Vor ziemlich genau vier Jahren beschäftigte ich mich schon einmal mit dem Thema Beikost für Babys. Wann soll man beginnen? Wie erkenne ich, dass mein Kind bereit ist? Ich habe mich quer durchs Internet gelesen, ein paar Bücher gekauft, Mamas befragt – schlauer wurde ich nicht, weil jeder eine andere Meinung zu diesem Thema hat. Es gibt auch so viel zu beachten: unausgereifter Darm, Beikostreife, stopfende Lebensmittel, Allerergiegefährdung etc. Ich habe mir für Baby 2.0 einen Beikostplan zusammengestellt.

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Mit dem Mittagsbrei fängt alles an – Kürbis für Feinschmecker

babybrei-selbst-kochen-mamaskindIch wusste noch dunkel, dass der Mittagsbrei der erste ist, der zugefüttert wird – zusätzlich zur Stillmahlzeit. Natürlich kann man auch mit einem anderen Brei zu einer anderen Tageszeit anfangen, ich habe mich jedoch dafür entschieden. Falls der Brei im Bauch Schmerzen verursacht, kann man das tagsüber besser beobachten als bei einem Abendbrei.

Wie man den Kürbisbrei zubereitet, habe ich schon 2010 aufgeschrieben. Auch dieses Mal sollte der Brei wieder selbst herstellt werden. Es geht schnell, ist gesund, man verursacht keinen Glasmüll und mir schmeckt das auch besser. Warum das Baby an Gemüsebrei aus dem Glas gewöhnen (der wirklich anders schmeckt), wenn es bald vom Tisch mitessen soll?

Beikostanzeichen deuten

Im Gegensatz zum ersten Kind, bin ich jetzt nicht sehr versessen, sofort mit dem Brei anfangen zu wollen. Sofern das Baby noch satt wird, warte ich gerne noch einige Wochen ab und beobachte, ob er mein Essen mit Interesse verfolgt, meine Gabel greifen will, eine gewisse körperliche Spannung hat etc. Mit seinen 18 Wochen, bzw. 4 Monaten könnte ich mir eine Breifütterung noch nicht vorstellen. Er ist noch zu inaktiv beim Zusehen aber auch sehr zufrieden, nur daneben zu liegen.

Das muss jeder für sich selbst entscheiden, vielleicht kann auch der Kinderarzt oder die Hebamme bei der Feststellung der Beikostreife beratend zur Seite stehen. Einen zu frühen Einstieg finde ich (als Laie) für das Magen-Darm-System sehr ungünstig. Ich bevorzuge einen langsamen Start in die Breiphase.

Wenn ich es richtig deute, kann ab dem 4. Monat begonnen werden, sollte mindestens ab dem 6. Monat mit dem Brei (oder BLW) starten. Zusätzlich wird empfohlen, weiterhin zu stillen, da die Muttermilch unterstützend für den Darm wirkt (Zaubertrank!). Stillen möchte ich ohnehin mindestens ein Jahr, der Brei rennt nicht weg. Auch ist das Stillen viel bequemer! Während die ersten Mamas aus dem PEKiP-Kurs zur Mittagspause das Gläschen schnappen, gibt es bei mir noch frisch Gezapftes, hygienisch rein. Warum also die Eile?

Beikost nach Plan – die Theorie

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Der folgende Plan soll nur ein kleiner Leitfaden sein. Ich sitze sicher nicht mit dem Kalender neben dem Kind und schaue, was er heute essen darf. Vieles ergibt sich vielleicht auch spontan: die erste Nudel, Reis, ein neues Gemüse – das Baby soll gemeinsam mit uns am Tisch sitzen / liegen. Man sollte sich überlegen, wie man zur Getreideeinführung (wann & was) steht.

