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Vor 5,5 Jahren schrieb ich einen Beitrag über frühes Töpfchentraining. In der DDR wurden Kinder schnell daran gewöhnt, auf den Topf zu gehen. Wer mochte auch mit den riesigen Stoffwindeln wickeln, wo es doch keine bequemen Einwegwindeln gab oder sie so teuer waren? Es war umständlich und ist nicht mit den hübschen Stoffwindeln (Amazon-Affiliate) zu vergleichen, die es heute zu kaufen gibt. Meine Einstellung zur frühen Sauberkeitserziehung hat sich ein gewandelt. Kein Druck, wenn man nicht muss, obwohl sie müssen…

DDR-Gedanken: Kinder müssen früh sauber sein!

Der Gedanke, dass Kinder früh trocken sein sollen, hielt sich auch noch lange nach der Wiedervereinigung. Das ist noch in den Köpfen unserer Großeltern, teilweise auch Eltern, die es nicht anders gelernt haben. Kinder sollen gefälligst früh trocken werden! Als junge Mama vertraute ich auf die älteren Generationen und machte ein Brimborium rund um den Topf. Meine Eltern mussten sogar extra das teure Töpfchen anschaffen, weil Sohn 1.0 darauf höher saß. Wir übten, die Tagesmutter übte und obwohl ich mir vormachte, keinen Stress zu erzeugen, war es das. Wir mussten ständig ans Töpfchen denken und unseren Sohn schicken. Klar klappte das Pullern schnell, doch es gab auch einige nasse Hosen. Rückwirkend sehr nervig und den Aufwand nicht wert. Was wäre also, wenn man wartet, bis das Kind Anzeichen macht, auf den Topf zu gehen oder gar trockene Windeln hat?

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Töpfchentraining? Bei Sohn 2.0 nur in der Küche!

Töpfchentraining ist unnötig

Meine Lieblingsratgeberbloggerinnen Snowqueen und Danielle, bei denen ich viel Lesezeit verbringe, widmeten sich auch dem Trocken werden von Kindern. Sie finden Töpfchentraining unnütz und erklären auch die Hintergründe sehr detailliert:

„Dass es rein gar nichts bringt, den Töpfchengang zu trainieren, zeigte auch eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2003. Sie ergab, dass Kinder, die vor dem 27. Lebensmonat an des Töpfchen gewöhnt wurden, genauso lang in die Windeln machten, wie Kinder, bei denen keine solchen Aktivitäten stattfanden.“ Quelle: Gewünschtetes Wunschkind – Töpfchentraining

Als wir 2012 nach (West-) Berlin zogen, kam man uns mit einer ganz anderer Mentalität entgegen. Töpfchen gab es in der neuen Kita nicht, die Kinder ab 1 Jahr besuchen. Sie gehen eben auf eine der kleinen Toiletten, wenn sie es selbst können. Aha, so läuft das hier! Wir hielten an der Sauberkeitserziehung unseres damals 2-Jährigen fest und erhielten oft nasse Wäsche zurück. Wir wollten ihm jedoch keine Windel mehr anziehen, das sahen wir als Rückschritt.

Kein Töpfchen für Sohn 2.0

Das niedliche Frosch-Töpfchen steht nun meist unbeachtet im Bad. Nach dem abendlichen Waschen fragen wir den 2-Jährigen manchmal, ob er auf den Topf gehen will und lassen ihn. Wir bieten es nicht zwischendurch an, sondern lassen ihn sichtbar in der Ecke. Vielleicht möchte er auch eines Tages auf die Toilette gehen – wie wir. Wir sind da recht freizügig in der Familie, was man mit Kindern wohl auch nicht verhindern kann. ;) Doch bei Sohn 2.0 gibt es keine Externen, die fragen, wann er endlich trocken wird und wann wir mit der Sauberkeitserziehung beginnen. Die Unterstützung von der Kita sowie seinen Bezugspersonen ist uns gewiss und auch wir Eltern sind uns einig, dass Stress keine Punkte beim Pullern bringt. Carpe diem.

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Hübsche Windeln im Abo von Lillydoo – Werbung

Mit den Lieferdiensten und diesem Internet hat sich natürlich auch einiges geändert im Vergleich zu meiner eigenen Wickelzeit. Es gibt Einwegwindeln, die sogar hübsch sind und angenehm für den Babypo. Vor ein paar Monaten entdeckte ich die wunderhübschen Windeln von Lillydoo, von denen wir ein Abo haben und die ich hier schon vorstellte. Nach eigenem Geschmack kann man sich die Größen und das Design zusammenstellen und nach Hause im Abo liefern lassen. Da sehe ich auch als Mama keinen eiligen Grund, Druck mit dem Sauberwerden zu machen…

Wie seht ihr das? Merkt ihr auch einen Unterschied, je nach Region?