Wie toll wäre es, wenn es keinen Druck von außen gäbe? Wenn das eigene Kind vielleicht nicht die Noten in der Schule bekommt, die man sich selbst wünscht, kann man ganz schnell in diese Druck-noch-mehr-Druck-Falle geraten. Ich verrate dir, was mir hilft, (etwas) gelassener zu sein, wenn es um schlechte Noten in der Schule geht.

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Gründe für einen schlechten Notendurchschnitt in der Schule

Ab der dritten Klasse gibt es bei uns Schulnoten für Kinder. Das ist eine Sache, die ich gerne in Grundschulen abschaffen würde. Kinder vergleichen sich, manche Eltern erwarten gute und sehr gute Noten und dadurch kann Druck schon bei kleinen Kindern entstehen. Ich kann es absolut nachfühlen, denn natürlich möchte ich, dass mein Sohn mit seinem guten Durchschnitt auch gute und sehr gute Noten bekommt. Bämm: Erwartungshaltung.

Wenn gute Noten fehlen - Mamaskind.de
Wenn gute Noten fehlen

Gründe für schlechte Noten können ganz einfach sein: Vom nicht Verstehen können des Stoffes, über zu Lernstörungen hin zu Faulheit. Auch andere Gründe wie Mobbing, Stress mit Freunden oder der Familie sind durchaus Faktoren, die man berücksichtigen sollte. 

Welche Konsequenzen hat eine schlechte Note in der Schule für das Kind?

Die Konsequenzen sind natürlich unterschiedlich. Ich habe einige Gespräche mit meinem Sohn geführt, wie er die eine schlechtere Note erklären kann. Es war eine Klassenarbeit und zählte damit deutlich mehr als andere Noten. Und sicher gibt es Eltern, die *eine* schlechte Note gar nicht erst ansprechen.

Erstmal passiert gar nichts weiter in der Schule. In manchen Fächern dürfen die Kinder eine alternative Leistung erbringen, damit sie die Note ausgleichen können. Das finde ich super, denn das hilft den Kindern, die nur einen schlechten Tag hatten.

Mein Sohn hat für die Deutscharbeit einfach nicht gelernt. Er hatte keine Lust, das merkte man auch an seiner Haltung. Dabei boten wir ihm vorab an, ihn abzufragen und erinnerten, dass er eine Arbeit schreibt und er doch *jetzt* lernen könne. Er lehnte alles ab.

Weg mit den Computerspielen

Die Konsequenz war bei uns, dass wir die Computerzeit einschränkten, obwohl wir Medienzeiten für Kinder haben. Ja, Verbote sind laut Erziehungsratgeber keine gute Idee. Obwohl es ein Verbot ist, sah ich es dennoch als Hilfeleistung. Wir boten ihm die Möglichkeit, sich auf die nächsten Arbeiten vorzubereiten.

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Lernmuffel bleibt Lernmuffel. Die Strafe brachte nichts. Dann zockte er eben nicht, sondern traf sich mehr mit seinen Freunden. Das ist ein netter Nebeneffekt, aber Kinder, die keine Lust aufs Lernen haben, kann man durch Strafen nicht motivieren. Im Gegenteil!

Mein Mann meinte zu ihm, wenn er keine 1 oder 2 in der nächsten Arbeit schreibt, dann kommt der Computer weg. Das ist natürlich vollkommener Bullshit. Erstens kann jeder einen schlechten Tag haben oder das Thema verfehlen und zweitens animierte ihn das dennoch nicht dazu, mehr zu lernen.

Und mal ehrlich: Das kann ja nicht das Ziel sein, dass ein Grundschüler so viel lernt, dass er keine Zeit mehr für Freunde und Spiele hat!

Was du tun kannst, um deinem Kind zu helfen

Also: Strafen sind eine doofe Idee. Stattdessen könntest du es so machen, wie ich. Wir haben unserem Kind dann erlaubt, nur eine Stunde am Tag zu Hause am Computer zu spielen. Das Smartphone ist ab 20 Uhr auch aus (mit Kindersicherung). Das fand unser Sohn akzeptabel, als ich das ansprach und hat es so angenommen.

Ich muss dazu sagen: Mein Sohn hat keine Lernschwierigkeiten. Er lernt sogar noch schneller als ich, wenn es um Gedichte geht oder das Verständnis von Mathe. Damit hatte ich früher sehr zu kämpfen, z. B. beim Einmaleins lernen.

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Wenn es um Lernschwierigkeiten oder andere Probleme ginge, würde ich zuerst das Gespräch mit der Lehrkraft suchen und dann Lösungen finden. Ob das nun Nachhilfe ist, eine andere Lernform etc. Man muss nicht alles allein lösen.

