Es gibt Tage, an denen ich scheinbar nichts schaffe, was natürlich Quatsch ist, denn ich bin in Elternzeit mit unserem dritten Kind zu Hause. Eltern wissen, dass es manchmal richtige Arbeit ist, Haushalt, Essen und Kinderbetreuung zu schmeißen und dann noch duschen zu gehen. Und nicht mal das schafft man an einigen Tagen, besonders in den ersten Lebensmonaten des Babys. Wenn mein Mann nach Hause kommt, berichte ich dann:

Ich bin die Heldin der Wäsche.

Tage der Überforderung

Besonders beim ersten Kind wurde ich überrannt. Es war eine schwierige Umstellung für mich. Erst war ich Studentin, kam nach Hause, lernte ein wenig und zockte dann den restlichen Tag. Verpflichtungen hatte ich wenige. Bis auf das bisschen Haushalt, das in unsere Studentenwohnung anfiel. Plötzlich hatten wir ein Kind, das gefühlt viel schrie, sodass ich sogar meine Mama anrief, die dann auch kam um zu helfen. Irgendwann kam ich besser klar, doch diese schwierige Zeit vergesse ich nie. Es war auch die Zeit, in der ich unsere Einkäufe auf den Kassenbons je nach Art farblich markierte, um Sparpotenzial zu entdecken. Trotz BAföG und unseren Werkstudentenjobs (und geldlichen Zuwendungen meiner Eltern). Eine eigene Wohnung und Anschaffungen für das erste Kind sind eben nicht ohne. Mein Dank gilt dem Wohngeld und dem Geld für Erstausstattung von der Caritas.

Gestatten, ich bin die Heldin der Wäsche! Wenn man sich freut, dass man trotz Kindern den Haushalt schafft.- Mehr Infos auf Mamaskind.de

Gestatten, ich bin die Heldin der Wäsche!

Es wird besser – man bekommt das hin!

Beim zweiten Kind kam ich nach der Geburt besser klar, hatte eher mit der Eifersucht des Großen zu kämpfen. Wir waren inzwischen in Berlin angekommen, ohne Großeltern in der Nähe. Alles andere lief nebenbei. Der Haushalt war nicht wichtig. Bei unserer Baby-Tochter, unserem dritten Kind, hat sich alles mehr eingespielt. Alle zwei Wochen kommt seit Juni unsere Putzfee und macht eine Grundreinigung der Wohnung. Das heißt, ich bin gezwungen, mindestens alle zwei Wochen die Wohnung von Grund auf aufzuräumen. Dabei miste ich immer ein wenig aus. Da ich Ordnung sehr liebe, bemühe ich mich, täglich aufzuräumen, damit es gar nicht erst eskaliert. Mir helfen Pläne. In mein Bullet Journal schreibe ich täglich, was zu tun ist. Dadurch verliere ich den Überblick nicht und die Umsetzung klappt wirklich – meistens.

Jetzt kommt das große Aber. Es klappt nicht immer. Manchmal reicht nur eine kleine Änderung und nichts klappt mehr. Dann haben wir noch tagelang mit den Auswirkungen zu kämpfen.

  • Ein Kind ist krank zu Hause
  • einer von uns Eltern ist krank
  • Kind muss früher aus der Kita / Schule abgeholt werden
  • Wir hatten eine Party und viel Geschirr
  • das Leben kommt dazwischen

Es wird also besser, aber zumindest bei uns nie perfekt. Obwohl es meist aufgeräumt ist, gibt es irgendwo Ecken, die dringend nach Aufmerksamkeit rufen. Ganz vorne dabei ist immer der Geschirrspüler, der sich nicht von allein ausräumt (der Faulpelz). Immer haben wir drei Wäscheständer in der Wohnung, die niemals leer werden, weil wir mit fünf Personen entsprechend viel Wäsche haben. Schön sieht das nicht aus, doch die Wäsche immer im Trockner zu trocknen ist zu teuer.

Der Austausch fehlt mir – Arbeit

Wenn ich also an den anderen Tagen zwei Wäschen schaffe, abnehmen und aufhängen, nebenbei stille und vielleicht noch einen Blogpost schreibe, fühle ich mich wie Wonder Woman. Ich bin stolz, wenn ich meine Ziele erreicht habe und das kann auch einfach nur Wäsche und Haushalt sein. Meinem Mann erzähle ich dann ganz stolz, was ich alles gemacht habe. Ich merke, wie mir der Austausch mit Kollegen fehlt, mit denen ich aktuell nur ab und zu E-Mails schreibe. Und ein bisschen freue ich mich schon jetzt wieder auf die Arbeit. :)

Sehr glücklich bin ich, dass ich den Blog habe, für den ich im Moment viel schreiben kann. Unser Baby-Mädchen schläft mittags glücklicherweise sehr lange – möge es so bleiben! Bis dahin bin ich einfach: Heldin der Wäsche.

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