Was sind falsche Freunde bei Kindern? Als Mama will ich nur das Beste für meine Kinder. Doch woher soll ich selbst wissen, was das Beste ist? Habe ich ein Recht darauf, auf die Freunde meiner Kinder Einfluss zu nehmen? Aus meiner Sicht kommt es darauf an. Ihre Freunde suchen sich meine Kinder selbst aus, doch wenn es gefährlich wird, kommt es zum Gespräch.

Wenn Kindern ihre Freunde nicht guttun

Wir haben es vermutlich alle bereits erlebt: Der eine Freund bzw. die eine Freundin scheint meinem Kind nicht gutzutun. Plötzlich tauchen Verhaltensweisen auf, die man selbst in Zusammenhang mit der neuen Freundschaft sieht. Nun ist die Frage: Sollte man als Eltern eingreifen, wenn ein Freund des Kindes einen vermeintlich schlechten Einfluss hat?

Freunde der Kinder akzeptieren

Ich denke, man muss hier unterscheiden, ob es sich um Verhaltensweisen handelt, die vielleicht störend, aber hinnehmbar (Jugendsprache …) oder um welche, die gefährlich sind (rauchen, Gewalt, Mobbing etc.).

Bei den hinnehmbaren Dingen muss man als Eltern einfach wegsehen. Ich weiß, das kann schwierig sein, besonders wenn beide Kinder scheinbar verschiedener nicht sein könnten. Vielleicht entwickelte sich gerade deswegen eine Freundschaft? Dann sollte man die Freunde durchaus akzeptieren.

Die Kinder müssen zudem eigene Erfahrungen machen, unter der Voraussetzung, dass keine Gefahr für jemanden besteht. Ich bin nicht dafür, die Kinder munter alles auszuprobieren oder sich an anderen abreagieren zu lassen. Bestimmte Grenzen müssen eingehalten werden. Genauso wie Eltern Vorbilder sein sollten: regelmäßiger Alkoholkonsum von Eltern? Auf keinen Fall.

Falsche Freunde bei Kindern

Anders sieht es aus, wenn es sich um falsche Freunde handelt. Wenn es „Freunde“ sind, die das eigene Kind ausnutzen, nur so tun, um sich Vorteile zu verschaffen. Es tut weh, es mit anzusehen, dass das eigene Kind ein Spielball wird.

Minutenlang sitzt sie auf der Blumenerde und wartet auf ihre kleine Freundin. - Mamaskind.de
Minutenlang sitzt sie auf der Blumenerde und wartet auf ihre kleine Freundin.

Narzissten-Freunde

Was hilft, wenn es sich um narzisstische Freunde handelt, die sich selbst als Mittelpunkt des Universums sehen und verlangen, dass sich die Welt um sie dreht? Die verlangen, dass Kinder Gefallen erledigen, Wünsche erfüllen und keine Rücksicht auf die Bedürfnisse der Freunde nehmen?

Ich habe selbst erlebt, wie narzisstische Personen agieren. Wie sie, Königinnen-gleich, ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen, ohne Rücksicht auf andere, ohne Empathie. Das Schlimme ist: Sie kommen damit durch, weil sich immer jemand findet.

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Zu Beginn merkt man nicht, dass man vom vermeintlichen Charme der narzisstischen Person gefangen ist. Gerne hilft man Freunden, das ist das Natürlichste der Welt. Klar, auch kleine Gefallen erweist man. Vielleicht beginnt es bei Kindern ebenfalls damit.

Das Bild des überheblichen Football-Spielers, der seine kleine Fangemeinde hat und „Freunde“ die für ihn Hausaufgaben machen, verbildlicht diese Gedanken.

Wie kann ich mein Kind vor falschen Freunden schützen?

„Du triffst dich nicht mehr mit deinem Freund!“ führt genau zu einer Sache: Dass sich das Kind erst recht mit dem Freund oder der Freundin trifft. Dann tut es das eben heimlich.

Hausverbot für Freunde der Kinder?

Ein Hausverbot für Freunde der Kinder ist dann ebenfalls nicht hilfreich. Dann wird sich eben vor der Schule verabredet oder man geht zufällig gemeinsam nach Hause. Verbote sind selten hilfreich, es sei denn es geht um Gefahren – in Verbindung mit Aufklärung und Gesprächen.

Sicher, ein Hausverbot würde dafür sorgen, dass der Freund nicht mehr eingeladen wird. Doch erstens ist es ein Vertrauensbruch – wie können Eltern sich das Recht nehmen, über Freundschaften zu bestimmen? – und zweitens bringt es nichts.

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Ich bin eher dafür, den Kindern ein Zuhause zu bieten, dass sie auch ihres nennen können. Unsere Hausregeln müssen natürlich eingehalten werden. Meine Kinder klären ihre Freunde diesbezüglich durchaus auf. Dann werden Schuhe ausgezogen, die Schultaschen kommen an einen bestimmten Ort usw.

