Seit 2015 bin ich nebenberuflich selbstständig und arbeite auch in meinem Hauptjob als angestellte SEO meist im Homeoffice. Wie leicht es da wäre, ein bisschen auf der Tastatur rumzuklimpern und nebenbei auf den Fernseher zu starren. Das killt jede Produktivität und kommt bei mir nicht vor. Ein paar Tipps für mehr Struktur im Homeoffice habe ich dafür. Und sau coole Tools!

8 Tipps gegen die Ablenkung im Homeoffice

Nach über drei Jahren im Homeoffice habe ich einige Sachen ausprobiert, die mir bei der Konzentration helfen. Die Arbeit liegt herum, ob nun Aufgaben für den Hauptjob oder Krümel unter dem Esstisch. Ich musste lernen, einige Sachen auszublenden und andere zu erledigen, bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Daher habe ich einige Tipps gegen die Ablenkung im Homeoffice aufgeschrieben. :)

1. Kämpfe gegen den Klickfinger!

Facebook & Co. sind nur einen Klick entfernt. Schnell driftet man ab, antwortet nicht nur auf ein Kommentar, sondern steckt plötzlich in einer Diskussion über effektive Schädlingsbekämpfung. Der Klickfinger findet die Social Networks ganz von selbst. 

Was mir hilft: Ziele setzen. Erst wenn ich die eine Aufgabe erledigt habe, gönne ich mir fünf Minuten Pause. Entweder mache ich dann einen Kaffee, hole schnell die Wäsche aus dem Keller oder lenke meine Augen kurz auf Twitter ab. Dabei muss man natürlich auf die Uhr schauen und ggf. einen Timer stellen. Sonst wird aus Kaffee holen schnell ein Küchengroßputz. Soll schon vorgekommen sein. ;)

2. Projekttools und Aufgabenlisten

Super praktisch finde ich unsere Arbeits-Organisation mit einem Projekttool. Gemeinsam planen wir auf Arbeit, welche Aufgaben innerhalb der nächsten zwei Wochen (Sprint wird das in Scrum genannt) erledigt werden sollen. Wir haben ein Porjektboard, das Trello sehr ähnlich sieht. Auf Registerkarten sieht man alle offenen und aktuell zu bearbeitenden Aufgaben.

Diese breche ich oft in Teilaufgaben runter. Da ich dennoch handschriftliche Notizen liebe, schreibe ich morgens auf, was ich an dem Tag schaffen will. Da bringt nämlich auch Prokrastination nichts: das was ich plane, muss fertig werden. Da können Notifications noch so oft blinken.

Es ist übrigens sehr wichtig für mich, dass ich die Aufgaben, die ich geschafft habe, auch abhaken bzw. auf erledigt setzen kann. Bei Wunderlist macht es „pling!“, in meinem Notizbuch ergibt das ein wunderbar kratzendes Geräusch, wenn der Kuli mehrfach über den Text gleitet. Orrr! Das hat eine psychologische Komponente.

3. Notifications ausstellen

Ich habe fast alle Benachrichtigungen deaktiviert. In Phasen, in denen ich hoch konzentriert arbeiten muss, stelle ich auch Slack (unser Kommunikationstool) und meine E-Mail-App aus.

Generell hat sich es für mich auch privat als Segen herausgestellt, in sämtlichen Apps die Töne und Banner zu deaktiviert. Ich halte am digitalen Minimalismus fest.

Im Homeoffice brauche ich die richtige Musik / die richtigen Klänge. | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Im Homeoffice brauche ich die richtige Musik / die richtigen Klänge.

4. Die richtige Musik oder auch: die schönen Klänge

Ihr kennt das vielleicht: Musik beim Arbeiten ist zu laut, keine Musik zu öde? Ich habe viel getestet: knallharten Punk, lauten Techno, seichten Pop und Tralala. Irgendwann lenkte mich die Musik doch ab. Sascha erzählte mir, dass er auf Arbeit gerne Café-Gebrabbel hört. Hä, dachte ich, was soll das denn sein?

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Ich habe das ausprobiert und finde es erheiternd. Mit Noisli kann ich nicht nur Gefasel im Hintergrund einblenden, sondern gleichzeitig Feuer, Regen, Zuggeräusche dazu schalten. Es lenkt nicht ab, sorgt aber gleichzeitig für ein angenehmes Geräuschlevel. Ohne Töne kann ich nicht arbeiten. Noisli hat zudem einen Editor, in dem man ohne Störungen einfach schreiben kann. Was ich hier ganz cool finde: man kann einen Timer stellen. Das nutze ich, wenn ich eine bestimmte Zeit arbeiten will und dann eine kurze Pause für die Konzentration einlegen will. Das klappt bisher super.

