So viele Pläne hatte ich in der Elternzeit und einige Monate habe ich noch, um sie umzusetzen. Doch ich habe immer den Rat von Susanne vom Blog Nullpunktzwo im Kopf:

“Genieße die Zeit, steck nicht die ganze freie Zeit in den Blog, sondern verbringe sie aktiv mit dem Baby.” – Susanne von Nullpunktzwo

Ganz anders als Séverine (Mama on the rocks), die kürzlich über die Momente für die Ewigkeit schrieb und zumindest zu Beginn ihres Beitrags das schlechte Gewissen anprangert, das jungen Eltern gemacht wird. Ihren Beitrag bitte bis zum Schluss lesen, er endet herzlich.

“Was soll ich geniessen zwischen Windeln wechseln und Kotze aufwischen? Geniesse ich das Mutter sein zu wenig?” – Séverine – Momente für die Ewigkeit

Zeit für einen Zwischenbericht: Genieße ich die Babyzeit tatsächlich oder besteht Gefahr, dass ich mein Handeln am Ende der Elternzeit bereue?

Das Wochenbett mit drittem Baby

Ganz klar: hier versuchte ich, jeden Moment gedanklich festzuhalten. Ich kuschelte mich mit dem Baby im Wochenbett auf das Sofa, stillte sie und las nebenbei auf dem Kindle. Die Zeit genoss ich sehr. Ich schnupperte an ihr, lächelte verzückt und machte nur wenig. Ein schöner Abschluss der Zeit mit einem Neugeborenen. <3

Natürlich bloggte ich im Wochenbett. Ich liebe das Schreiben und bereue es auch nicht, mich meinem Hobby gewidmet zu haben. Wichtig war mir: keine Sachen machen, die ich später bereue. Statt eines Babykurses, der wieder mit Fahrerei und Stress verbunden wäre, nutzte ich die Zeit lieber mit ihr.

Moment mit dem Baby genießen

Püppiline durch die Luft wirbeln, sie abknutschen, mit ihr kuscheln und sie stillen. Ganz wichtig: mit ihr auf dem Arm oft in den Spiegel sehen. Da trägt man das Baby in der Wohnung herum und sieht es nicht ohne Spiegel. Daher betrachte ich sie auch ganz lange, wenn sie bei jemand anderem auf dem Arm ist. Mein kleines, süßes Baby!

Doch der Alltag zog selbstverständlich auch bei uns ein. Ich tanze nicht stundenlang Disney-gleich singend durch die Wohnung, in der ich mein Mädchen anhimmle. Ich arbeite nebenberuflich weiter, wofür ich mich aus freien Stücken entschied, auch wenn es sich für das Elterngeld nicht lohnt, im Gegenteil.

Mit Arbeit die Elternzeit genießen

Ich schreibe und arbeite, wenn sie im Tragetuch oder auf dem Stillkissen auf meinem Schoß schläft. Durch die geistige Herausforderung bleibe ich glücklich. Ich weiß noch, wie oft ich mich langweilte, als ich auf mein erstes Kind aufpasste. Meine Bachelorarbeit und der frühe, eher zufällige Start bei der Tagesmama mit sieben Monaten war wirklich ein Glücksfall für meinen großen Sohn und mich. Da ich arbeite, bin ich nicht zu sehr raus und habe nicht dieses Verlangen, schnell wieder einsteigen zu müssen, das ich damals verspürte.

Langeweile kommt in einem Fünf-Personen-Haushalt zwar nicht mehr auf, aber ich brauche dennoch die technische Arbeit: Suchmaschinenoptimierung meines Blogs oder weiter Programmieren lernen. Wir sind ein digitaler Haushalt – sogar mit Computer im Kinderzimmer.

Ein bisschen Chaos darf sein

Obwohl ich Ordnung so sehr liebe, verabschiedete ich mich auch in bestimmten Bereichen davon. Geputzt wird richtig nur alle zwei Wochen. Zwischendurch mal gesaugt. Aufgeräumt ein wenig häufiger. Doch freie Oberflächen haben wir (leider) nie. Tschüss, Perfektionismus.

Mir half das Buch von Familie Ordentlich für ein wenig mehr Gelassenheit im Haushalt. Gut finde ich noch immer die Rumpelboxen, in die ich einfach die herumliegenden Habseligkeiten der Kinder schmeiße, sodass sie aus dem Weg und aus meinen Augen sind.

Weg vom Perfektionismus geht auch Mother Birth, die vor einigen Wochen über ihr drittes Kind, das Genießer-Kind schrieb:

“Ich habe erst mit dem 3. Kind gelernt loszulassen. Den Alltag mit Kindern so anzunehmen wie er ist: ein stetiges Chaos. Es zu akzeptieren. ” – Motherbirthblog – 3. Kind – das Genießer-Kind

Das dritte Kind genießen

Das ist auch mein Plan: das dritte Kind genießen, ohne Mantra-mäßig darauf zu achten, ob ich fünf Minuten zu viel am Laptop hing. In Maßen ist alles ok. Ich möchte auch unser 7 Monate altes Baby-Mädchen lange stillen, mit ihr kuscheln, sie wie Sohn 2.0 im Familienbett schlafen lassen und ihr vorlesen, wie wir es noch immer bei den Jungs tun.

Viele Mittelpunkte in der Familie

Püppiline strahlt und wird angestrahlt. Beim Essen ermahne ich jetzt, dass keine Faxen gemacht werden sollen. Wir haben eher strenge Tischmanieren, wie es scheint. Doch wir wollen ja nicht, dass sich einer verschluckt, hm? Die Jungs buhlen mitunter um ihre Aufmerksamkeit. Püppiline ist ein neuer Mittelpunkt im Familienleben.

Einer von vielen. Wenn ich den großen Sohn von der Schule abhole, widme ich mich ihm, seinen Erzählungen und seinen Hausaufgaben, über die wie zudem ins Gespräch kommen. Er liebt es, wenn nur ich ihn abhole und den kleinen Bruder in der Kita lasse, was mir regelmäßig ein schlechtes Gewissen macht. Muss es das? Oder ist es sogar besser, wenn ich die Zeit mit dem Großen (fast) exklusiv verbringe?

Kommt der kleine Sohn mit dem Papa nach Hause, will ich auch ihm die Zeit schenken, die er sich wünscht. Das läuft manchmal nur nebenbei, denn ein 3-Jähriger wuselt natürlich überall herum, springt zu Papa, spielt in der Spielküche, nascht eine Tomate – er holt sich mehrere Mini-Zeiten mit mir.