Als ich gerade wieder die Amazon-Wunschlisten für die Kinder vollpackte, das ist für mich fast wie einkaufen, überlegte ich, ob der Junge das überhaupt alles braucht. Ich ließ ihn kürzlich alles aus einem Spielzeugkatalog ausschneiden, was ihm gefällt. Zusammen kamen fünf DIN A4-Blätter. Wahnsinn. Hauptsächlich Lego, Autos, ein Yoda-Kuscheltier, elektrische Fahrzeuge und eine Toiletten-Treppe. Haha. Dabei war sogar ein Buch vom Drachen Kokosnuss – der Buchreihe, von der wir langsam jedes Werk sammeln und oft lesen.

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Wie viel Spielzeug ist zu viel?

Schon als ich die letzte Lego-Bestellung auspackte, die als Trost für seinen verletzten Zeh dienen sollte, überlegte ich, wann er das letzte Mal zwischendurch etwas bekam. In der Woche zuvor kam sein Bücher-Abo vom Librileo an, dann durfte er sich vom Taschengeld etwas im Legoland kaufen (was erst für 8-Jährige geeignet ist, dauernd in seine Teile zerfällt und doof ist) und davor im Sommer eine riesige Lego Feuerwehrstation. Einfach so. Unerwähnt bleiben die vielen Kassetten und Bücher, die wir nebenbei erwerben und ihm zukommen lassen.

Definitiv ist das zu viel bzw. das falsche Lego. Der Sohn baut am liebsten eigene Fahrzeuge, ich nach Anleitung. Ja, ich weiß, ich darf mich nicht ärgern, wenn er die eben aufgebaute Burg umbaut… Bücher kann man meiner Meinung nach nie zu viele haben. Die Kaufsucht bekommen wir durch wöchentliche Bibliotheksbesuche aber ganz gut in den Griff. Die Omas kaufen gerne Kleidung, das würde ich aber nicht zu Geschenken zählen. Darüber freuen sich Kinder meist nur ansatzweise. Obwohl Hemden mit Begeisterung empfangen werden (Geschenketipp!).

Süßigkeiten darf er nur ansatzweise verspeisen, der Rest wandert in den Schrank und meist später in die Mägen der Arbeitskollegen oder, wenn schon abgelaufen, in den Müll. Kürzlich schmiss ich die Schokolade von drei Ü-Eiern weg, weil der Sohn diese nicht essen wollte, bzw. sich zur Kaffeezeit für andere Dinge entschied. Die Mengen, die hier angeschleppt werden, kann kein Mensch essen. Mein Rat an die Großeltern war, lieber zu einer Kinderzeitschrift zu greifen. Dann muss ich nicht wegen der vielen Süßigkeiten schimpfen und der Sohn freut sich. Den Plastikschrott, der meist dabei ist, kann ich später aussortieren. Manche Dinge sind aber wirklich toll und er spielt lange damit.

Was zu Weihnachten schenken?

Bleibt aber immer noch die Frage, was wir und andere dem Sohn zu Weihnachten schenken wollen. Natürlich hat er seine Wunschliste fertig geklebt und erwartet auch, etwas davon zu bekommen. Ich teilte ihm bereits mit, dass es kein selbststeuerbares Auto zum Draufsetzen geben wird – Platzmangel (und diese Dinger sind nervig, so!). Das versteht er auch. Er würde aber sicher nicht verstehen, wenn er „nur“ einen Eimer große Legosteine bekommen würde, weil er die am ehesten zum Spielen nutzen würde, statt einer Polizeiwache von Lego, mit er er sowieso noch nicht so umfangreich spielt, die ich wieder aufbauen muss und er wieder in den Kisten verschwinden lässt (davon haben wir zehn nach Farben sortiert).

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Klar, könnten wir ihm „nur“ ein Buch schenken, vielleicht noch ein Vorschul-Übungsbuch dazu und ein Sticker-Klebebuch. Ein Kinderkeyboard wäre doch auch super! Und mit dem Lego Güterzug würde er bestimmt monatelang spielen, wie auch mit seiner Holzeisenbahn. Konsumfalle! Woher weiß man, was zu viel ist? Ja er hat zu viel, aber erfüllen wir uns durch Geschenke nicht auch eigene Wünsche? Ich bin meist diejenige, die Lego kauft. Zu meinem 27. Geburtstag (ja, dieses Jahr!) habe ich sogar eine Lego Ritterburg bekommen, eine ähnliche wünschte ich mir bereits vor 20 Jahren.

Auch wenn ich sehr gerne ausmiste, Ungebrauchtes verschenke, verkaufe oder wegschmeiße, bekomme ich es beim Sohn nicht auf die die Reihe. Klar könnten wir uns für den Sohn Eintrittskarten fürs Legoland, Schwimmbad, Tropical Island etc. wünschen, aber was packt er dann aus?

Ja, er ist verwöhnt und vor allem daran gewöhnt, dass wir ihm viel schenken. Ist das bisher bedenklich? Bekommen wir irgendwann den Fehler mit? Letzte Woche noch sagte ich dem Mann, wird dürften ihm nicht so häufig etwas schenken. Derselbe Mann bringt heute eine Überraschung von der Firmenreise mit… Wie macht ihr das?

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