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Wie freute ich mich damals, als mein erstes Kind zur Schule kam. Wir waren beide gemeinsam aufgeregt. Das hat sich mittlerweile gelegt, schlimmer noch: ich weiß, was auf meinen zweiten Sohn zukommt. Den habe ich nun ebenfalls zur Schule angemeldet. Er ist nun ein Vorschulkind. So richtig Freude kommt bei mir aber nicht auf.

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Einschulungstorte vom Bäcker – Schokolade!

Schulkind gefangen im System Schule

Zugegeben, wir hatten Glück in den ersten beiden Schuljahren von Sohn 1.0. Er hatte einen seichten Einstieg, kam gut an und fand schnell Freunde. Mathe war ihm schnell zu langweilig, doch die Lehrerin konnte seine Interessen wecken und ihm im Thema behalten. Das war möglich, weil dort neben der Lehrerin eine Erzieherin dabei war.

Doch der Schuldruck war da: die ersten Noten und der Schulstress folgten bald. In der vierten Klasse zog dieser sogar noch an, sodass mein Sohn selbst sagt: er hat Stress! Er ist neun Jahre alt, muss lernen, Hausaufgaben machen und hat Vereinssport. An vielen Tagen hat er dann eben keine Lust mehr auf Freunde treffen. Das ist das, was Stress mit dem Körper macht. Mein Kind ist gefangen im System Schule. Raus kommt er da nicht mehr.

Klar wollen wir die bestmögliche Bildung für unser Kind und sicherlich geht auch von uns Druck aus: Gymnasium ist das nächste Ziel. Wir wissen, mit einem guten Abschluss hat man die besten Berufschancen und kann das machen, was man selbst möchte. Nur dass der Druck so früh passieren muss und der Lernstoff nicht anders vermittelt werden kann ist mir ein Rätsel.

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Erstes Schreiben in der Schule. Geht gut!

Hausaufgaben abschaffen!

Schulaufgaben sollten Schulaufgaben bleiben und nicht nach Hause verlagert werden, wo die Bedingungen in den Familien unterschiedlicher nicht sein könnten. Man sieht es jetzt schon auf Elternabenden: manche bitten um eine Kürzung der Hausaufgaben, andere um eine Ausweitung weil sie gar nicht wissen, was ihr Kind lernen soll. Sie bitten gar um Zusatzaufgaben – auf demselben Elternabend.

Das geht für mich weit über das hinaus, was Eltern leisten können sollten. Denn wie gesagt: nicht jeder hat die Möglichkeit, dem Kind bzw. den Kindern uneingeschränkt jeden Tag bei Hausaufgaben zu helfen. Dabei wird meine Hilfe mitunter viel gefordert, wenn es ums Lernen geht oder ums Flöte spielen. Reiner Wahnsinn.

Die Kinder, deren Eltern das nicht leisten können, haben zum Teil schlechtere Karten, zeigen meine Beobachtungen und Gespräche auf dem Elternabend. Die Mütter, die noch mehr Aufgaben fordern sind nicht die Alleinerziehenden. Im Gegenteil. Der Druck, der da entsteht muss dringend aufgehalten werden. Unsere Kinder spüren das am eigenen Leib.

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Nach der Kita kommt der Stress

In der Kita ist alles noch kuschelig und spielerisch. In der ersten Klasse wird das in einen festeren Rahmen gepresst, auch wenn noch viel gespielt wird. Es gibt eine Anwesenheitspflicht. Vorbei mit dem Ausschlafen oder Steinchen am Wegesrand zählen. Zeit ist eh ein Problem: so wurden wir gebeten, dass die Kinder keine Schleifenschuhe mehr tragen, die sie nicht selbst binden können. Alles verständlich, doch fehlte mir die heile Kita-Blase mit den lieben Erzieherinnen, die noch näher beim Kind sind.

Wie gesagt: wir hatten bisher nur Glück mit den Klassenlehrerinnen, dennoch kommt der Stress bei unserem Kind und damit auch bei uns an. Streit wegen Hausaufgaben. Auch Tränen, wenn die Kraft nicht mehr da ist, aber sich das Kind selbst unter Druck setzt, weil es nicht ohne Lösungen da stehen will. Die eigenen Maßstäbe können selbst bei Kindern hoch sein.

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Gefangen im System Schule: Ich weiß, was auf mein Kind zukommt und bin wenig euphorisch. - Mamaskind.de
Gefangen im System Schule: Ich weiß, was auf mein Kind zukommt und bin wenig euphorisch.

Das zweite Kind kommt bald Jahr zur Schule

Nächste Jahr ist es soweit: unser zweiter Sohn kommt zur Schule. Das kann ich mir noch nicht vorstellen, so verspielt ist er und doch weiß ich: in einem Jahr kann viel passieren. Allerdings sehe ich dem nicht mehr so aufgeregt-euphorisch entgegen, wie es noch beim ersten Kind der Fall war. Ich weiß, was Schule für mein Kind und auch für uns bedeuten kann.

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Natürlich freue ich mich, dass mein Sohn dann endlich die Buchstaben und Zahlen richtig lernen kann. Darauf freut er sich schon. Ansonsten ist das Thema Schule noch nicht allzu präsent bei uns. Er geht gerne zur Kita, am liebsten in den Sandkasten.

In zehn Monaten wird das nur noch nachmittags möglich sein. Er wird dann mit 25 anderen Kindern zu festen Zeiten auf kleinen Stühlen sitzen und hoffentlich Spaß am Lernen haben. Andernfalls kann das schwierig werden. Dafür ist das System Schule nämlich nicht gedacht. Es kommt darauf an, was man daraus macht, welche LehrerInnen man hat und leider ja: wie viel Zeit die Eltern investieren können. Kind und Karriere muss man auch noch unter einen Hut bringen, wenn die Kinder längst zur Schule gehen.