Sie sind geschafft: die ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. Sie war wie in allen Schwangerschaften nach der ersten: mit vorsichtiger Angst gefüllt. Doch das Risiko für eine Fehlgeburt ist nun stark gesunken und ich schaue fröhlich nach vorn. Die Ergebnisse des Harmony-Tests waren für uns positiv, wir warten nur noch auf die Bekanntgabe des Geschlechts. Mit Baby 3.0 im Bauch, der endlich zu wachsen beginnt. Ich freue mich auf jedes positive Anzeichen und darauf, dass die Erschöpfung der ersten 10 Wochen sich bald gänzlich legt. Zudem hatte ich mein erstes Gespräch mit meiner Hebamme. Ich ging mit wenigen Fragen in den Dialog und kam mit vielen Antworten heraus. Auch beim dritten Kind bin ich kein Profi und in vielen Dingen unsicher. Schön, dass es Hebammen gibt, die derzeit von Ärzten keineswegs ersetzt werden können. Wir brauchen Hebammen!

Fragen in der dritten Schwangerschaft

Wann muss ich los ins Krankenhaus?

In der ersten Geburt hatte ich einen vorzeiten Blasensprung, in der zweiten platzte die Fruchtblase erst, als ich Presswehen hatte: Die Geburten im Vergleich. Meine Hebamme riet mir loszugehen, wenn ich regelmäßige Wehen habe. Ob diese nun alle 5, 7 oder 10 min kommen, ist egal. Man sagt zudem, dass die dritten Kinder machen, was sie wollen, während die zweiten eher schneller kommen. Ich hoffe, dass es nicht wieder eine scheinbare Endlosgeburt wird. Drückt mir die Daumen!

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Fragen an meine Hebamme – auch beim dritten Kind. – beim Kinderwagen-Shopping bei Kleine Fabriek.

Bei Blasensprung liegend transportieren?

Wenn man viel in Foren unterwegs ist, bekommt man viele Meinungen, die leider oft keine Expertenaussagen sind. Man hört darauf, was die Ärzte sagen, manche auch darauf, was sie im Freundeskreis mal irgendwo hörten. Dann vermischt sich Wahrheit mit vagen Aussagen und es kann kritisch werden. Also besser bei der eigenen Hebamme nachfragen, wie der Stand der Dinge ist. Sie riet mir, mich liegend transportieren zu lassen, wenn der Kopf nicht fest im Becken ist. Ist er fest eingetreten und das abgehende Fruchtwasser klar, kann man sich auch fahren lassen und noch selbst laufen. Wie der Kopf sitzt, berichtet der Frauenarzt während den regelmäßigen Untersuchungen. In Berlin gibt es das Storchen-Mobil, ein Krankentransport, in dem immer eine Hebamme mitfährt – für den Fall, dass das Baby unterwegs kommen mag. Die Feuerwehr hat nicht unbedingt Erfahrung mit Geburten, daher ist das eine gute Alternative, wenn das Baby schnell kommen will.

Bei meiner ersten Geburt waren wir viele, viele Stunden im Krankenhaus, liefen Treppen und wurden immer erschöpfter. Auch mein Mann. Und das nur, weil die Fruchtblase platzte und wir „besser sofort kommen sollen“. Von halb 6 bis 20 Uhr auf den Beinen. Bei meiner zweiten Geburt verbrachte ich einige Wehen noch zu Hause mit Dr. House auf dem Hüpfball und fuhr erst los, als es sehr regelmäßig und intensiv wurde. Ich werde nie vergessen, wie fluchtartig sich meine Mama den großen Sohn schnappte und mit ihm zu ihr nach Hause fuhr. Als sie am Bahnhof ankamen, war auch mein zweiter Sohn auf der Welt. So schnell (und schön!) kann es gehen.

