Unsere Nächte sind anstrengend, vor allem für meinen Mann, der immer wach wird, wenn Sohn 2.0 aufwacht und sofort zu weinen anfängt. Er will dann „l-l“ (stillen), ruft laut Mama und setzt sich im Bett hin. All das, obwohl er genau zwischen uns im Familienbett liegt. Im Kinderzimmer haben wir sogar ein weiteres Familienbett selbstgebaut, in dem beide Jungs einschlafen. Zusammen mit meinem Mann beschloss ich, dass die Nächte besser werden müssen. Denn auch der große Sohn wacht oft auf, wenn der kleine schreit. Wir versuchen es mit dem nächtlichen Abstillen.

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Sanftes Abstillen mit 22 Monaten

Einschlafstillen und kuscheln ist ok

Ich kann mich schwer mit dem Gedanken anfreunden, gar nicht mehr zu stillen. Er ist ja noch so klein, denke ich. Er ist erst 22 Monate alt! Er ist schon so groß, sagt gleichfalls mein Mann. Er hat zwar nichts gegen das Stillen unseres Kleinkindes, fände es aber ok, würde ich es nicht mehr machen. Mehr als ok, wenn dadurch auch unsere Schlafsituation besser würde. Einschlafstillen mit anschließendem Kuscheln möchte ich gerne beibehalten. Unser Ritual wird nach dem Essen und Waschen mit Vorlesen eingeläutet. Mein Mann liest dem Großen vor, während ich im selben Bett Sohn 2.0 stille. Wenn er mit dem Trinken fertig ist, sage ich ihm, dass er loslassen kann. Das macht er meckernd und braucht dann viel Zeit, bis er einschläft. Manchmal will er weitere Male gestillt werden oder auch nur mit uns kuscheln. Das zieht sich abends bis zu zwei Stunden, sodass wir mitunter erst um 21.30 Uhr Feierabend haben. Es bleibt eine Stunde Zeit, die wir frei einplanen können. Zugleich sind wir aber sehr erschöpft, denn die Nächte sind anstrengend. Wir brauchen auch unsere Freizeit!

Die erste Nacht mit der Stillpause

Die erste Nacht, in der ich mit dem Stillen aufhörte, war laut. Am Abend erklärte ich meinem Sohn, dass wir jetzt stillen und in der Nacht nicht mehr. Er begann sofort zu weinen, meine Zuversicht schwand. Doch ohne Tränen geht es wohl nicht, wenn das Stillen von der Mama aus gesteuert wird? Mein Mann schlief gleich im Kinderzimmer beim kleinen Sohn, um beruhigend auf ihn einzureden und mit ihm zu kuscheln. Sohn 2.0 wurde in der ersten Nacht dreimal wach und schrie. Er wollte „Mama“, er wollte stillen. Mein Mann trug ihn tapfer durch die Wohnung, bot Zwieback und Milch an, was er beides ablehnte. Er ließ sich wieder beruhigen und schlief wieder ein. Kurz vor 6 Uhr war die Nacht dann vorbei und er durfte endlich wieder stillen.

Wie wir uns damit fühlen

Ich habe noch nie so gut geschlafen, obwohl ich zweimal wach wurde, weil ich ihn von weitem schreien hörte. Tatsächlich überlegte ich, ob ich hinrenne und ihn stille, was aber nicht förderlich wäre. Doch ich weiß, dass mein Mann das hinbekommt. Immerhin ist er derjenige, der nachts mit den Babysöhnen kilometerweise die Wohnung durchschritt, um sie in den Schlaf zu wiegen. Für den kleinen Sohn ist das ohne Zweifel eine schwere Zeit. Ich hoffe, dass er sich schnell daran gewöhnt, nur noch abends und morgens zu stillen und irgendwann gar nicht mehr. Als ich meinen Mann nach seinem Empfinden fragte, antwortete er, dass die Nacht nicht schlimmer war, als alle anderen. Da fiel mir erst auf, wie sehr er leidet. Denn natürlich stillte ich den Kleinen bisher sofort, doch wach wurden alle dennoch durch das laute Weinen. Ich erinnere mich in Fetzen an das Abstillen vom ersten Sohn, als er 13 Monate alt war. Es war schlimm. Auch er weinte und konnte es vielleicht weniger fassen, was mit ihm geschieht, warum er auf einmal nicht mehr trinken darf. Ich bin gespannt, ob es für uns eine gute Lösung ist, nur in der Nacht abzustillen oder ob es hinderlich ist, weil Sohn 2.0 es noch nicht versteht: abends und morgens wird gestillt und nachts nicht?