Der Mittagsbrei (ca. 5 Monate)

  • 1. Woche: Kürbisbrei pur (ca. 125 g, später ca. 190 g)
  • 2. Woche: Kürbisbrei + 1 TL Rapsöl
  • 3. Woche: Kürbis-Kartoffelbrei + Öl
  • 4. Woche: Kürbis-Kartoffelbrei oder anderes Gemüse + Öl
  • > 5. Woche: andere Gemüsesorten möglich: Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl…

Der Abendbrei – Getreide-Obst-Brei (ca. 5. / 6. Monat)

Da ich stille, werde ich in den Getreide-Obst-Brei keine zusätzliche Milch geben, sondern ihn mit Wasser anrühren. Dazu kaufe ich Getreideflocken (zu Beginn Reisflocken, später Hirseflocken), mische ca. 20 g Flocken, 100 g Obst, 90 ml Wasser und 1 TL Öl zusammen. Das Obst werde ich kochen / dünsten. Zusätzlich biete ich einen (normalen) Trinkbecher Wasser an, sodass er Trinken lernen kann. Schnabeltassen bzw. Trinklernbecher finde ich Quatsch.

  • 5. Woche: Reisflocken-Apfel-Brei + Öl
  • 6. Woche: Reisflocken-Bananen-Brei + Öl
  • 7. Woche: Hirse-Apfel-Brei + Öl
  • 8. Woche: Hirse-Bananen-Brei + Öl

Die Nachmittagsmahlzeit – Obst pur (ca. 6. / 7. Monat)

Mittags werde ich zusätzlich ca. 3 x / Woche Fleisch (Rind oder Huhn) geben und Spinat einführen. Weitere Gemüse- und Obstsorten können ausprobiert werden. Ich schaue darauf, dass ich pro Woche nur etwa ein neues Lebensmittel einführe und an einem Tag nicht nur stopfende Dinge gebe.

Frühstück mit Brot (ca. 8. / 9. Monat)

Die Breiportion wird nun auch steigen und das Baby verspeist auch 200 – 250 g Mittagsbrei. Morgens darf nun zu Brot gegriffen werden.

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  • Morgens: Mischbrot + Butter + Frischkäse / Marmelade / Obstmus / Banane
  • Mittags: Gemüse-Fleisch-Brei / Nudeln / Reis
  • Nachmittags: Obst, Dinkelstangen, Hirsetaler, Reiswaffeln
  • Abends: Brot

Familientisch (ca. 10 Monate)

Glückwunsch, das Baby darf nun allerhand essen. Leicht gewürzt, am besten salzarm und mit Kräutern versehen, ist das Essen nun auch langsam für den kleinen Babymagen bereit. Leberwurst etc. lasst ihr weg, ne?

Gelesen habe ich, dass man ab dem 12. Monat Halbmilch (Milch + Wasser) geben kann. Ich frage mich, ob ein Kind zwanghaft Kuhmilch trinken muss. Kuhmilch wird auch sehr stark diskutiert, eine feste Meinung habe ich dazu noch nicht. Was sagt ihr?

Die Realität – Update: mein Baby ist 10 Monate alt

Tatsächlich isst mein Sohn mit 10 Monaten morgens meist eine Scheibe Brot mit Butter oder Frischkäse. Das mache ich auch vom Stuhlgang abhängig. Ist dieser eher fest, gebe ich ihm bevorzugt ein Obstgläschen, damit es wieder auflockert. Mittags gibt es ein Gemüsegläschen oder selbstgekochte Kartoffeln mit Gemüse, das ich nur noch mit der Gabel zerdrücke, aber nicht mehr püriere. Zwischendurch biete ich neben Wasser immer ein Stück Birne oder Apfel an. Abends gibt es wieder Stulle mit Butter oder Frischkäse mit Obst als Nachtisch. Tagsüber stille ich ihn noch meist zwei Mal, nachts 1 – 4 Mal, stets nach Bedarf. Kuhmilch haben wir in reiner Form noch nicht gegeben. Durch das Stillen wurde diese Frage bis jetzt obsolet.

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