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Vor ca. zwei Jahren beschloss mein Mann, dass er mit fast 100 kg auf 1,80 m zu viel wiegt und wollte daraufhin abnehmen. Während sein Arbeitskollege eine Low Carb Ernährung durchzog, fand er das Low Fat Konzept spannend. Dazu hatten wir nämlich ein Buch und hielten das Ganze auch für familientauglich. Extra kochen ist nämlich unpraktisch und besonders für uns faule Köche nicht zu empfehlen. Wir fanden nach und nach zu den unverarbeiteten Lebensmitteln zurück und lernen noch immer viel über unser Essen. Low Fat findet bei uns auch im Alltag Platz. Meistens jedenfalls.

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Gesund essen will gelernt sein – Low Fat Diät

Low Fat Ernährung: 25 kg abgenommen

Ich habe keine Ahnung, wie mein Mann das gemacht hat, er nahm kontinuierlich über mehrere Monate ab. D. h. ich weiß, was er getan hat, nur wie hielt er so lange durch? Wir haben beide konsequent an unserem Wissen zur Ernährung gearbeitet und achten mittlerweile auf Inhaltsstoffe im Essen. Ich bin da weitaus weniger streng und esse auch anders als er, da ich immer noch an Untergewicht durch’s Stillen leide. Da ist die Low Fat Ernährung natürlich nicht für mich geeignet, der Ansatz ist jedoch gut. Wir aßen vorher viel zu fett! Vermischt mit einem guten Verständnis von guten Lebensmitteln ist das eine optimale Ernährungsform für uns.

Es musste sich etwas ändern

Die offensichtlichen Sachen wurden in der Anfangsphase nahezu komplett gestrichen: Bratwurst, Baguette mit Kräuterbutter, Salami, Pizza, Burger, Döner, Pommes, Schokolade, Chips, Flips, Sahnetorte etc. Also alles, was wir vorher gerne gegessen haben. Aus heutiger Sicht ein Graus – so viel Müll haben wir in uns reingestopft? In der Mensa gab es während des Studiums stets großzügige Portionen, nun hieß es: bewusster essen!

Anstelle von fettigen Lebensmitteln fanden wir zahlreich Ersatz, der am Anfang nicht glücklich machte, im Nachhinein jedoch eine gute Wahl darstellte. Statt Hackfleisch gab es Tatar im Burgerbrötchen, statt Salami Corned Beef (mag der Mann jedoch nicht und er landete bei Hähnchenbrustfilet), statt Döner kein Döner (die Soßen! das fettige Fleisch!) etc. Um weiterhin Pommes essen zu können, kauften wir uns eine Heißluftfriteuse. Wir haben die Tefal Actifry (Affiliate-Link) und sind sehr zufrieden damit. Mit nur einem Löffel Öl machen wir mehrere Portionen Pommes, die wir zusammen mit der Bosch Mum 5 (Affiliate-Link) und dem Pommes-Aufsatz aus frischen Kartoffeln herstellen. Keine Gefrierpommes, die im Öl schwimmen. Keine Überraschung: das verträgt der Körper viel besser!

Der Mann stieg damals komplett auf Hähnchenfleisch um, heute isst er eher weniger Fleisch, gönnt sich zwischendurch aber auch mal wieder eine Bratwurst. Verzicht macht nicht nur unglücklich, sondern auch Heißhunger. Er teilte sich das in der akuten Abnehmphase streng ein: aß er mal ein Stück Kuchen mehr, gab es zum Frühstück nur Joghurt mit Weintrauben oder mal gar nichts (finde ich nicht gut). Generell standen wieder mehr Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Viele Dinge machen wir selbst, was ich auch sehr begrüße, denn ich kann einige Dinge nicht essen. Bis jetzt klingt das doch super: gesünder einkaufen, fettarm kochen und sich nach dem Essen besser fühlen. Nur eine Hürde gibt es.

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Das Umfeld muss mitmachen

Nichts ist schwieriger, als ein Umfeld, das jemanden reinredet. So kamen oft Fragen: “Willst du wirklich nichts mehr?”, “Du musst doch noch etwas essen!”. Etc. Der Familie zu verklickern, dass er nun anders isst, war kein Zuckerschlecken. Der Mann, der immer so gerne aß, verzichtet nur zu Gunsten seiner Gesundheit und Körperform. Heute ist er normalgewichtig und achtet noch immer auf seine Ernährung. Wir essen wenig Gebratenes und suchen Alternativen: müssen die Pancakes mit Fett gebraten werden? Brauche ich überhaupt Fett oder nehme ich das lieber abends auf dem Brot zu mir? Muss es Buttergemüse sein oder schmeckt das pure Gemüse mit ein wenig Salz und Pfeffer nicht auch gut?