Beim dritten Kind sollte ich früher losfahren, kann aber ruhig noch einige Zeit zu Hause bleiben, falls die Fruchtblase vor Einsatz der Wehen platzt. Innerhalb von zwölf Stunden sollte man sich dann im Krankenhaus einfinden, um Infektionen aus dem Weg zu gehen.

Muss ich wieder liegend gebären?

Mich störte sehr, dass ich durch das CTG und Anweisungen der Hebammen ans Bett gefesselt war und im Liegen die schmerzhaften Wehen ertragen musste. Ich wollte mich bewegen, durch’s Zimmer laufen. Ich durfte nicht. Meine Wünsche kann ich laut Hebamme bereits im Vorgespräch bei der Krankenhausanmeldung angeben. Dann bekommt man mit ein wenig Glück im Krankenhaus eine Hebamme, die auch die „alternativen Geburtsmethoden“ mitmacht. Guter Tipp!

Nabelschnur auspulsieren lassen

Das Auspulsieren der Nabelschnur hat zehn gute Gründe. Darunter mehr Blut und Blutzellen für das Baby, mehr Eisen, ein verringertes Anämierisiko und noch weitere. Babys profitieren vom späten Durchtrennen der Nabelschnur -> Hebammenwissen. Man kann zwar keine Nabelschnurblutspende machen, doch für das Kind ist das ein guter Start ins Leben außerhalb der Gebärmutter. Ein Grund für mich, das für die dritte Geburt zu wünschen. Bei den ersten wurde darauf meines Wissens keine Rücksicht genommen.

Brauche ich Himbeerblättertee & Heublumenbad auch beim dritten Kind?

In der ersten Schwangerschaft machte ich alles, was empfohlen wurde. Ich trank Himbeerblättertee (Amazon-Affiliate), machte das umständliche Heublumenbad (Amazon-Affiliate) und willigte sogar in die pieksende Akupunktur in Beinen und Zeh (aua!) ein. Die Dammmassage ließ ich aus. Ob das alles half, die Geburt voran zu bringen? Ich hatte nicht das Gefühl. Andererseits: wäre es noch länger geworden, wenn ich all das nicht gemacht hätte? Wer weiß. Eine Geburtsverletzung bekam ich dennoch.

Beim dritten Kind lasse ich einiges aus. Wie auch beim zweiten werde ich die Teetrinkerei und das Heublumenbad sein lassen. Bei der zweiten (schnellen) Geburt ging immerhin alles super, auch ohne Zaubermittel.

Helfen Zaubermittel gegen Dehnungsstreifen?

Zaubermittel gibt es wohl nicht, doch das Cremen habe ich in der ersten Schwangerschaft irgendwann aufgegeben. Trotz trockener Haut schien mir das nicht wichtig. Dehnungstreifen an Hüfte und Beinen sind die Konsequenz. Hätte ich diese verhindern können? Meine Hebamme empfahl bei sehr trockener Haut folgende Produkte (Amazon-Affiliate-Links):

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Das nächste Gespräch vor der Geburt

Da ich mir die Hebammenbegleitung vor allem für nach der Geburt wünsche, um ein reibungsloses Wochenbett zu haben und Stillfragen zu klären, wird unser nächstes Treffen erst im nächsten Jahr sein. Bis dahin sammle ich weiter Fragen, die ich auch telefonisch klären kann und bereite mich geistig auf die Geburt vor. Und natürlich auch materiell, denn wir haben keine Erstausstattung mehr von unseren beiden Jungs. Wer sollte ahnen, dass wir noch ein drittes Kind haben möchten? Ok, das war einer meiner ersten Sätze nach der zweiten Geburt: Ich möchte noch ein Kind haben!

Nach dem Gespräch fühlte ich mich sicherer, obwohl ich viele Dinge selbst schon erlebt habe. Fragen kommen immer wieder, einiges vergisst man. Z. B. auch wie klein Neugeborene wirklich sind! Wichtig auch: dieses Mal soll es eine ambulante Geburt werden.

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