Werbung

Am Mittwoch war ich zum Gespräch von Schwanger in meiner Stadt eingeladen, um mich mit ihnen und anderen Mamabloggerinnen über die Vereinbarung von Stillen und Job auszutauschen. Die BKK VBU bot ihre Räume dafür an, Medela unterstützte uns mit fachlichen Ratschlägen. Das hätte ich gerne früher gehabt!

bloggerevent-stillen-mamaskind

Mama-Blogger mit fachlicher Unterstützung bei der Diskussion: Stillen & Job

Viele Mamas haben Stillprobleme

Ich halte das bewusst allgemein, um nicht die persönlichen Erfahrungen Einzelner zu nennen. Denn Stillen ist wirklich Privatsache. Warum mischen sich dann so viele ein, fragte sich so manche Mama in der Runde. Stillen ist schön – für die meisten – sollte aber in der Öffentlichkeit diskret erfolgen. Brüste auf dem Cafétisch möchte niemand sehen, aber eine komplette Verschleierung ist auch Quatsch. Manche trauen sich nicht, in der Öffentlichkeit zu stillen, weil sie vielleicht Probleme damit haben und eine schwierige Anfangszeit mit dem Stillbaby. Das Wort des Abends war wohl “magic Stillhütchen” und so einige Bloggerinen sagten: damit klappte es wunderbar, ohne war es entweder schmerzhaft oder gar nicht möglich.

Laut Medela dienen Stillhütchen vor allem für eine kurze Anwendungszeit der Schonung der Brust und erlauben schmerzfreies Stillen. Eine Bloggerin wollte diese nicht mehr hergeben und nutzte sie über die gesamte Stillzeit. Es war unglaublich, wie viele Stillprobleme hatten, ich bin nicht allein! Wäre ich damals mal doch zu dem Stillcafé gegangen, das in unserem Krankenhaus angeboten wurde. Das kann ich aus heutiger Sicht nur empfehlen, da ich guten Stillrat sehr gut gebraucht hätte. Mir fiel das anfängliche Stillen sehr schwer, auch mir halfen nur Stillhütchen. Beim zweiten Sohn bin ich viel gelassener, jedoch nicht die einzige, die länger als 12 Monate stillt. Eine Mama stillt sogar schon drei Jahre, mag es sehr, fürchtet jedoch die Kommentare von Außenstehenden. Langzeitstillen ist nicht überall gerne gesehen.

Stillen und Job – schwierige Vereinbarkeit

Mein erster Sohn wurde mit 7 Monaten noch (lange) gestillt und ging zu dieser Zeit schon zur Tagesmutter. Ich stillte ihn davor und unmittelbar danach und war jederzeit erreichbar, falls er Muttermilch brauchte, was nur am Anfang der Fall war. Meinem zweiten Sohn gebe ich (meist) nur noch abends und nachts die Brust, daher erübrigt sich das Thema Vereinbarkeit bei mir. Andere erlebten hingegen abenteuerliche Sachen. Sie wollten unbedingt stillen.

Eine Mama pumpte in ihrer kurzen Pause ab, eine andere ließ sich ihr Kind zwei Mal am Tag bringen, weil es keine Flaschenmilch trank. Das muss man sich mal überlegen: damit das Kind Essen / Trinken bekommt, ist teils so viel logistischer Aufwand erforderlich. Die Stillliebhaberinnen waren sich alle einig: das haben sie gerne gemacht und auch gerne gegen die Stillprobleme gekämpft.

Werbung

Mut zur Flaschennahrung

Genauso verpönt wie Langzeitstillen ist in anderen Kreisen die Fläschchennahrung, sodass auch hier schnell ein schlechtes Gewissen entstehen kann. Hier war eine Mama zögerlich: Soll ich dazu stehen, dass ich nicht (mehr) stillen möchte? Darf ich auch öffentlich sagen, dass mein Kind eine Flasche statt Muttermilch bekommt? Wir waren alle der Meinung: Ja, man darf und man sollte! Überhaupt stimmten wir in vielen Punkten überein. Ich genoss die Diskussion mit den anderen Bloggerinnen aber auch mit Sandra und Sabrina von Schwanger in meiner Stadt und den netten Mitarbeiterinnen von der BKK VBU, die selbst meist Kinder haben und kräftig mitplauderten. Medela klärte uns auf, dass wohl 91 % aller Mütter stillen würde. Diese Zahl erschien uns recht hoch, da wir alle jemanden kannten, der nicht stillen wollte. Nur Mut zur eigenen Meinung!

blogger-event-stillen-mamaskind

Diskutieren macht hungrig: tolle Verpflegung

Fazit

Ich liebe Bloggerevents und ich mag den fachlichen Hintergrund anlässlich der Welt-Stillwoche. So konnten wir uns perfekt austauschen, kamen natürlich auch vom Thema ab und landeten schnell bei der Vereinbarkeit von Job und Familie – auch wichtig! Es ist auf jeden Fall noch Aufklärungsarbeit bei den Müttern aber auch den Arbeitgebern notwendig. Oder wusstet ihr, dass Stillende eine bezahlte Stunde Stillpause (stillen oder abpumpen) machen dürfen? Das steht z. B. im Mutterschutzgesetz, das man sich vielleicht in der Schwangerschaft mal anschaut, danach aber oft vergisst. Mein Fazit ist: Austausch hilft ungemein, sich durchzukämpfen. Man muss nicht allein eine Sache bezwingen, das gilt besonders für’s Stillen, das zwar einfach aussieht, aber problematisch sein kann. Fachlicher Rat sowie eine Schulter zum Anlehnen sind hier unerlässlich!

Ich bedanke mich bei Schwanger in meiner Stadt für das tolle Miteinander, das leckere Essen und das (oder die? ^^) unvergleichliche Goodie Bag. Zusammen mit den anderen Bloggerinnen und den Mitarbeiterinnen von BKK VBU und Medela war das ein informativer Abend, bei dem ich sogar noch Jana, die selbst Hebamme ist, zum Thema “Kind stillt sich selbst ab” befragen konnte. Das sehe ich bei uns nämlich noch nicht.

Mit dabei waren u. a.