So kannst du dein Kind unterstützen

Dein Kind kann nicht in jedem Fach gut sein. Das ist einfach so und das muss auch keine Schande sein! Wenn dein Kind im Mathematikunterricht zum Beispiel am meisten Schwierigkeiten hat, dann biete ihm Hilfe an.

Wenn du es selbst nicht gut erklären kannst, suche Unterstützung. Ein Gespräch mit der Lehrerin bzw. dem Lehrer kann auch sehr wertvoll sein. So findest du heraus, ob dein Kind in einem Schulfach generell Probleme hat oder es eine Ausnahme war.

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Noch ein Gedanke dazu: Wer sagt denn, dass ein Kind in jedem Fach gute und sehr gute Noten haben muss? Man kann gar nicht in allen Bereichen Überflieger sein. Mein Ziel ist es jedenfalls nicht, deswegen fokussiere ich mich im Job auch auf eine Nische.

Kinder können sich noch ausprobieren. Über Musik-, Kunst- und Sportnoten sprechen wir erst gar nicht, wenn es um die reine Performance geht. Dort finde ich die Benotung zudem sehr sinnlos und entmutigend. Sicher kann man viel lernen, aber Sportmuffel werden sich vielleicht nicht denken: „Jetzt übe ich Weitsprung besonders eifrig!“. So ziehen sich die schlechten Noten durch die Schullaufbahn. Kreatives und Sportliches sollte meines Erachtens nach nicht benotet werden!

Gespräch mit der Lehrerin

Bei uns kam im Gespräch mit der Lehrerin übrigens raus, dass wir uns überhaupt keine Sorgen machen müssen. (Sie hat nicht „Helikoptereltern“ gesagt!) Ich hatte ihr gesagt, dass wir ein Computerverbot erteilten, dass ich das aber selbst blöd finde.

Sie meinte daraufhin: Die größte Bestrafung ist die Note und die hat ihn echt mitgenommen. Das war ein Denkzettel, den er vielleicht auch gebraucht hat, meinte sie.

Klar, bisher kam er sehr gut ohne Lernen durch die Grundschule. Doch das jetzige Halbjahr ist relevant. Es entscheidet zusammen mit den vorherigen Noten, ob mein Sohn Chancen an seiner Wunschschule hat. In Berlin hat jedes Kind immerhin drei Wünsche für die weiterführende Schule frei.

Druck rausnehmen und entspannt bleiben

Dabei möchte man doch seinem Kind das Lernen erleichtern und stattdessen den Druck rausnehmen, oder? Wir haben die Strafe aufgehoben und gesagt, dass das Quatsch war.

Stattdessen fragte ich, ob er Tipps zum Lernen haben möchte. Er entschied sich schließlich für Lernzettel. Die halfen mir damals schon. Er schreibt nun selbst Zusammenfassungen mit der Hand vor Klassenarbeiten.

Damit kann er dann lernen und sich Informationen bereits beim Schreiben merken. Er hat sich zudem leere Karteikarten* gekauft, die er mit Vokabeln beschriftet. Abgefragt werden will er nicht. Außerdem nutzt er manchmal die Anton-App, in der eine Lehrerin Aufgaben freigibt, die die Inhalte vertieft.

Was ich damals sehr cool fand, war eine Lernbox mit Karten*. Die können selbst beschrieben werden. Dann können Themen, die schon gut beherrscht werden, nach hinten gesteckt werden (mit Farbsystem). Sachen, die noch mehr vertieft werden müssen, steckt man nach vorn, sodass die häufiger drankommen.

Wer will hier gute Noten haben?

Weg mit dem Druck! Vielleicht kann man mal in sich hineinhorchen und überlegen, wer überhaupt die guten Noten haben will. Ist es wirklich das Kind, das unbedingt aufs Gymnasium will? Bei uns ist das in der Tat so, da viele seiner Freunde auch zu einem bestimmten Gymnasium wollen.

Wenn es aber nur die Eltern sind, kann wiederum ein Gespräch mit der Lehrerin helfen. Sieht sie das Kind auch im guten schulischen Bereich? Kann es ggf. mit Unterstützung die Aufnahme an der Wunschschule schaffen und dort auch klarkommen?

Die Aufnahme auf dem Gymnasium oder einer anderen Wunschschule ist eine Sache: Das Kind muss die Aufgaben auch bewältigen können, ohne selbst unter großen Druck zu geraten.

Mir hat hier vor allem ein Buch die Augen geöffnet, dass ich nächste Woche vorstellen werden. Für mehr Gelassenheit in schulischen Dingen und der gesamten Erziehung.

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