ändern: auch über die unschönen Dinge sprechen, damit man andere Sichten und Hilfe bekommt. Reden kann Wunder wirken!

Vertrauen fassen und miteinander reden

Nachdem unser drittes Kind geboren wurde, hatten wir erneut mit der Entthronung zu tun. Vor zwei Wochen schrieb ich dazu einen Beitrag, der grob unsere Situation widerspiegelt. Das ist nur ein Anriss, eine genaue Analyse unserer Situation ist hier natürlich nicht möglich, ist auch gar nicht erwünscht. Was ich mir jedoch wünsche: Darüber reden. Das muss auch gar nicht im Blog erfolgen, denn nach dem Blogbeitrag sprach ich die Situation mit einer Freundin an, die ebenfalls drei Kinder hat.

Ihre Sicht half mir sehr zu verstehen, was in unserem Kind vor geht und was wir tun oder nicht tun können, damit die Eifersucht für uns besser verständlich ist und wie wir damit umgehen. Zudem fand ich auch die Blogkommentare und Tipps auf Twitter sehr gut. Ich stellte für mich fest, dass Exklusivzeit zwar toll und wichtig ist, dies aber nicht um jeden Preis und ausschließlich sein muss. Denn wir haben drei Kinder, die umsorgt werden wollen. Das kann auch als ganze Familie klappen, ohne dass wir mit teils großem Krafteinsatz für Einzelstunden mit einem Kind und Elternteil sorgen. Das zu lesen half mir ungemein.

Über Olles spricht man nicht - sollte man aber. | Mehr Infos: Mamaskind.de

Über Olles spricht man nicht – sollte man aber.

Aus Erfahrungen von anderen lernen

Sehr wichtig finde ich den Austausch mit Freunden, die alle mehrere Kinder haben und genau in derselben Situation stecken oder steckten. Natürlich ist jedes Kind anders, reagiert verschiedenen auf neue Dinge wie die Geburt eines Geschwisterchens. Gleich ist jedoch, dass die Eltern überlegen, wie sie das neue Familienmitglied am besten einbinden.

Manche nutzen die freie Zeit ohne Baby für exklusive Zeit mit dem großen Kind, andere haben das Baby immer dabei, damit klar wird: es gehört fortan zu uns und wir können dennoch zusammen spielen. Reden hilft, neue Denkansätze und mögliche Hilfen zu finden:

Werbung

Was könnte uns in der Familie helfen?

Mit dem Kinderarzt sprachen wir auch über das Thema Entthronung. Gewünscht hätte ich mir ein Gespräch ohne Beisein der Kinder, doch unsensibel sprach er die kritischen Punkte, die wir auf einem Zettel zu U10 bzw. U7a ankreuzten vor den Kindern an. Heraus kam, dass verhaltenstechnisch alles im Rahmen ist und wir uns im Internet über Triple P – ein Erziehungsprogramm – informieren können. Das half nicht weiter. Hingegen der Austausch mit Freunden schon. Und ja: man darf als Mama auch mal genervt sein.

Warum nur über schöne Dinge reden?

Viel zu selten sprachen wir bisher über Dinge, die vielleicht nicht so rund laufen. Wovor hat man Angst: dass man sich als schlechte Eltern outet? Dass man fürchtet, was die anderen denken könnten? Die Gefahr, dass echte Freunde dies unterstellen, ist vermutlich gering. Eher hat man nach einem solchen Gespräch das Gefühl, dass man nicht alleine ist. Freunde wollen helfen und tun das, indem sie einfach da sind oder tatsächlich auch Tipps haben, die man für sich in Betracht ziehen kann.

Daher möchte ich unbedingt weiterhin über Erziehung sprechen, auch bzw. gerade wenn man unterschiedliche Auffassungen von Erziehung hat. Jeder hat andere Tipps und Ansichten. Entgegen jedem Dogmatismus kann man sich überall etwas abschauen und ausprobieren. Mir half auch das Buch Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn (Amazon-Werbelink).

Denn das ist Erziehung selbst nach sieben Jahren Elternschaft für mich: ein ständiges Austesten.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – das gilt hier nicht. Reden kann Wunder wirken und Vertrauen schaffen. Freundschaften festigen und die Familienbindung verbessern. <3