Die zweite Nacht ohne stillen: viel besser!

Ich weiß nicht, ob es Zufall ist, mein Sohn wachte nicht wie sonst um 22.30 Uhr auf, sondern erst um 2 Uhr! Party! Erneut schliefen Sohn und Mann im Kinderzimmer – wo er ihn versuchte zu beruhigen. Er weinte, wollte wieder seine Mama haben und lehnte das Essen und Trinken ab. Mein Mann redete sanft auf ihn ein, woraufhin er sich hinlegte und nicht kuscheln wollte. Er war verärgert, dass ich nicht gekommen bin und ihn wie bisher gestillt habe. So schlief er alleine wieder ein – mit seinem Papa an der Seite.

Sascha sagte, dass er nachts wohl mehrmals aufwachte, sich aber statt zu schreien, einfach im Bett wälzte und sich selbst in den Schlaf kuschelte. Das klingt so, als würde es in die richtige Richtung gehen! Das nächste Mal meldete er sich erst um halb 6. Eine Zeit, die mein Mann als Morgen definierte und zu der mein Sohn wieder gestillt werden darf. Er genoss es sichtlich. Zusammen schiefen wir nochmal ein und ich stillte ihn erneut um halb 8. Eigentlich nicht nötig, da es ja bald Frühstück geben würde, aber für uns beide ist das Morgenstillen so schön.

Die dritte Nacht: Mama wird gebraucht!

Der kleine Sohn wurde wie zu Stillzeiten um 22.30 Uhr wach und ließ sich nicht mehr beruhigen. Er war wütend, wollte zu mir. Es half nichts. Also holten wir ihn zu uns ins Familienbett, wo wir zu viert schliefen, bzw. es versuchten. Denn stillen wollte ich nicht und kuscheln verweigerte der Sohn. Er war so wütend, weil er nicht stillen durfte. So machten wir das zusammen durch. Wir waren für ihn da und er schlief irgendwann ein. Es dauerte sehr lange. Am Morgen wachten wir fröhlich auf und ich fragte Sohn 2.0, ob er aufstehen möchte. Er bejahte und vergaß vollkommen das morgendliche Stillen. Ein erstes Mal.

Die vierte  und fünfte Nacht: es wird langsam besser

Das abendliche Stillen muss sein. Zumindest wenn ich in der Nähe bin fordert er seine Muttermilch lautstark ein. Auch wenn ich erst um 20 Uhr nach Hause komme und er eigentlich schon sehr müde sein müsste. Einschlafstillen ist für mich immer noch in Ordnung und schön. Gestern schliefen Sohn 2.0 und mein Mann wieder im Kinderzimmer, wo er mehrere Male wach wurde, aber ohne Geschrei wieder in den Schlaf finden konnte. Die Nächte werden besser, juchu! Angenommen, es bleibt so: ich hätte nie gedacht, dass das Stillen schuld an unseren schlechten Nächten ist. So hörte ich doch immer, dass es keinen Unterschied macht, ob man stillt oder nicht. Vielleicht gilt das auch nur für Babys?

Ich hoffe, dass er seinen Schlafrhythmus finden wird, sodass wir alle wieder durchschlafen können. Das ist bei uns nun fast zwei Jahre her. Zwei Jahre, in denen wir nicht mehr als drei Stunden am Stück geschlafen haben. Doch mir fällt auf: heute habe ich wieder durchgeschlafen. Endlich. Bitte mehr davon.

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