Was ist, wenn die Freunde der Kinder nerven?

Sehr drastische Worte. Doch auch wenn man versucht, bedürfnisorientierte Erziehung zu leben, kann einem das schon mal durch den Kopf gehen. ;)

Es gibt ja immer dieses eine Kind, das besonders laut, besserwisserisch oder sehr lebhaft ist. Manchmal wird auch ein möglicherweise hochsensibles Kind so empfunden, wenn es die Gefühle zeigt. #truthbomb

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Ich bin dann immer sehr froh, wenn die Kinder ins Kinderzimmer gehen (obwohl das beim gemeinsamen Kinderzimmer nicht immer eine gute Idee ist). Auch hilfreich ist es, das Spiel nach draußen zu verlagern.

Man kann es sicher durchaus verschmerzen, eine Weile mit einem Freund des Kindes zu verbringen, der anders ist. „Nervig sein“ ist auch sehr subjektiv. Vielleicht sind auch die eigenen Kinder sehr lebhaft und das Besuchskind will am liebsten nur Bücher lesen, das man dann als Spaßbremse abstempelt. Ich habe alles schon erlebt, auch andersherum.

Anderssein ist nicht immer leicht – für keinen – daher kann man hier ruhig versuchen, diesen Gedanken zuvorzukommen. Stempel und Schubladen in Bezug auf Kinder sind keine gute Idee.

Gespräche mit Kindern führen

Es wird vermutlich nichts bringen, dem Kind zu sagen, dass der Freund womöglich einen schlechten Einfluss hat. Das Kind wird dann nur denken „ängstliche Mutter“. Sicher kann man Bedenken äußern, dann aber begründet.

Ich würde durchaus Dinge ansprechen, die aus meiner Sicht nicht in Ordnung sind, wenn die Freunde meiner Kinder ungesunde Verhaltensweisen an den Tag legen.

Bei kleinen Kindern sind das meist kleine Themen wie Süßigkeiten-Konsum oder die Zeiten mit digitalen Medien.

Gemeinsame Gespräche

Je nach Alter der Kinder finde ich zudem gemeinsame Gespräch hilfreich. Wir haben hier zu Hause andere Regeln als andere Familien. Dann leite ich fremde Kinder da durch. Das fängt bei kleinen Kindern beim Händewaschen vor und nach dem Essen an und geht beim Aufräumen weiter.

Bevor das nächste Spielzeug rausgekramt wird, müssen die Kinder eben gemeinsam die vorherigen Spielsachen aufräumen.

Sofern alle gesprächsbereit sind und es ein freundliches Umfeld gibt, können alle nur davon profitieren.

  • Vielleicht ist es in der Familie des Freundes total okay, dass Kinder kippeln, weil sie bewegungsaktive Stühle haben?
  • Vielleicht räumen die Eltern so gerne auf, dass sie das Spielzeug immer liegenlassen dürfen?
  • Vielleicht sind die Medienzeiten in anderen Familien anders, dass es hier auch erwartet wird?

Okay, für schmutzige Hände habe ich keine Erklärung, Hände waschen muss einfach sein. Doch du erkennst bestimmt meinen Punkt: Die Sicht der anderen Kinder einnehmen kann manchmal helfen und Gespräche sowieso.

Falsche Freunde bei Kindern - mamaskind.de
Falsche Freunde bei Kindern

Freundschaften der Kinder akzeptieren

Viele Freundschaften werden im Sande verlaufen, das ist nicht nur bei Erwachsenen so. Wenn die gemeinsamen Werte langfristig nicht passen, dann wird es keine feste Freundschaft. Daher bin ich bei den Freundschaften meiner Kinder eher entspannt.

Sicher, wenn ich etwas nicht in Ordnung finde, dann sage ich das. Z. B. würde über Schulhofprügeleien gesprochen, an der Freund XY beteiligt war. An meiner Reaktion sehen meine Kinder, dass ich das nicht gut finde. Sie speichern das ab und nehmen das vielleicht mit.

Interessiert bleiben

Letztlich weiß ich nicht 100 prozentig, mit wem meine größeren Kinder unterwegs sind. Ich bin darauf angewiesen, dass sie mir von ihren Freunden erzählen. Gerade durch den Jugendclub, in den meine Söhne gehen, sind da viele Namen, von denen ich noch nie gehört habe.

Auch wenn meine Jungs nicht viel reden, versuche ich, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei hoffe ich, dass es sich nicht nach Verhör anfühlt. ;) Gerade Schulkinder, junge wie ältere, sind nicht mehr rund um die Uhr betreut, wie es noch in der Kita der Fall ist. Beide Seiten brauchen Vertrauen und das gilt auch bei Freundschaften der Kinder.

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