Anbieter für Fokus- und Konzentrationsapps gibt es einige, wie auch Coffitivity.

Homeoffice: Apps gegen die Ablenkung | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Homeoffice: Apps gegen die Ablenkung: hier Noisli.com

Weiterhin sammle ich gute Musik auf Spotify. Hier habe ich eine coole Liste mit Songs gefunden, zu deren Erstellern auch Bach und Chopin gehören. Ich fand heraus, dass klassische Musik nichts Olles sein muss, sondern durchaus hilfreich sein kann.

Für repetitive Arbeiten habe ich durchaus auch mal ein Hörspiel angemacht. Das geht aber bei mir wirklich nur bei Klickibunti-Arbeiten rund um Tabellenkalkulation. Kopfhörer helfen mitunter auch sehr gut. Dabei kommt es immer auf die Musik an!

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5. Feste Zeiten für’s Homeoffice setzen

Ich brauche eine klare Struktur für meinen Hauptjob. Mein Blog läuft nebenbei und ständig – wie es bei Selbstständigen so ist. Doch für meinen SEO-Job habe ich feste Arbeitszeiten für mich definiert. Nachdem die Kinder aus der Tür sind schnappe ich mir Frühstück und setze mich an den Schreibtisch. 

Dann scrolle ich einmal durch meine Timeline, bei der sich über Nacht einiges ansammelt und erst danach starte ich mit der Arbeit. 

6. Ordnung ist das halbe Leben – auch im Homeoffice

Doch zuvor muss ich dringend grob meinen Arbeitsbereich aufräumen. Bereits am Vorabend räume ich meinen Schreibtisch auf und oft sogar noch das Wohnzimmer, in dem zu viel Kinderspielzeug liegt. Mit Unordnung in meiner Nähe kann ich nicht arbeiten.

Unordnung lenkt die Augen ab. Je mehr auf dem Schreibtisch steht, desto eher schweifen die Gedanken ab. Das ist zwar manchmal sehr willkommen, doch wenn man die Staubschicht der geliebten Ü-Eier-Sammlung direkt anblicken kann, ist das für den Job wohl eher nicht hilfreich.

Meine vielen Kabel wurden daher mit Washi-Tape umwickelt, die haben mich wahnsinnig gemacht! Meine Ablage-Box muss möglichst stets leer sein und auch sonst will ich eher wenige Dinge in meinem Blickfeld haben.

8 Tipps gegen Ablenkung im Homeoffice: Prokrastination | Mehr Infos auf Mamaskind.de
8 Tipps gegen Ablenkung im Homeoffice: Prokrastination

7. Und wenn ich doch mal prokrastiniere?

Oh ja, diese Zeiten gibt es. Dann hilft alles nichts. Wenn meine Gedanken Karussell fahren, erledige ich entweder die mir dringend erscheinenden Dinge oder schreibe sie auf meine Todo-Liste. Die Arbeit hole ich dann später nach.

Hier gilt aber auch: ehrlich sein. Twittern zählt nicht zum Broterwerb, jedenfalls bei mir nicht. Das ist das Coole am Homeoffice: ich kann meine Zeit frei einteilen, muss dann aber auch streng zu mir selbst sein. 

Für meinen Hauptjob führe ich eine Stundenliste. Dort sehe ich genau, wie viel ich arbeite und abbummeln kann, wenn doch mal ein Kind krank ist. Kinderkranktage musste ich in den drei Jahren (inkl. Elternzeit) nicht einreichen. Die Vereinbarkeit von Kind & Karriere funktioniert aus der Sicht für mich super!

8. Den Ort wechseln: Laptop sei Dank!

Dank Laptop kann ich einfach meinen Sitzplatz wechseln. Schicke Cafés sind hier am Stadtrand eher selten, aber ich habe noch eine wunderbare Couch und einen Esstisch. Es hilft ungemein, den Augen ein wenig Abwechslung zu gönnen.

Dazu kommen meine Meetings im Store, die ich ebenso wichtig finde: Mit den Kollegen austauschen, mal rauskommen aus meiner Homeoffice-Blase. Im Gespräch mit meinen Kolleginnen erfahre ich auch neue Dinge, die für meine Aufgaben wichtig sind. Ins Homeoffice gelangen nicht immer alle Infos sofort, daher: selbst einholen gehen!

Was sind eure Tipps für’s Homeoffice? Welche Tools liebt ihr?