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Ich weiß gar nicht, wie oft ich erwähnte, dass Sohn 2.o ein schlechter Schläfer ist. Die Nächte, in denen er mit seinen drei Jahren durchschlief, kann ich an einer Hand abzählen. Das Durchschlafen ist jedoch nicht das Problem, denn viele Kinder schlafen nicht durch. Schwierig wurde für uns die fehlende Freizeit, das Durchatmen bevor wir selbst ins Bett gehen. Sohn 2.0 war eine Eule. Durch den Mittagsschlaf in der Kita war er teilweise bis 22.30 Uhr wach. Wir hatten damit keine Freizeit mehr, was durchaus eine Belastung darstellte. In der Kita schafften wir den Mittagsschlaf des 3-Jährigen auf unser Drängen hin ab.

Wenig Schlafbedürfnis, wenig Schlaf

Spät schlief er schon immer ein. Durchschlafen ist trotz seiner drei Jahre noch gar kein Thema: er wird jede Nacht mehrmals wach. Doch das späte Einschlafen wurde zum Stressfaktor. Wir konnten uns abends nicht ausruhen, denn er ging teilweise mit uns zusammen ins Bett. Wir versuchten so viel: ihn allein spielen lassen, stundenlanges Vorlesen und Kuscheln, ein striktes Abendprogramm ohne Action – es half alles nichts.

Ich besprach meine Sorgen mit der Kinderärztin, die zustimmte: wir sollten es auch in der Kita mit einer Streichung des Mittagsschlafes versuchen. Zuhause schlief er schon lange nicht mehr. Eine Reduzierung des Schlafes wurde auf unseren Wunsch hin bereits ein paar Monate zuvor durchgeführt. Der 3-Jährige ist allerdings Meister des Powernappings und hielt auch mit einem kurzen Schläfchen sehr lange abends durch.

Skepsis bei den Erziehern in der Kita

Ich mag unsere Kita sehr – wir können mit allen Problemen zu den Erzieherinnen kommen. Unsere Bitte, den Mittagsschlaf abzuschaffen, wurde jedoch mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Der Kitaalltag ist sehr anstrengend für Kleinkinder. Hier brauchen sie den Schlaf oft noch, damit sie durchhalten.

Ich bot an, den Sohn abzuholen, falls er unleidlich wurde. Ich wollte es unbedingt versuchen. Zu sehr, wie ich im Nachhinein sah. Die Erzieher nahmen ihn gemeinsam mit den großen Kindern nach dem Mittagessen auf den Spielplatz mit. Anfangs war er sehr müde, das ist die Umstellung, dachte ich. Die Abende waren herrlich. Er schlief gemeinsam mit seinem Bruder spätestens um 19.30 / 20.00 Uhr ein. Eine Verschnaufpause für uns. Das hielt jedoch nur kurz an.

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Trauriges Kind ohne Mittagsschlaf

Ich sprach vorab mit meinem Sohn, wie er es ohne Mittagsschlaf in der Kita finden würde. Toll, schien es, doch an einem Nachmittag sprach die Erzieherin mich an, dass Sohn 2.0 sehr traurig war, dass er nicht mit den Kleinen schlafen gehen durfte.

Verschnaufpause: ja, aber nicht um jeden Preis. Natürlich darf er schlafen, wenn er gerne möchte. Wir gaben ihm wieder eine kleine Kuscheldecke mit in den Kindergarten. Falls er eine Pause braucht, darf er sich auch einfach auf der Couch ausruhen. Sie machen dort sehr viel möglich, damit alle zufrieden sind.

Kein Mittagsschlaf im Kindergarten mehr für den 3-Jährigen | In der Kita schafften wir für den 3-Jährigen den Mittagsschlaf ab, damit er abends besser einschlafen kann. | Mehr Infos auf Mamaskind.de

Kein Mittagsschlaf im Kindergarten mehr für den 3-Jährigen

Bessere Abende, ausgeglichenere Eltern

Natürlich ist das eine große Umstellung für unseren Sohn, zumal er zeitgleich tagsüber trocken wurde. Mit drei Kindern will ich aber auch das Wohlbefinden aller gemeinsam im Auge behalten. Dazu gehören glückliche Eltern und Kinder. Pausen zum Durchatmen gehören für mich dazu. Dinge mit meinem Mann durchsprechen, der oft lange Meetings hat, weshalb ich die turbulenten Stunden mit den Kindern so alleine wuppen muss (allein verantwortlich, nicht alleinerziehend).

Unser Sohn entscheidet nun jeden Tag in der Kita, ob er sich nur kurz ausruhen oder ein wenig schlafen will. Die Erzieher wecken ihn dann, damit er nicht den ganzen Schlaf schon mittags aufholt und erst nachts einschläft. Diese Lösung finde ich perfekt für alle. Er ist ausgeglichen und glücklich und wir ebenfalls.

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