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Geduld ist nun gar nicht meine Stärke. Davon kann meine Familie, besonders aber ich, ein Lied singen. So schrieb ich vor 1,5 Wochen einen nahezu verzweifelten Beitrag: Wann spüre ich mein Baby? Dass dies in der 16. Wochen auf keinen Fall sein muss, erzählte mein Arzt bei der letzten Vorsorgeuntersuchung. Und mit dem Wechsel in die 18. Schwangerschaftswoche war es da: die erste spürbare Bewegung von Baby 3.0.

Kleine Momente mit dem Bauch-Baby genießen

Schon in meiner ersten Schwangerschaft beschrieb ich in meinem selbstgebastelten Schwangerschaftsalbum, dass sich die ersten Bewegungen des Babys wie ein Schmetterling anfühlen. Genauso ist bei meinem kleinen Bauch-Mädchen: sanfte Bewegungen, die ich besonders abends spüre, wenn ich zur Ruhe komme. Ganz kurz, ganz wenig, dann ist das schon wieder vorbei. Diese Momente versuche ich besonders zu genießen. Im Gegensatz zu den Schwangerschaften mit meinen Söhnen bin ich nun noch mehr in den Alltag, Job und die Gedanken rundherum eingebunden.

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Ob ich hier schon sitzen darf? Trotz kleinem Bauch? ;)

Beim ersten Sohn war ich mitten im Studium, hatte einen Nebenjob als Online-Redakteurin und SEO, dem ich bis zum Mutterschutz nachging, und musste nur noch an meine Bachelorarbeit denken. Die Verantwortung war gering, wir mussten nur für uns beide sorgen und langsam unser Familienheim ausstatten. Wir zogen von einer 2- in einer 3-Raum-Wohnung und freuten uns auf unseren ersten Sohn.

Die Schwangerschaft mit dem zweiten Sohn verlief eher sorgenvoll mit vielen, kleinen Problemen. Blutungen, vorzeitige Wehen, Stress. Ich landete früh im Beschäftigungsverbot. Bis zuletzt dachte ich, dass Sohn 2.0 doch niemals so lange im Bauch bleibt. Doch er schaffte es fast bis zum Geburtstermin. Schon in dieser Schwangerschaft merkte ich, dass wir weniger Gedanken und Zeit für das Kind im Bauch hatten. Statt eines ausgiebigen Kurses belegten wir nur einen Geburtsvorbereitungskurs am Wochenende.

Keine Ruhe in der dritten Schwangerschaft

Unser Leben hat sich stark verändert. Statt BaföG und Studentenstellen haben wir einen Vollzeit- bzw. Teilzeitjob, eine Wohnung mit krasser Miete und zwei Kinder, die nicht nur Nahrung & Kleidung brauchen, sondern auch Liebe und Zuwendung. Zeit mit uns. Wir haben die volle Verantwortung für zwei Kinder (und eine Katze). Von 0 auf 100 in wenigen Jahren. Das zeigt sich nun auch in der Schwangerschaft mit meinem dritten Kind.

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Statt stundenlang auf Babyausstattungsseiten zu surfen, mache ich Einkaufslisten, denke über anstehende Termin in Kita, Schule und Job nach und versuche, gemeinsam mit meinem Mann den Haushalt zu bewältigen. Aktuelles Ziel: ein Wäschekorb, der sich auch wieder schließen lässt. Keine Zeit dafür, unter den vielen Angeboten ein passendes Schwangerschaftsöl zu finden, bzw. mich damit einzuölen. Ein weiterer Geburtsvorbereitungskurs erscheint uns unnötig. Atmen: das schaffen wir schon irgendwie. Wieder Zeit, die für fokussierte Gedanken an mein Bauch-Baby fehlen. Wichtig ist nun, dass wir die Geschwister auf die Geburt vorbereiten und wir eine Betreuung für die Kinder während der Geburt finden.

Daher genieße ich abends die kleinen Stupser, die Baby 3.0 mir widmet. Ok, vielleicht nicht ganz allein mir, doch die Vorstellung ist doch schön, oder? Unsere gemeinsame Zeit am Abend. Nur ich spüre sie. Bis zu den kräftigen Tritten, die man auch auf der Bauchdecke spürt, ist es noch ein wenig hin. Doch sehr eilig habe ich es nicht damit. <3