Ein guter Frauenarzt hat nicht nur fachlich Ahnung, sondern sollte es auch schaffen, Ängste zu nehmen. Bei meinem letzten Termin in der 16. Woche sprachen wir darüber, warum ich mir Sorgen mache und warum diese aktuell vollkommen unbegründet sind. Zitternd hinein, mit einem Lächeln hinaus.

Sorgen in der Schwangerschaft

In der letzten Woche schrieb ich, dass ich mir Sorgen mache, weil ich mein Baby noch nicht spüre. Manche Frauen merken wohl schon früh ein Flattern. 2,5 Wochen nach meinen letzten Arzttermin und dem ersten großen Ultraschall war ich unsicher. Geht es meinem Baby gut oder ist es wie damals, als ich es nicht merkte, dass alles vorbei ist? Doch die kritische Zeit von 12 Wochen ist doch vorbei? Er meinte, dass ich noch nichts merken müsste. Das würde erst ab der 20. – 22. Woche losgehen. Bis dahin vergeht noch einige Zeit. Dann ist Weihnachten!

Es nagte an mir und ich berichtete meinem Arzt von den Sorgen und dass ich wieder Wehen habe. Mein Bauch wird ab und zu hart und ich fühlte mich wie in der Schwangerschaft mit Sohn 2.0. Ich hatte Wehen, Blutungen, mehrere Infektionen und war früh im Beschäftigungsverbot. Das möchte ich nun natürlich vermeiden, denn mir geht es körperlich gut. Nur die Angst war da.

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Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft

Vorsorgeuntersuchung

Eigentlich stand für heute nur eine normale Untersuchung ohne Ultraschall auf dem Plan. Regulär sind in der Schwangerschaft auch nur drei Ultraschall-Termine vorgesehen. Doch mein Arzt machte nach den Untersuchungen (Abstrich: Test auf Infektionen sowie Gebärmutter: Aussehen & Fundusstand) einen Ultraschall. Die üblichen Sachen eben. Das sind die unangenehmen Dinge, die jedoch wichtig sind, um die Schwangerschaft medizinisch zu verfolgen. Die Vorsorgeuntersuchungen lasse ich komplett beim Frauenarzt machen. Bis auf den Ultraschall könnte dies auch eine Hebamme übernehmen.

Weil ich jedoch von meiner Angst erzählte, dass etwas nicht stimmen würde, schaute er dennoch nach. Das Herz von Baby 3.0 schlug kräftig und beruhigend. Kleinlaut fragte ich, wie es um den Gebärmutterhals stünde. Er meinte, dass ich Vertrauen haben soll. Wäre etwas nicht in Ordnung, würde er es mir berichten. Logisch. Doch nach den unschönen Erfahrungen der vorherigen Schwangerschaften bin ich ängstlich geworden. Eine ängstliche Googlerin. Die sind ja unter Ärzten besonders beliebt. ;) Der Gebärmutterhals war übrigens > 4 cm, also sehr gut.

Plazenta praevia marginalis

Über einen Begriff stolperte ich dennoch. In der 16. Woche laut meines Arztes irrelevant, kann aber zu Komplikationen führen, wenn es noch in der späten Schwangerschaft / Geburt besteht.

Placenta praevia marginalis: das Plazentagewebe erreicht den inneren Muttermund, eine vaginale Entbindung kann möglich sein, jedoch in Abhängigkeit von mütterlichem und kindlichem Zustand. – Quelle: Wikipedia

Uff. Dann ging meine Gedankenspirale wieder los. Auch wenn es jetzt bedeutungslos ist, was wäre wenn es nachher wirklich ein Problem bleibt? Warum weist der Arzt darauf hin, wenn es noch keine Relevanz hat? Direkt nach der zweiten Entbindung sagte ich, ich möchte noch ein drittes Kind haben, die Geburt war so schön. Das Geburtserlebnis möchte ich gerne ähnlich erleben. Zuhause die ersten Wehen veratmen, dann noch 45 min in den Kreißsaal für den Endspurt. Ach ja, mein Ziel ist eine ambulante Geburt.

Die Schwangerschaft genießen

Doch diese Gedanken führen an dieser Stelle zu weit. Es ist noch viel Zeit, ich sollte mir nicht immer Sorgen um „ungelegte Eier“ machen und einfach die Schwangerschaft genießen. Zudem kann sich mein Arzt nicht mehr direkt an eine Fehlgeburt nach der 12. Woche erinnern. Diese wären seiner Erfahrung nach sehr selten. Klar, passieren kann immer etwas. Doch gute Gedanken helfen sicherlich im Verlauf der Schwangerschaft. Ich werde das mal üben mit diesem positiven Denken.

Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld. – Theodor Fontane, Effi Briest

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