Zu Impfungen (siehe erster Teil) haben Eltern viele Fragen – schließlich wollen sie für die Gesundheit ihres Kindes die bestmögliche Entscheidung treffen. Erster Ansprechpartner ist der behandelnde Kinderarzt, er kann Eltern viele Sorgen rund um das Thema Impfen nehmen.

1. Welche Impfungen braucht mein Kind und wann?

Welche Impfung ist wann nötig? - mamaskind.de

2. Wie kann ich meinem Kind die Impfung so angenehm wie möglich machen?

Dass Eltern und Kind vor einem Impftermin etwas nervös sind, ist ganz normal. Doch mit ein paar Tricks lässt sich der Termin für die Kleinen so angenehm gestalten, dass sie vom kleinen Piks fast gar nichts mitbekommen. Bei Säuglingen kann es sinnvoll sein, sie während des Impfens zu stillen. Älteren Kindern können Eltern ruhig und sachlich erklären, was beim Impfen passieren wird und warum der Piks so wichtig ist. Manche Kinderärzte impfen zuerst das Lieblingskuscheltier – so weiß der kleine Patient, was auf ihn zukommt.

Ist das Kind sehr schmerzempfindlich: die Impfstelle vorher mit etwas Eis kühlen. Wenn das Kind sich doch etwas erschreckt hat, hilft ein kleines Trostpflaster darüber hinweg. Diese und weitere Empfehlungen der Ständigen Impfkommission finden Sie auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Wenn die ersten Impfungen anstehen, haben Eltern viele Fragen: Wie vertragen Kinder die Impfung? Muten wir Kindern damit zu viel zu? Antworten auf diese und weitere Fragen junger Eltern hat Kinder- und Jugendarzt Jörn Voigt auf impftipp.

3. Soll ich mein Kind auch impfen lassen, wenn es erkältet ist?

Ist das Kind kurz vor dem Impftermin nicht ganz gesund, beispielsweise etwas erkältet, sollte man den Impftermin nicht ausfallen lassen, sondern sich mit dem Arzt dazu besprechen. Nicht jeder leichte Infekt ist ein Hinderungsgrund für eine Impfung. Wenn die Impfung doch verschoben werden muss, machen Sie am besten gleich einen neuen Termin aus. So verhindern Sie, dass die Impfung vergessen wird und Ihr Kind nur unvollständig geschützt ist.

4. Warum ist ein vollständiger Impfschutz gerade für Kita-Kinder wichtig?

Überall, wo sich Menschen aufhalten, können sich Krankheitserreger verbreiten – auch in der Kita. Durch den engen Kontakt von Kindern und Betreuungspersonal können Krankheitserreger hier v. a. durch Tröpfcheninfektion leicht übertragen werden.

  • Training für das Immunsystem

Viele Erkrankungen wie z.B. eine leichte Erkältung sind zwar unangenehm, heilen aber schnell wieder aus. Kinderärzte halten sie sogar für notwendig, weil sie das Immunsystem trainieren – sie sorgen dafür, dass sich das kindliche Immunsystem weiterentwickelt. So sind Kinder, die eine Kita besucht haben, zwar möglicherweise anfänglich häufiger krank als andere Kinder, können im späteren Kindergarten- und Schulalter aber stärkere Abwehrkräfte haben (Lajos Schöne 2011: Kita & Co. – das zweite Zuhause. Jung & Gesund).

  • Schutz vor schweren Erkrankungen

Neben harmlosen Infekten können sich die Kleinen in der Kita aber auch mit Erkrankungen anstecken, die einen schweren Verlauf nehmen können. Die bekanntesten: Masern, Mumps, Röteln, Windpocken. Auch weniger bekannte Erreger wie Pneumokokken können in der Kita übertragen werden. Sie können gerade bei kleinen Kindern Infektionen wie Hirnhaut-, Mittelohr- oder Lungenentzündungen auslösen.

Es ist wichtig, dass Impfungen zum empfohlenen Zeitpunkt erfolgen – kann ein Impftermin aus gesundheitlichen oder organisatorischen Gründen nicht stattfinden, ist es wichtig, frühzeitig Kontakt zum behandelnden Kinderarzt aufzunehmen.

Kleinkinder sollten bei der Aufnahme in die Kita über alle empfohlenen Impfungen verfügen und auch die empfohlenen Auffrischimpfungen zum vorgesehenen Zeitpunkt erhalten. Beim Besuch des Kinderarztes kann der Impfstatus des Kindes überprüft und gemeinsam besprochen werden, wie versäumte Impfungen nachgeholt werden können.

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Der Artikel wird mit freundlicher Genehmigung von impftipp veröffentlicht.

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