Vielleicht?! Ganz toll: Wir ziehen bald um und benötigen zwei Kita-Plätze und einen Schulplatz in der Nähe unseres neuen Wohnortes. Die erste Kita-Besichtigung im neuen Stadtteil haben wir hinter uns. Dass es wenige Plätze gibt, ist mir bewusst. Dass diese nicht mal im nächsten Jahr versichert werden können, ist ganz großer Mist. Und daran sind nicht die Kitas schuld!

Schöne Kita mit begrenzten Plätzen

Die Kita gefiel uns allen sehr. Püppiline und Sohn 2.0 erkletterten die Spielmöbel im Sportraum und auch wir Eltern waren angetan vom Angebot. Doch die nächsten Interessenten standen schon Schlange.

Heutzutage sucht man keine Kita aus, man wird ausgesucht.

Wer derzeit einen Platz in der Krippe oder im Kindergarten bekommt, sollte Lotto spielen. Vielleicht klappt es auch gleich mit der Million? Die Kitas platzen aus allen Nähten. Meine verzweifelte Frage nach der Möglichkeit, Gastkinder aufzunehmen (das gab es zumindest in Brandenburg mal, wenn ich mich nicht irre), wurde gut begründet verneint:

„Wenn ich hier noch mehr Kinder unterbringe, streiken die Erzieher.“

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Kein Kita-Platz am neuen Wohnort nach Umzug

Unterbezahlte Erzieherinnen und Pflegekräfte

Zu recht. Die Situation der Erzieherinnen und Erzieher ist bescheiden. Wenig Geld für knallharte, sehr anstrengende Arbeit. Ständig Schnupfnasen und fremde Mini-Popos abwischen und dann Verantwortung für so viele, kleine Menschen übernehmen. Klingt nach einem Manager-Gehalt, was definitiv verdient wäre, wird nur leider nicht so bezahlt.

Warum wird Care-Arbeit in Deutschland nicht wertgeschätzt? Sollten wir nicht jede Personen vergöttern, die sich um unsere Kinder kümmern? Sollten wir die Mitarbeiterinnen ehren, die sich für unsere Eltern und Großeltern – und später auch uns – aufopfern? Nicht anders kann man die körperlich und sicher auch teils seelisch harte Arbeit bezeichnen: Aufopferung. Diejenigen, die den Job machen, tun das nicht des Geldes wegen.

Sollten wir nicht dafür Sorge tragen, dass sie sich überhaupt Gedanken um die einzelnen Menschen machen können, die sie pflegen sollen? Bei dem minimierten Personal, der schlechten Bezahlung und teilweise auch herablassenden Behandlung und knappen Zeit- und Personalschlüssel ist das sicher nicht immer einfach.

Was tun nach Umzug, wenn es keine Kita- und Schulplätze gibt? | Mehr Infos auf Mamaskind.de

Was tun nach Umzug, wenn es keine Kita- und Schulplätze gibt?

Mangel an Erzieherinnen & Pflegerinnen

Wir sehen es alle: es gibt großen Mangel an Erziehern, Lehrern und Pflegepersonal. Da, wo Menschen am dringendsten gebraucht werden, fehlen viele helfenden Hände. Hände, die unsere Kinder freundlich morgens begrüßen und die zum Abschied winken, wenn wir sie nach der Arbeit wieder abholen.

Was bringt mir ein Wegfall der Kitagebühren, wenn ich dafür keinen Platz in Wohnortnähe bekomme? Ich möchte eine Kita finden, die mit unserem Erziehungsstil mitgeht, die ebenfalls dieselben Werte hat und den Kindern eine geborgene Umgebung gibt.

So sehen das sicher viele Eltern. Manche mögen ihr Kind nicht in eine Kita bringen, die auch Fleisch oder nicht-Bio-Produkte serviert. Mir ist wichtig, dass die Kinder gesundes Essen fernab von Schokocreme und Marmelade bekommen. Andere wollen vielleicht einen Montessori-orientierten Ansatz und die nächsten interessieren sich für Kinderläden und Kindergärten mit Musik- oder Sport-bezogenen Schwerpunkten.

Das gibt es alles, bringt nur denjenigen nichts, denen empfohlen wird, sich doch überall zu bewerben, ein Kita-Platz könne in der Wunsch-Einrichtung nicht empfohlen werden. Dabei ist die Entscheidung der Kita eine sehr wichtige.

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Berlin, was machst du mit uns und deinen Kindern? 

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Nach Umzug kein Kita-Platz in Berlin.

Kein Kita-Platz zum Umzug

Wir werden zum baldigen Umzug keinen Kita-Platz in Wohnortnähe haben. Dasselbe gilt für die Schule: wir bekommen vermutlich auch keinen Schulplatz nach Umzug. Man könnte es positiv sehen: Wenn wir eh unser Schulkind einige Bezirke weiter weg bringen, können wir auch gleich die Kitakinder dort abgeben.

Doch das ist kein Traum von Vereinbarkeit, der bei uns ohne Großeltern und Babysitter in der Nähe stets auf wackligen Füßen stand.

  • Mein Mann, der Vollzeit arbeitet,
  • ich, die Teilzeit arbeitet und dazu noch nebenberuflich selbstständig ist,
  • unser neues Haus, das viel Pflege braucht
  • unsere drei Kinder, die Pendeln nicht mögen werden:

kann man uns zumuten, jeden Tag zwei Stunden (pro Strecke 1 h, dann noch weiter zur Arbeit) allein zur Kita und Schule unterwegs zu sein, weil das Land in der Planung versagte? Kann man das den Kindern zumuten, die dann keine Spielverabredungen unter der Woche haben können? Die am neuen Wohnort vermutlich kaum Bekanntschaft mit neuen Freunden schließen können, weil sie hier keine Schule und Kita besuchen werden?

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Es fragt niemand danach, es geht vielen Eltern so. Immerhin haben wir Kita-Plätze mit liebevollen Erzieherinnen und einem Betreuungsschlüssel über den gesetzlichen Anforderungen.
Am Ende der Stadt.