Ein Gastbeitrag über das Impfen von Kindern.

Was sind Pneumokokken und wie werden sie übertragen?

Pneumokokken sind bakterielle Erreger. Es gibt ungefähr 90 verschiedene Arten von ihnen (Serotypen). Übertragen werden sie vor allem durch Tröpfcheninfektion, meistens durch Husten oder Niesen. Bei vielen Menschen besiedeln sie den Nasen- und Rachenraum, ohne Erkrankungen hervorzurufen.

Pneumokokken impfen

Pneumokokken

Warum können Pneumokokken besonders für Säuglinge und Kleinkinder ein Risiko sein?

Pneumokokken sind eine häufige Ursachen für Infektionen bei Kindern. Gerade Säuglinge und Kleinkinder sind anfällig für Pneumokokken-Infektionen, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Die Erreger können bei ihnen Infektionen wie Hirnhaut- oder Lungenentzündungen, aber auch eine Blutvergiftung auslösen. Besonders in der kalten Jahreszeit sollte man aufpassen: gerade nach einer vorausgegangenen Infektion der Atemwege haben die Erreger leichtes Spiel.

Wie können Pneumokokken-Infektionen behandelt werden?

Pneumokokken-Infektionen lassen sich mit Antibiotika behandeln. Je früher die Krankheit vom Kinderarzt erkannt und behandelt wird, desto besser können schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen verhindert werden. Ein Problem ist, dass Pneumokokken zunehmend umempfindlich gegen die verwendeten Antibiotika werden.

Nach der Geburt werden die mütterlichen Antikörper (Abwehrstoffe) im Blut des Neugeborenen schnell abgebaut – es entsteht eine „Immunitätslücke“, da das Immunsystem von Kleinkindern noch nicht ausgereift ist. Das macht sie besonders anfällig für Erreger wie Pneumokokken – und einen frühzeitigen Schutz so wichtig.

Wie können Eltern ihre Kinder vor Pneumokokken schützen?

Durch eine Impfung. Das entspricht auch der Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts. Auch Kindern mit einer Immun- oder einer chronischen Krankheit wie z.B. Asthma oder Diabetes sollten geimpft werden, raten die Experten.

Früh und zeitgerecht: Das Impfschema bei der Pneumokokken-Impfung

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission finden Sie auf der Website des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de.

Die STIKO empfiehlt, Säuglinge und Kleinkinder bereits nach dem vollendeten zweiten Lebensmonat erstmals gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Die zweite Impfung erfolgt nach dem dritten Monat, die dritte nach dem vierten Lebensmonat. Zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat sollte die abschließende Impfung erfolgen, die einen langfristigen Schutz gegen Pneumokokken gewährleistet.

Alter

2 Monate – 1. Pneumokokken- Impfung

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3 Monate – 2. Pneumokokken- Impfung

4 Monate – 3. Pneumokokken- Impfung

11-14 Monate 4. Pneumokokken- Impfung

Impfschema für die Pneumokokken-Impfung (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 30 / 2011, Robert Koch-Institut)

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Mit welchen Nebenwirkungen muss man bei einer Impfung rechnen?

Nach der Pneumokokken-Impfung ist es möglich, dass Sie bei Ihren Kindern leichte Reaktionen auf die Impfung beobachten. Hierzu gehören etwa Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder auch Fieber. Diese Reaktionen sind aber in der Regel kein Grund zur Sorge. Sie zeigen vielmehr, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und einen Schutz gegen den Krankheitserreger aufbaut. Sollen Sie sich doch einmal unsicher sein, steht Ihnen Ihr behandelnder Kinderarzt beratend zur Seite.

Wenn Sie sich einen Überblick darüber verschaffen möchten, welche weiteren Impfungen in welchem Lebensmonat bzw. -jahr des Kindes anstehen, finden Sie auf impftipp.de eine nützliche Hilfe: Die Impfscheibe. Einfach das Alter des Kindes anklicken und schon werden die empfohlenen Impfungen angezeigt. Damit in Zukunft kein Impftermin des Kindes mehr in Vergessenheit geraten kann, können Sie sich hier auch per SMS oder E-Mail an alle bevorstehenden Impftermine erinnern lassen.

Bevor ein Impfstoff durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen und von der Ständigen Impfkommission empfohlen wird, muss er umfassende Studien durchlaufen, die seine Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit belegen.

Nächste Woche folgt der zweite Teil: “Informationen zu Kindergesundheit & Impfen Teil 2”.

Der Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von Impftipp veröffentlicht.

Bild: CFalk  / pixelio.de