Mit dem besseren Verständnis für Nahrungsmittel flogen auch zuckerreiche Vertreter aus dem Haushalt: Limonade, Süßigkeiten etc. Wir trinken nun überwiegend Wasser und enttäuschen Besucher, die hier Saft oft vergebens suchen, obwohl wir diesen früher täglich tranken, wie auch die gelbe Limo. Weißbrot hat hier nur noch einen kleinen Fankreis, Toast kommt nicht mehr jedes Wochenende auf den Tisch. Stattdessen gibt es Brot mit hohem Roggenanteil, das auch länger sättigt. Selbstverständlich darf man nicht plötzlich mehr zuckerreiche Lebensmittel essen, dann würde Low Fat auch keinen Sinn ergeben.

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Ausnahmsweise ok (und im Sommer sowieso) ;) EIS!

Familienkompatible Diät

Natürlich möchte ich nicht abnehmen und auch die Kinder sollen gesundes Essen bekommen, das nicht unbedingt fettarm ist. Das hieß in der Abnehmphase: wir kochen fettarm und fügen im Anschluss ein wenig Butter oder Öl dazu, wie wir es damals auch mit dem Kürbisbrei für das Baby machten. Fett braucht der Körper, so viel weiß ich. Dort endet aber auch mein angelesenen Wissen über den Nährstoffbedarf des Körpers, wir machen viel nach Gefühl. Mein großer Sohn darf weiterhin ab und zu ein Trinkpäckchen haben und natürlich Süßigkeiten essen. Mache ich schließlich auch jeden Tag, wenn die Kinder im Bett sind…

Generell finde ich die Diät sehr familienkompatibel. Man muss nicht separat kochen, sondern kann das gesund zubereitete Essen einfach anreichern, sodass es für jeden Geschmack geeignet ist. Das muss allerdings nicht jeder mögen. Besonders Leute, die an Geschmacksverstärker gewöhnt sind, könnten damit ein Problem bekommen. Wir essen z. B. Kartoffelbrei mit Blumenkohl ohne Fett, sondern pur mit Salz. Das brachte Besucher schon zum Stirnrunzeln. Um es ein wenig gehaltvoller zu machen, gebe ich gerne in Butter angebratene Semmelbrösel für mich und die Kinder über den Blumenkohl. Wir haben uns auch abgewöhnt, (fertige) Soßen zu den Kartoffeln zu essen. Da wir nie Fleisch / Braten zubereiten, gibt es keine selbstgemachten Soßen bei uns.

Produkte, die wir nun anders essen:

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  • Naturjoghurt statt Sahnefruchtjoghurt
  • Wraps mit Joghurt statt Döner
  • Marmelade statt Schokocreme
  • Unpaniertes Hähnchenfleisch statt Bratwurst / Schnitzel
  • Ciabatta statt Kräuterbaguette
  • Backofen / Heißluftfriteuse statt Pfanne
  • Hähnchenbrust statt Salami
  • Joghurtdressing statt Remoulade / Ma­yon­nai­se
  • Suppen ohne fettige Fleischeinlage
  • Tomatenpizza statt TK-Salami-Pizza
  • Pancakes mit körnigem Frischkäse, ohne Öl gebacken
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Low Fat Pancakes – mit körnigem Frischkäse, ohne Öl gebacken

Fazit

Für uns ist die Ernährungsform gut geeignet. Wir haben nun immer Obst im Haus, kaufen (meist) bewusster ein und, das ist sehr wichtig, leben unseren Kindern die gute Ernährung vor. Natürlich gibt es Tage, da landet sehr viel Ungesundes in Einkaufskorb und Bauch. Dies ist uns aber bewusst. Lieber bewusst ungesund essen, statt unbewusst Müll in sich reinschaufeln. So kam es, dass wir in den letzten Wochen ein paar Mal am Fast Food “Restaurant” anhielten. So lange wir wissen, was gesund ist und das Ausnahmen sind, ist das meiner Meinung nach ok. Ich weiß z. B. dass meine tägliche Keks-/Kuchenzufuhr ungesund ist, aber das ist eine andere Geschichte…

Wir essen nun fleischärmer, unpaniert, bewusster, mehr Salate und Obst und ausgewogener. Mein Mann hat durch die Low Fat Ernährung 25 kg abgenommen und hat nun Normalgewicht. Das steht ihm sehr gut. Er fühlt sich wohl, kann nun ein paar Kleidungsgrößen kleiner einkaufen und geht auch wieder gerne ins Schwimmbad. Und die Familie hat sich auch an unsere “seltsamen” Essgewohnheiten gewöhnt.

Habt ihr auch Besonderheiten in der Ernährung?

Gab es jemanden, der Diät gemacht hat? Wie haben das eure Kinder aufgefasst? Klappt das in der Familie?